Krankenpfleger in Schutzmontur auf der Intensivstation des Krankenhauses Rafael Mendez in Lorca.
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Coronavirus in Murcia: Die Intensivstation des Krankenhauses in Lorca wurde um zwei Boxen erweitert.

Scharfe Corona-Maßnahmen in Murcia

Coronavirus in Murcia: Endlich Licht am Ende des Tunnels? - Updates

  • vonSandra Gyurasits
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Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie ergreift die Region Murcia mit die härtesten Maßnahmen in Spanien. 1,5 Millionen Einwohner dürfen ihre Gemeinden nur ausnahmsweise verlassen und müssen um 23 Uhr zu Hause sein. Bars und Restaurants sind geschlossen. Die Beschränkungen zeigen erste Wirkungen.

  • Die Zahl der Neuinfektionen in der Region Murcia steigen nicht mehr. Der Landesgesundheitsminister spricht von einem kleinen Licht am Ende des Tunnels.
  • Die Region Murcia verhängt die Restriktionen im Kampf gegen die Corona-Pandemie.
  • Maßnahmen gegen die Coronavirus-Ausbreitung: Abriegelung der Region und ihrer 45 Gemeinden sowie Ausgangssperre von 23 bis 6 Uhr.
  • Wenn sich die Lage nicht schnell bessert, könnte das Gesundheitssystem Ende November zusammenbrechen.

Update, 19. November: Die Kurve der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in der Region Murcia flacht seit mehreren Tagen ab. Auch wenn die Zahl von 423 Neuansteckungen an einem Tag noch sehr hoch ist, liegt sie unter den Rekordwerten der zweiten Corona-Welle. Der Prozentsatz der positiven Tests ist unter zehn Prozent gesunken. Bei fünf Prozent gilt die Pandemie nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO als kontrollierbar. Die Situation hat sich in fast allen Gemeinden verbessert, bis auf Yecla mit 51 Neuinfektionen an einem Tag. Auch in Lorca wurde mit 53 Fällen wieder ein leichter Anstieg verzeichnet.

Dennoch starben acht Menschen wegen Covid-19. Damit steigt die Todeszahl auf 510 seit Ausbruch der Pandemie. Vielversprechend sind dagegen die Daten aus den Krankenhäusern. Die Zahl der Covid-19- Patienten ist um 19 gesunken. Derzeit werden 598 behandelt, 106 auf den Intensivstationen.

RegionMurcia
Fläche11.313 km²
Bevölkerung1,488 Millionen (2019)
LandSpanien
SehenswürdigkeitenLa Manga del Mar Menor, Cabo de Palos
HochschulenUniversität Murcia, Universidad Católica San Antonio de Murcia

Aktuelle Daten und Entwicklungen zum Coronavirus in ganz Spanien.

Aktuelle Daten zum Coronavirus in Andalusien.

Aktuelle Daten zum Coronavirus an der Costa Blanca.

Update, 13. November: Der Landesgesundheitsminister von Murcia Manuel Villegas (PP) sieht in der Coronavirus-Krise ein kleines Licht am Ende des Tunnels. Zwar wurden 808 Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert. Dennoch stellt die Zahl im Verhältnis zu den durchgeführten Tests einen leichten Rückgang dar. Zwei Wochen nachdem die strengen Beschränkungen wie nächtliche Ausgangssperre , Abriegelung der Gemeidnen und die Schließung aller Bars und Restaurants in Kraft getreten sind, steige die Kurve der Neuinfektionen nicht mehr an, sondern flache ab. Villegas hofft auf einen weiteren Rückgang in der nächsten Woche.

Dennoch werde sich der Effekt erst in einer oder zwei Wochen in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen bemerkbar machen. Derzeit befinden sich 632 Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern, 102 werden auf den Intensivstationen behandelt, so viele wie seit Ausbruch der Pandemie nicht. Insgesamt starben bisher in der Region Murcia 447 Menschen wegen Covid-19, 274 während der zweiten Welle.

Coronavirus-Krise in Murcia: Strenge Beschränkungen um weitere 14 Tage verlängert

Update, 9. November: Die Landesregierung von Murcia hat die Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronavirus-Krise um 14 Tage verlängert. Die Abriegelung der Region und ihrer 45 Gemeinden sowie die Ausgangssperre von 23 bis 6 Uhr gelten bis mindestens 22. November. Auch die Restriktion, dass sich nicht mehr als sechs Personen treffen dürfen, bleibt bestehen.

Zur Begründung hieß es, dass sich die Lage erheblich verschlechtert habe. Die Infektionsrate pro 100.000 Einwohner liege bei 778 beim Stand vom 6. November und damit deutlich über dem von der Zentralregierung ausgegebenen Schwellenwert von 500 pro 100.000 Einwohner in 14 Tagen. Sollte sich nicht unmittelbar ein Rückgang der Infektionszahlen einstellen, könne das Gesundheitssystem Ende November zusammenbrechen, hieß es. Am Sonntag, 8. November, wurden 406 Todesfälle wegen Covid-19 seit Ausbruch der Pandemie gezählt. 593 Patienten werden in den Krankenhäusern behandelt, 98 auf den Intensivstationen.

Coronavirus in Murcia: Trauriger Rekord von 16 Covid-19-Toten an einem Tag

Update, 5. November: Kurz bevor mit der Schließung aller Bars und Restaurants in der Region Murcia eine weitere drastische Maßnahme zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie in Kraft tritt, erreicht die Zahl der Covid-19-Toten einen neuen traurigen Rekordwert. In den vergangenen 24 Stunden starben 16 Patienten, so viel wie seit Ausbruch der Pandemie nicht. Damit steigt die Zahl der Covid-19-Toten auf insgesamt 378 in der Region, wie das Landesgesundheitsministerium meldete.

Zudem wurden 835 Neuinfektionen an einem Tag registriert. In Murcia wurden 285 Fälle festgestellt, gefolgt von Cartagena mit 66, Lorca mit 22, San Javier mit 13, Mazarrón mit zwölf und San Pedro del Pinatar mit elf. Derzeit werden 593 Patienten wegen Covid-19 in den Krankenhäusern behandelt, 98 auf der Intensivstation. Die beiden Krankenhäuser in Murcia Reina Sofía und Morales Meseguer befinden sich in einer „kritischen Situation“, wie Gesundheitsminister Manuel Villegas (PP) bekannt gab. Alle nicht überlebenswichtigen Aktivitäten wurden eingestellt.

Update, 2. November: Das Landesgesundheitsministerium der Region Murcia meldet einen neuen Negativ-Rekord. An einem Tag starben zwölf Patienten wegen Covid-19, so viele wie seit Ausbruch der Pandemie nicht. Das jüngste Opfer war 56 Jahre alt, das älteste 95. Insgesamt starben in der Region Murcia bisher 339 Menschen wegen Covid-19. Von den 117 Betten auf den Intensivstationen sind allein 100 mit Covid-19-Patienten belegt. Hinzu kommen Patienten, die sich wegen anderer Krankheiten in kritischem Zustand befinden. 

Coronavirus in Murcia: Infektionsrate in der Region erreicht Höchstwert seit Ausbruch der Pandemie

Update, 31. Oktober: Schwarzer Tag und Negativ-Rekord in der Region Murcia: Das Landesgesundheitsministerium meldet 903 neue Infektionen mit dem Coronavirus und elf Todesfälle an einem Tag. Sechs Männer und vier Frauen im Alter von 53 bis 69 Jahren starben wegen Covid-19. Damit ist die höchste Zahl der ersten Corona-Welle in der Region erreicht. Insgesamt starben seit Ausbruch der Pandemie 326 Patienten.

Derzeit werden 516 Covid-Patienten in den Krankenhäusern der Region behandelt, 98 kämpfen auf den Intensivstationen ums Überleben. Spitzenreiter bei den Neuansteckungen ist wie gehabt Murcia mit 300 Fällen, gefolgt von Cartagena mit 64, Lorca mit 38, San Javier mit 37, San Pedro del Pinatar mit 21, Mazarrón mit zwölf und Águilas mit fünf.

Coronavirus in der Region Murcia: Besorgniserregende Rate von 673 Fällen pro 100.000 Einwohnern

Update, 30. Oktober: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in der Region Murcia steigt weiter. Am Donnerstag, 29. Oktober, wurden 794 neue Ansteckungen und sechs Todesfälle an einem Tag registriert, wie das Landesgesundheitsministerium bekannt gab. Insgesamt sind seit Ausbruch der Pandemie 315 Menschen wegen Covid-19 gestorben.

Die Infektionsrate liegt bei 673 Fällen pro 100.000 Einwohner, ein „steigender und besorgniserregender Wert“, wie der Sprecher des Komitees zur Corona-Bekämpfung Jaime Pérez sagte. Als möglichen Grund nannte er den Rückgang der Temperaturen. Die Menschen würden sich öfter in geschlossenen Räumen treffen, was die Ausbreitung begünstige.

Spitzenreiter bei den Neuinfektionen ist Murcia mit 233 Fällen, gefolgt von Molina de Segura mit 50, San Javier mit 46, Cartagena mit 42, Los Alcázares und San Pedro del Pinatar mit je 13, Lorca mit elf und La Unión mit fünf Fällen. Auch die Krankenhauseinweisungen steigen Tag für Tag. Derzeit werden 514 Covid-19-Patienten behandelt, 89 kämpfen auf Intensivstationen gegen das Virus.

Coronavirus in der Region Murcia: 1,5 Millionen Menschen dürfen ihre Gemeinden nicht verlassen

Murcia – Die Landesregierung von Murcia riegelt die Region ab. 1,5 Millionen Einwohner dürfen ihre Gemeinden, in denen sie leben, nur mit Genehmigung  verlassen. Das gleiche gilt für Besucher. Die Maßnahme zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie tritt Donnerstagnacht, 29. Oktober, um 24 Uhr in Kraft und dauert zunächst 14 Tage. Ausnahmen sind die Fahrt zur Arbeit, zur Schule, zur Bank, zum Artzt, die Betreuung pflegebedürftiger Personen oder die Erledigung dringender bürokratischer Angelegenheiten.

Mit den strengen Beschränkungen soll verhindert werden, dass es zu Halloween und am Allerheiligentag am 1. November zu Ausflügen, Feiern und Zusammentreffen mit vielen Menschen und damit zur weiteren Verbreitung des Virus kommt.  Murcia ist damit gemeinsam mit dem Baskenland die Region, die den härtesten Shutdown in Spanien durchzieht. Angesichts der alarmierenden Situation mit Krankenhäusern und Intensivstationen am Limit seien einschneidende Maßnahmen notwendig, rechtfertigte Murcias Landesministerpräsident Fernando López Miras (PP) die Entscheidungen.

Coronavirus in Murcia: Nächtliche Ausgangssperre von 23 bis 6 Uhr

Murcias Landesministerpräsident Fernando López Miras (PP) verkündet die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Ausbreitung:

Zudem gilt in der Region Murcia eine nächtliche Ausgangssperre von 23 bis 6 Uhr. Restaurants und Bars dürfen nach 22 Uhr keine Gäste mehr empfangen. Derzeit befinden sich zehn Gemeinden der Region in Phase 1 des Deeskalationsplans zur Bekämpfung der Pandemie, Totana, Torre Pacheco, Archena, Beniel, Bullas, Ceutí, Cieza, Lorquí, Fortuna und Abanilla. In diesen Gemeinden sind die Innenräume der Bars und Restaurants geschlossen, im Rest der Region sind sie bis zur Sperrstunde geöffnet.

Die Bürgermeister der drei größten Städte Murcia, Cartagena und Lorca unsterstützen die Restriktionen der Landesregierung. Es sei der Moment gekommen, erneut Opfer zu bringen, sagte der Bürgermeister von Lorca, Diego José Mateos (PSOE). In Lorca waren die Fallzahlen derart in die Höhe geschossen, so dass die Stadt über einen Monat lang vom 15. September bis zum 19. Oktober in die Phase 1 geschickt wurde. Erst langsam ging die Zahl der Neuansteckungen zurück und Lorca konnte in die „neue Normalität“ zurückkehren.

Coronavirus in Murcia: Gesundheitssystem steuert Zusammenbruch entgegen

Die derzeitige Situation in der Region Murcia ist jedoch dramatisch. Am 29. Oktober meldete das Landesgesundheitsministerium 911 Neuansteckungen und drei Todesfälle an einem Tag. Die Zahl der Covid-19-Toten ist damit auf 303 gestiegen. Besorgniserregend sind die zunehmende Zahl von Einweisungen ins Krankenhaus. Inzwischen werden 500 Patienten in den Krankenhäusern der Region behandelt, 87 kämpfen auf den Intensivstationen gegen das Coronavirus.

Das Gesundheitsamt der Region Murcia erklärt, was zu tun ist, wenn jemand glaubt, er könnte sich mit Sars-CoV-2 angesteckt haben:

Wenn die Ansteckungsrate weiterhin diesem Rhythmus folge, drohe in Kürze der Zusammenbruch des Gesundheitssystems, sagte der Sprecher des Covid-19-Komitees der Region Murcia, Jaime Pérez. Um den Kollaps zu verhindern, werden in den Krankenhäusern die eigenen Sport- und Physiotherapieräume in Covid-19-Stationen umgewandelt und Betten und Sauerstoffanschlüsse bereitgestellt.

75 Prozent der Neuinfektionen seien auf private Treffen und Feiern von Freunden und Familien zurückzuführen, sagte Pérez und appellierte an das Verantwortungsbewusstsein der Bevölkerung. Er empfahl dringend, Halloween-Partys in diesem Jahr ausfallen zu lassen, Feste wie Hochzeiten zu verschieben, Ansammlungen zu vermeiden und soziale Kontakte einzuschränken.

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