Corona-Welle in Almería und Murcia

Coronavirus in Almería und Murcia: Wie zwei Superspreader die zweite Welle auslösen

  • vonSandra Gyurasits
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Das Coronavirus breitet sich weiter aus und bedroht Touristenorte an der Küste von Almería und Murcia. Schuld daran sind Ausbrüche in Diskotheken und landwirtschaftlichen Betrieben. Zwei Superspreader Beispiele sind Mojácar und Mazarrón.

Die Diskothek Mandala in Mojácar Playa wurde wegen des Anstiegs der Coronavirusfälle vorerst geschlossen.
  • Corona bremst das Nachtleben in dem Touristenort Mojácar.
  • Drei Diskotheken wurden geschlossen, nachdem 68 Angestellte und Besucher positiv auf das Coronavirus getestet wurden.
  • In Mazarrón ist das Coronavirus in einem Landwirtschaftsbetrieb ausgberochen mit bisher 53 Infizierten.

Murcia/Almería - Die Zahlen der Neuinfizierten mit dem Coronavirus schnellen weiterhin in die Höhe. Als Superspreader-Events gelten das ausschweifende Nachtleben und landwirtschaftliche Betriebe. In der Provinz Almería und der Region Murcia gibt es zwei Beispiele dafür.

MojácarKüstenstadt in der Provinz Almeria in Südspanien
Höhe152 Meter
Fläche72 Quadratkilometer
ProvinzAlmeria
Bevölkerung6.301 (2018) (Instituto Nacional de Estadística)

Mojácar Playa in Almería ist bereits seit Jahren als sommerliche Party-Hochburg bei jungen Leuten beliebt. Zwar lief die Feierwut zwischenzeitlich aus dem Ruder, doch das Rathaus steuerte mit strengen Maßnahmen und Verhaltensregeln recht erfolgreich dagegen. Familien- und Feierurlaub waren in Mojácar offenbar wieder vereinbar.

Coronavirus-Welle in Mojácar ausgelöst in Diskotheken: 68 Neuinfiizierte bis jetzt

Doch nun gerät Mojácars Nachtleben wieder in die Schlagzeilen als Infektionsherd für das Coronavirus. Die Bilanz bis jetzt: 68 Neuinfizierte und drei geschlossene Diskotheken. Am 31. Juli gab die Junta de Andalucía bekannt, dass mehrere Angestellte der Diskotheken Mandala Beach und Moma in Mojácar Playa positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Zuvor hatte das Rathaus von Écija in der Provinz Sevilla das Landesgesundheitsministerium informiert, dass vier junge Leute einige Tage in Mojácar verbracht hätten und danach zu Hause positiv getestet wurden. Die Junta appelliert an die Jugend, verantwortungsbewusst zu handeln.

Die Junta ordnete am 31. Juli die Schließung der Lokale Mandala und Moma an. Doch dabei blieb es nicht. Die Suche nach Kontaktpersonen und vermehrte Tests ließen die Zahl der Infizierten zwischenzeitlich auf 32 steigen. Betroffen ist auch das Lokal Lua, das freiwillig schloss.

Coronavirus-Welle aus Mojácar schwappt auch in die Nachbargemeinde

Am 4. August startete das Landesgesundheitsministerium massive PCR-Tests. Zunächst hieß es, Besucher, die in der Zeit vom 24. bis 30. Juli in einer der drei Diskotheken Mandala Beach, Moma und Lua waren, sind aufgerufen, sich testen zu lassen. Nach 950 Tests und 68 positiven Ergebnisse wurde der Zeitraum auf den 22. bis 31. Juli erweitert. Die PCR-Tests werden in einer Autostation auf dem Fußballplatz La Mata durchgeführt.

Auch die Nachbargemeinden von Mojácar sind betroffen. Das Rathaus von Garrucha meldete sieben Neuinfizierte, die direkt mit den Diskotheken in Verbindung gebracht werden. Am 5. August bestätigte das Rathaus von Turre sechs positive Fälle, die ebenfalls auf einen Besuch in den Diskos in Mojácar zurückzuführen sein könnten. Die Folgen sind spürbar. Die Gemeinden haben vorsichtshalber kulturelle und sportliche Veranstaltungen für die Monat August abgesagt, Spielplätze, Sportstätten und öffentliche Parks geschlossen.

Infektionsherd Landwirtschaft: Obst- und Gemüsebetriebe in der Region Murcia bergen ein Ansteckungsrisiko.

Coronavirus-Verbreitung in der Region Murcia: Mazarrón als Beispiel für Superverbreiter Landwirtschaft

Das Beispiel für den Superverbreiter Landwirtschaft ist Mazarrón in der Region Murcia. Nachdem bei zwölf Arbeitern aus dem Betrieb Susaña eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt worden war, ordnete das Landesgesundheitsministerium von Murcia am 31. Juli die vorübergehende Schließung an.

Die Zahl der Neuinfektionen nahm jedoch weiter zu. Bisher wurden 53 Arbeiter positiv getestet, das entspricht 76 Prozent der gesamten Belegschaft. Insgesamt sind in Mazarrón derzeit um die 80 Fälle registriert.

Coronavirus-Welle bedroht Tourismus: Bürgermeister von Mazarrón und Mojácar um Schadenbegrenzung bemüht

Der Landesgesundheitsminister Manuel Villegas (PP) hatte zwischenzeitlich angedroht, eine teilweise Ausgangssperre in Mazarrón zu verhängen mit Folgen für die touristische Gemeinde. Eine Flut von Stornierungen erreichte die Hotels, Ferienanlagen und Campingplätze. Letztlich verzichtete die Landesregierung auf die drastische Maßnahme, was den Ärger bei Bürgermeister Gaspar Miras (PSOE) aber nicht schmälerte.

Sowohl Miras als auch seine Amtskollegin von Mojácar Rosa Cano (PP) sind um Schadenbegrenzung bemüht. Miras versicherte, dass der Ausbruch in Mazarrón auf das Unternehmen begrenzt und unter Korntrolle sei. Der Tourismus in Puerto de Mazarrón sei nicht betroffen und die Urlauber sicher. Auch Cano versicherte, dass die Quarantäne der Infizierten in Mojácar kontrolliert werde. Es werde für die Betroffenen eingekauft, zur Apotheke gegangen oder der Müll rausgebracht. Es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung, so Cano.

Rubriklistenbild: © Sandra Gyurasits/Archiv

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