Eine Frau breitet die Arme aus vor dem Forschungsschiff „Hespérides“ im Hafen von Cartagena.
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Das Polarforschungsschiff „Hespérides“ verlässt den Hafen von Cartagena in Richtung Südpol.

Coronavirus an Bord

Corona an Costa Cálida: Virus auf Forschungsschiff aus Cartagena ausgebrochen

  • vonSandra Gyurasits
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Kurz nachdem das Forschungsschiff „Hespérides“ der spanischen Marine den Hafen von Cartagena verlassen hat, ist die Reise zum Südpol auch schon beendet. 17 von 58 Besatzungsmitgliedern haben sich mit Coronavirus infiziert – trotz aller Vorsichtsmaßnahmen.

  • Das spanische Polarforschungsschiff „Hespérides“ macht sich aus dem Hafen von Cartagena auf den Weg zum Südpol.
  • Wenige Tage nach dem Start werden vier Besatzungsmitglieder positiv auf das Coronavirus getestet. Kurze Zeit später sind 17 Männer an Bord angesteckt.
  • Die „Hespérides“ bricht die Reise ab und legt im Hafen von Las Palmas auf den Kanaren an.

Cartagena – Alle Vorsichtsmaßnahmen haben nichts genützt. Die Reise des Forschungsschiffes „Hespérides“ der spanischen Marine von Cartagena zum Südpol ist am 4. Januar jäh unterbrochen worden, nachdem vier Besatzungsmitglieder – ein Unteroffizier, zwei Obergefreite und ein Matrose – positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Das Schiff steuerte den Hafen von Las Palmas auf den Kanaren an.

„Hespérides“Polarforschungsschiff der spanischen Marine
Baubeginn14. November 1988
Stapellauf12. März 1990
Breite 14 Meter
HerstellerNavantia

Die Infizierten wiesen leichte Symptome auf und wurden sofort isoliert. Dennoch vervierfachte sich die Zahl der Angesteckten innerhalb von 48 Stunden. 17 von insgesamt 58 Besatzungsmitgliedern haben sich das Coronavirus eingefangen. Sie werden im Militärkrankenhaus behandelt, während sich der Rest der Crew auf dem Schiff in Quarantäne befindet.

Coronavirus an Bord in Cartagena: Alle Besatzungsmitglieder vor der Reise negativ getestet

Kurz bevor die „Hespérides“ in See sticht.

Bevor die „Hespérides“ am 30. Dezember in Cartagena an der Costa Cálida ablegte, waren alle Besatzungsmitglieder negativ auf das Virus getestet worden. Zudem absolvierte jeder Einzelne eine vorherige Quarantäne. Angehörige durften sich im Hafen nur mit Abstand hinter einem Zaun verabschieden. Doch offensichtlich habe es ein „Trojanisches Pferd“ an Bord gegeben, wie Admiral Juan Luis Sobrino Pérez Crespo sich ausdrückte. Auf einem Schiff breite sich das Virus leicht und rasend schnell aus.

Die „Hespérides“ hatte die Aufgabe, Spaniens Militärbasen und das internationale Forschungsteam am Südpol in den nächsten sechs Monaten zu unterstützen und zu versorgen. Oberstes Gebot war, Coronavirus-frei zu bleiben und keinesfalls die Bevölkerung rund um die angesteuerten Häfen zu infizieren.

Coronavirus an Bord in Cartagena: Ausbruch verhindert die Reise zum Südpol

Die Reise des Forschungsschiffes hätte eigentlich 170 Tage dauern sollen. Nächster Stopp wäre am 22. Januar der Hafen von Montevideo in Uruguay gewesen. Von dort aus hätte die Antarktis angesteuert werden sollen. Für den 7. Mai war die Ankunft in Las Palmas geplant und ein Erholungsurlaub, bevor die 22.500 Seemeilen lange Reise am 17. Juni im Hafen von Cartagena zu Ende gegangen wäre.

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