Eine Wissenschaftlerin bereitet eine Probe in einem Labor des Instituts CSIC vor.
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Antikörpertests in Murcia: Nur 1,4 Prozent der Bevölkerung ist immun.

Corona in Murcia

Wenige Coronavirus-Infektionen in Murcia, aber große Gefahr eines zweiten Ausbruchs

  • vonSandra Gyurasits
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Erste Ergebnisse der Antikörpertests auf Coronavirus bestätigen, dass es in der Region Murcia noch weniger Infizierte mit Sars-CoV-2 gibt als angenommen. Das birgt jedoch ein hohes Risiko einer zweiten Welle, die schon Anfang Juni anrollen könnte.

  • Coronavirus: In der Region Murcia hat nur 1,4 Prozent der Bevölkerung Antikörper gebildet.
  • Landesgesundheitsminister plädiert dafür, bestimmte Beschränkungen beizubehalten.
  • Physiker warnt vor einem möglichen zweiten Ausbruch Anfang Juni.

Murcia - Die ersten Ergebnisse der Antikörpertests auf Coronavirus bestätigen, wovon Experten des Landesgesundheitsministeriums Murcia schon lange überzeugt sind.:Das Coronavirus ist nur wenig verbreitet in der Region. Nur 1,4 Prozent der Bevölkerung infizierten sich mit Sars-CoV-2 und haben Antikörper gebildet. Das Resultat geht aus der Studie des Gesundheitsministeriums in Madrid hervor.

Untersucht wurden insgesamt 1.387 Proben aus der Region Murcia, landesweit waren es 60.000. Die murcianischen Proben stammten aus Gesundheitszentren in 24 Gemeinden, darunter Águilas, Cartagena, Lorca, Mazarrón, Murcia, Puerto Lumbreras, San Javier, San Pedro del Pinatar, Torre Pacheco, Totana, La Unión und Los Alcázares.

Coronavirus in Murcia: Nur 20.900 Menschen gegen Sars-CoV-2 immun

In Murcia haben gerade einmal 20.900 Menschen eine Covid-19-Infektion überstanden und sind immun bei einer Gesamtbevölkerung von 1,5 Millonen Menschen. Damit ist Murcia hinter Ceuta mit 1,1 Prozent die Region Spaniens mit der geringsten Immunität. Der Wert von 1,4 Prozent im Fall Murcia liegt weit entfernt von der viel zitierten Herdenimmunität. Der für den Herdeneffekt nötige Mindestteil Immunisierter liegt zwischen 55 und 65 Prozent. Am meisten infizierte wurden in Albacete mit 11,8 und Madrid mit 11,1 Prozent festgestellt.

Die geringe Ausbreitung des Coronavirus birgt die große Gefahr eines zweiten Ausbruchs mit vielen Infizierten. Deshalb müssten die Sicherheitsvorkehrungen wie Mindestabstand und Hygiene konsequent eingehalten werden, wie das Landesgesunheitsministerium in Murcia mitteilte. Landesminister Manuel Villegas (PP) plädierte dafür, auch in der kommenden Phase 2 des Deeskalationsplans mit weiteren Lockerungen einige Restriktionen beizubehalten. Dazu zählt, dass die Tagesstätten für Senioren noch geschlossen bleiben und Kulturveranstaltungen nur mit einer begrenzten Zahl an Besuchern stattfinden, auch unter freiem Himmel.

Abstand in Corona-Zeiten bewahren: Warnung vor einem zweiten Ausbruch

Der Professor für Physik an der Universität Murcia, Antonio Guirao, hat Rechenmodelle entwickelt, die die Entwicklung der Coronavirus-Pandemie voraussagen und dabei helfen sollen, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Die Pandemie sei unter Kontrolle vor allem wegen des Lockdowns, Wenn jetzt die Maßnahmen gelockert werden und die Abstands- und Hygieneregeln nicht eingehalten werden, könnte es Anfang Juni wieder einen Ausbruch geben mit vielen Infizierten, die erneut strenge Beschränkungen erfordern würden, so Guirao.

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