Krankenhausmitarbeiter aus Cartagena lassen sich impfen.
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Krankenhausangestellte in Cartagena lassen sich gegen Covid 19 impfen.

Coronavirus in Murcia

Corona in Murcia: Anfang 2021 Städte abgeriegelt, Ausgangssperre verschärft

  • vonSandra Gyurasits
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Das Coronavirus breitet sich zu Jahresbeginn 2021 wieder rasant in der Region Murcia aus. Die Landesregierung versucht dagegen zu steuern, riegelt die größten Städte ab und verlängert die Ausgangssperre.

  • Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus zu Beginn des Jahres 2021 schießen in der Region Murcia in die Höhe.
  • Murcia, Cartagena, Lorca und Molina de Segura werden abgeriegelt.
  • Erster Infektionsfall mit mutierter Virus-Variante aus Großbritannien in Murcia festgestellt.

Murcia – Das Coronavirus schlägt im neuen Jahr 2021 in der Region Murcia heftig zu. Die Fallzahlen schießen in die Höhe, wie in ganz Spanien. Angesichts der außer Kontrolle geratenen Lage hat die Landesregierung von Murcia die Beschränkungen verschärft und die vier größten Städte Murcia, Cartagena, Molina de Segura und Lorca abgeriegelt. Die Restriktion tritt am Samstag, 9. Januar, in Kraft. Damit sind derzeit in der Region mit 22 fast die Hälfte aller Gemeinden abgeschottet, in denen die Infektionsrate über 250 Fälle pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen liegt.

CoronavirusSars-CoV-2
Einstufungdurch die WHO Pandemie (11. März 2020)
potenzielle ErkrankungCovid-19 (Atemwegserkrankung)
ÜbertragungswegeTröpfcheninfektion oder Aerosole
möglicher ÜbertragunswegSchmierinfektion
ErstentdeckungProvinz Wuhan (China), 2019

Betroffen sind auch die Mar-Menor-Gemeinden Los Alcázares und San Pedro del Pinatar sowie La Unión. In diesen 22 Gemeinden dürfen Bars und Restaurants nur noch Essen zum Mitnehmen anbieten und Kunden nur noch draußen auf den Terrassen bedienen. Der Abstand zwischen den Tischen muss zwei Meter betragen. Geschäfte, Bibliotheken und Kinos dürfen nur die Hälfte ihres Fassungsvermögens nutzen.

Coronavirus 2021 in Murcia: Ausgangssperre ausgedehnt auf 22 bis 6 Uhr

Zudem wurde die Ausgangssperre für die ganze Region Murcia auf 22 bis 6 Uhr ausgedehnt und die Abriegelung bis zum 21. Januar verlängert. Ebenso gilt weiterhin, dass sich nicht mehr als sechs Personen treffen und Autos nur mit maximal drei Personen besetzt sein dürfen.

Für die restlichen 23 Gemeinden der Region gelten je nach Risikostufe verschiedene Beschränkungen. San Javier, Águilas und Torre Pacheco sind zum Beispiel als Hochrisikogebiet eingestuft. Hier dürfen Bars und Restaurants ihre Innenräume nur zu 30 Prozent belegen. In Mazarrón, Puerto Lumbreras oder Alhama de Murcia  mit mittlerer Risikostufe gilt eine Belegung von 50 Prozent, für kleinere Gemeinden mit geringem Risiko 75 Prozent. Die neuen Beschränkungen gelten zunächst bis 23. Januar.

Coronavirus 2021 in Murcia: Erster Infektionsfall mit mutiertem Virus aus Großbritannien

Unterdessen wurde auch in Murcia der erste Fall einer Infektion mit dem mutierten Coronavirus aus Großbritannien festgestellt. Ein 25-Jähriger, der in Großbritannien lebt, hatte zu Weihnachten seine Familie in Murcia besucht und die hochansteckende Variante B.1.1.7 mitgebracht.

Beim Stand vom 8. Januar wurden 1.279 Neuinfektionen mit dem Coronavirus an einem Tag registriert,  so viele wie seit Beginn der Pandemie nicht. Mehr als 20 Prozent der Tests fielen positiv aus, weit über dem Limit von fünf Prozent, bei dem die Pandemie als kontrollierbar gilt.

Coronavirus 2021 in Murcia: Impfungen nur schleppend angelaufen

Derzeit werden 323 Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern der Region behandelt, 75 auf den Intensivstationen. Die Infektionsrate stieg auf 412 Fälle pro 100.000 Einwohner in 14 Tagen. Seit Ausbruch der Pandemie im März starben 771 Menschen wegen Covid 19. Der Sprecher des Landesgesundheitsministeriums Jaime Pérez rechnet mit einem weiteren Anstieg der Corona-Infektionen in den nächsten Tagen, angefacht durch die Lockerungen der Beschränkungen an Weihnachten und Silvester.

Die Impfungen gegen Covid-19 sind bisher nur schleppend angelaufen. Einem Bericht der Zeitung „La Verdad“ zufolge werden pro Tag weniger als 1.000 Anti-Covid-19-Dosen verabreicht. Insgesamt stehen derzeit 25.685 Einheiten zur Verfügung, die bei Tiefsttemperaturen in Lagern der Pharmazeutischen Genossenschaft Hefame in Cartagena gelagert werden. Bisher wurden gerade einmal 4.949 Personen geimpft. Das entspricht 19 Prozent der zur Verfügung stehenden Impfeinheiten. Eine Gruppe von insgesamt 350 Fachkräften verabreicht die Spritzen mit dem Serum. Geimpft wird bisher nur vormittags.

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