Ein Mann baut Tische in einem Straßencafé auf oder ab.
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Drastische Corornavirus-Maßnahme: Bars und Restaurants in der Region Murcia müssen schließen.

Drastische Maßnahmen in Murcia

Coronavirus in Murcia: Bars und Restaurants müssen für 14 Tage schließen

  • vonSandra Gyurasits
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Nächtliche Ausgangssperre und Abriegelung aller 45 Gemeinden in der Region Murcia reichen offenbar nicht aus, um das Coronavirus aufzuhalten. Die Landesregierung verschärft die Maßnahmen noch einmal und legt die Gastronomie-Branche lahm.

  • Murcia bekommt die Coronavirus-Ausbreitung nicht in den Griff: Bars und Restaurants müssen ab Samstag für 14 Tage schließen.
  • Einkaufszentren und Fitness-Studios bleiben in der Region Murcia geöffnet.
  • Hoteliers von der Costa Cálida gehen auf die Barrikaden.

Murcia -  Zwar sieht die Landesregierung von Murcia bisher noch von einem häuslichen Lockdown im Kampf um die Eindämmung des Coronavirus ab. Dennoch hat das Landesgesundheitsministerium die Beschränkungen noch einmal drastisch verschärft.

RegionMurcia
Fläche11.313 km²
Bevölkerung1,488 Millionen (2019)
Land Spanien
SehenswürdigkeitenLa Manga del Mar Menor, Cabo de Palos
HochschulenUniversität Murcia, Universidad Católica San Antonio de Murcia

Ab Samstag, 7. November, werden die Bars, Restaurants und Wettlokale in der ganzen Region Murcia geschlossen. Es dürfen keine Gäste mehr empfangen werden, auch nicht draußen auf den Terrassen. Die Lokale dürfen aber Essen zum Mitnehmen anbieten. Die Restriktion gilt zunächst für 14 Tage, kann aber verlängert werden.  Zudem empfiehlt die Landesregierung den Gemeinden, Parks und Grünanlagen ab 19 Uhr zu schließen, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Einkaufszentren und Fitness-Studios bleiben dagegen geöffnet.

Coronavirus in Murcia: Kritische Situation mit fast 1.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus

Erst vor zwei Wochen wurden in der Region die nächtliche Ausgangssperre, die in ganz Spanien gilt, eingeführt sowie alle 45 Gemeinden abgeriegelt. Doch die Maßnahmen haben offensichtlich nicht schnell genug Wirkung gezeigt.  „Die Situation ist kritisch nach einem der schwärzesten Wochenenden seit Ausbruch der Pandemie“, erklärte der Sprecher des Komitees zur Corona-Bekämpfung Jaime Pérez.

Beim Stand vom 4. November wurden an einem Tag wieder fast 1.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus und zwölf Todesfälle wegen Covid-19 gemeldet. Insgesamt starben bisher 362 Patienten seit Ausbruch der Pandemie. Die Zahlen steigen und steigen und haben längst die Höchstwerte der ersten Welle und die Prognosen übertroffen. Die Rate liegt inzwischen bei 670 Infektionsfällen pro 100.000 Einwohner.

Coronavirus in Murcia: Harter Schlag für die Gastronomie-Branche – Betreiber gegen auf die Straße

Für die Bar- und Restaurantbetreiber bedeutet die Maßnahme einen harten Schlag. Spontan bildeten sich in Murcia und Cartagena Proteste. Der Präsident des Verbands der Bar- und Restaurantbetreiber in Cartagena Hostecar, Juan José López, schätzt, dass die Maßnahme für 50 bis 70 Prozent der Geschäfte in Cartagena das Aus bedeuten könnte. Die Branche stehe mit dem Rücken zur Wand. Wenn die Leute nicht mehr ausgehen könnten, würden sie sich zu Hause treffen, wo die Gefahr sich zu infizieren viel größer sei, so López.

Die Branche sieht sich zu unrecht bestraft. Ihr Argument: Laut Gesundheitsministerium in Madrid würden Ansteckungen mit dem Coronavirus in Bars und Restaurants gerade einmal drei Prozent ausmachen.  Der Covid-Komitee-Sprecher Pérez widerspricht. Gastronomie und private Treffen und Feiern seien für 25 Prozent der Ansteckungen verantwortlich, sagte er und führte als Beispiel Gemeinden wie Lorca und Totana an, die wegen hoher Infektionsraten für mehrere Wochen in die Phase 1 des Deeskalationsplan zurückgestuft worden waren, der die Schließung von Bars und Restaurants einschließt. Nach einer Woche Phase 1 seien die Ansteckungen um acht Prozent gesunken, während sie in der gleichen Zeit in den restlichen Gemeinden um 14 Prozent gestiegen seien.

Dass die Einkaufszentren geöffnet bleiben dürfen, begründete Pérez mit dem Tragen der Maske. In Bars und Restaurants würden die Menschen den Schutz abnehmen, im Einkaufszentrum dagegen nicht.

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