Allergien in Corona-Zeiten

Coronavirus: Nur Heuschnupfen oder Covid-19?

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Regen, Sonne und Luftfeuchtigkeit lassen die Pollen in Murcia fliegen.
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Regen, Sonne und warme Temperaturen verleihen den Pollen einen Höhenflug in der Region Murcia. Allergiker leiden. In Coronavirus-Zeiten sollten die Symptome aber nicht verwechselt werden. Es gibt eindeutige Hinweise.

  • Vor allem Pollen von Olivenbäumen, Süßgräsern und Salzkräutern schwirren durch die Luft.
  • Das Mirkoklima in Murcia, Almería und Alicante macht Allergikern das Leben schwer.
  • Besondere Vorsicht gilt für Asthma-Patienten.

Murcia – Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Husten und Atemnot sind typische Symptome für eine Infektion mit dem Coronavirus. Einige dieser Beschwerden gleichen auch denen einer Allergie. Es gebe aber Unterschiede zwischen einer Erkältung, einer Allergie und Covid-19, erklärt die spanische Gesellschaft für Alllergien und Immunologie (Seaic) . Eine Erkältung beginnt einer verstopften oder laufenden Nase, wiederholtem Niesen, gereizten Augen und in manchen Fällen mit Temperaturerhöhung.

Ein sicheres Anzeichen für eine Allergie liege vor, wenn sich die Symptome im Freien plötzlich verstärken und in geschlossenen Räumen spürbar wieder abklingen, so Seaic-Sprecher Pedro Ojeda. Auch die Einnahme von Antihistaminen führe zu einer schnellen Linderung von Allergie-Beschwerden wie einer laufende Nase, Juckreiz oder Halskratzen. In der Regel tritt kein Fieber auf. Eine gewisses Risiko besteht jedoch für Asthma-Patienten, da sie anfälliger für eine Infektion mit Sars-CoV-2 sind. Um volle Wartesäle in den den Krankenhäusern und damit die gefahr der Ansteckung zu vermeiden, werden die Allergiker, wenn möglich, telefonisch von ihrem Arzt betreut.

Allergien in Coorona-Zeiten: immer mehr Kinder betroffen

Dass die Zeit der Allergien gekommen ist, können die Ärzte der Abteilungen für Allergien in den Krankenhäusern in der Region Murcia bestätigen. Im Jahr behandeln sie rund 12.000 Patienten. Meist kommen rund 3.000 neue Fälle hinzu, erklärt der Chef der Allergie-Abteilung im Hauptkrankenhaus La Arrixaca in Murcia, José Damián López, gegenüber der Zeitung „La Verdad“. Die meisten Patienten seien junge Erwachsene, aber auch die Zahl der Kinder mit Problemen nehme zu.

Allergiker haben es nicht leicht in der Region Murcia. Abwechselnd Regen und Sonnenschein, warme Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit lassen nicht nur Pflanzen und Gräser sprießen, sondern auch Pollen fliegen. Die Monate März und April waren sogar regenreicher als gewöhnlich, was noch mehr Pollen an der mediterranen Küste in Umlauf bringt als sowieso schon. Allen voran liegt derzeit der Blütenstaub von Olivenbäumen, Süßgräsern, Salzkräutern und dem Aufrechten Glaskraut in der Luft.  Bereits im Winter wies die ungewöhnlich hohe Menge an Zypressen-Pollen auf ein unangenehmes Frühjahr hin.

Warmes, feuchtes Klima begünstigt Pollenflüge

In Murcia, Almería und der Süden von Alicante herrsche ein Mikroklima, das sich sich von dem Rest auf dem spanischen Festland unterscheide, erklärt der Leiter der Abteilung für Allergien am Krankenhaus Reina Sofía in Murcia, Juan Carlos Miralles. Kurze, milde Winter und lange Wärmeperioden würden für Pollen das ganze Jahr über ideale Bedingungen bieten. Das bedeutet für Allergiker, dass sie das ganze Jahr über mit Beschwerden zu kämpfen haben.

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