Rettungsschwimmer in Corona-Zeiten

Coronavirus-Gefahr am Strand: Im Notfall keine Mund-zu-Mund-Beatmung

  • vonSandra Gyurasits
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Am kommenden Wochenende beziehen die ersten Rettungsschwimmer ihre Wachtürme an den spanischen Stränden. Sie sollten immer Taucherbrille, Mundschutz und Beatmungsbeutel dabeihaben.

  • Ab 6. Juni werden in der Region Murcia die ersten Strände bewacht.
  • Der spanische Verband der Seenotrettung aktualisiert ein Protokoll zum Vorgehen in Corona-Zeiten.
  • Rettungsschwimmer versorgen keine Quallen-Verletzungen mehr.

Murcia – Die Rettungsschwimmer an den Stränden von Spaniens Küste haben es nicht leicht in diesem Sommer. Wie sollen sie einen in Not geratenen Menschen aus dem Wasser holen und im schlimmsten Fall wiederbeleben? Mit Mund-zu-Mund-Beatmung in Zeiten, in denen das Coronavirus noch längst nicht verschwunden ist?

In diesem Sommer müssen Rettungsschwimmer Mundschutz und Taucherbrille dabei haben.

Der spanische Verband der Seenotrettung RFESS sagt nein und empfiehlt stattdessen, neben der Herzmassage Beatmungsbeutel zu verwenden, mit denen über eine Maske Luft in die Lunge des Patienten gepumpt wird. Auf diese Weise werde der Rettungsschwimmer vor einer möglichen Ansteckung mit Sars-CoV-2 geschützt, falls sich der Betroffene während der Reanimation übergibt. So steht es in einem aktualisierten Protokoll des RFESS zum Vorgehen der Seenotretter in Covid-19-Zeiten. Der Verband empfiehlt, jeden Strandbesucher als möglichen Infizierten anzusehen und entsprechend vorsichtig zu handeln.

Coronavirus am Strand: Rettungschwimmer in Schutzmontur

Zu den empfohlenen Handlungen zählt unter anderem auch, dem zu behandelnden Badegast wenn möglich zuvor eine Mundschutzmaske anzulegen. Neu ist zudem, dass die Rettungsschwimmer keine Verletzungen mehr versorgen, die durch Berührungen mit Feuerquallen verursacht wurden. Die Betroffenen müssen das nächstgelegene Gesundheitszentrum aufsuchen. Ein benutzter Defibrillator muss selbstredend nach der Anwendung desinfiziert werden. Angehörigen und Familienmitgliedern ist das Betreten der Wachstation verboten, wenn es sich nicht um ein minderjähriges Opfer handelt.

Die Rettungsschimmer sind angehalten, im Notfall selbst Schutzkleidung anzulegen. Die Strandbesucher müssen sich in diesem Sommer an den Anblick von Rettungsschwimmern mit Atemmasken, Taucherbrillen und einem Rucksack mit Desinfektionsmittel gewöhnen, sagte der Chef des Zivilschutzes von San Pedro del Pinatar in der Region Murcia, Vicente Salas, gegenüber der Zeitung „La Opinión“. Entsprechend müssen die Strandwächter in Vorbereitungskursen geschult werden.

In einem Kurs wird gezeigt, wie der Beatmungsbeutel eingesetzt wird.

Rettungsschwimmer beziehen ab 6. Juni erste Posten: Keine einfache Aufgabe

Viel Zeit bleibt nicht mehr. Die ersten Rettungsschwimmer beziehen ihre Posten bereits am kommenden Wochenende. In Águilas werden ab dem 6. Juni fünf der insgesamt 13 Wachtürme besetzt, der Rest folgt am 1. Juli. Insgesamt stehen 56 Rettungsschwimmer bereit. Auch in Mazarrón nehmen die Strandwächter ab 6. Juni ihre Arbeit nach und nach auf zunächst in Rihuete, La Rella, Castellar und Bolnuevo. An der Küste von Cartagena werden 26 Buchten bewacht, neu hinzugekommen sind Chapineta in La Azohía und Corral in Isla Plana.

Ob alle Rettungsschwimmer mit dem entsprechenden Material, wie zum Beispiel Beatmungsbeutel oder Gesichtsschutz, ausgestattet sein werden, ist allerdings nicht gesichert, wie Antonio Rubio zugibt, der Direktor des privaten Unternehmens Mediterranean Rescue, das für die Bewachung der Strände in Cartagena zuständig ist.

Rubriklistenbild: © Felipe G. Pagán/Rathaus Cartagena

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