Blick vom Cabo Cope aus auf die Küste Marina de Cope in Águilas.
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Natur pur an der Costa Cálida: Unverstellter Blick auf die Küste von Águilas.

Immer an der Küste entlang

Natur pur an der Costa Cálida: An der Küste von Águilas von Bucht zu Bucht

Kaum zu glauben, aber die Küste von Águilas und Lorca ist fast unberührt. Die Wanderung führt von Traumbucht zu Traumbucht. Kein Luxus-Resort, keine Shoppingmeile oder Hochhäuser stören das Bild.

Ein Ausflustipp von Kerstin Bowitz

Águilas - Landschaft und Natur erkunden und dabei in ein bisschen Geschichte eintauchen: Der Regionalpark Cabo Cope y Puntas de Calnegre, der sich von Águilas nach Lorca an der Costa Cálida erstreckt, hat insbesondere für Naturliebhaber und Wanderer einiges zu bieten. Hierzu zählt eine Vielzahl interessanter Naturlehrpfade, die das Tourismusbüro von Águilas ausgearbeitet hat und in Informationsbroschüren für Interessierte zur Verfügung stellt.

Águilas
Höhe21 m
Fläche251,8 km²
Bevölkerung35.031 (2018) Instituto Nacional de Estadística
ProvinzMurcia
Nächster FlughafenMurcia

Dieses Netz aus Wanderwegen nennt sich „Red de Senderos Naturales de Águilas“ und ist zudem anschaulich auf der Internetseite abrufbar. Eine der spektakulärsten Touren ist der Wanderweg GR-92 „Sendero del Mediterraneo“, der an der gesamten Mittelmeerküste in Spanien verläuft. In Águilas beginnt der GR-92 am Strand von Calarreona und führt durch die Innenstadt und weiter in Richtung Calabardina und Cabo Cope. Hier startet unser eigentlicher Ausflugstipp, der sich immer entlang der Küste des Regionalparks Cabo Cope y Puntas de Calnegre orientiert.

Natur pur an der Costa Cálida erleben: Spazieren und entdecken direkt am Meeresufer entlang

Los geht’s am Turm Torre de Cope am Fuße des Hügels Cabo Cope, der nur wenige Kilometer hinter dem Dorf Calabardina direkt am Ufer thront. Die Ursprünge des einst militärischen Bauwerks gehen bis ins Jahr 1531 zurück. Denn der Turm diente über drei Jahrhunderte dem Schutz der Küste, wo Berberpiraten, türkische Korsaren und Mauren zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert immer wieder Verwüstungen anrichteten, um diesen Landstrich zu erobern. Vor einigen Jahren war es sogar noch möglich, den Torre zu erklimmen, leider ist er heute umzäunt, um ihn vor Vandalismus zu schützen.

Wer sich nun in Richtung Norden auf dem ausgeschilderten Pfad GR-92 hält, wandert fast immer entlang des Meeresufers im Areal des rund 2.600 Hektar großen Naturparks, der sich über die beiden Gemeinden Lorca und Águilas erstreckt. Die 17 Kilometer lange Route verläuft bis hin zum Strandabschnitt Puntas de Calnegre im Nordosten des Parks. Dieser verdankt seinen Namen den schwarzen Felsen, die ihn umgeben. Bei dieser Tour entdeckt der Ausflügler einen der letzten erhaltenen Naturräume der Mittelmeerküste Spaniens. Seine ökologische und landschaftliche Einzigartigkeit zeichnet sich aus durch Salzwiesen, fossile Dünen, bizarre Felsen, kleinere Klippen und menschenleere Buchten, umrahmt von überwältigender mediterraner Berglandschaft.

Natur pur an der Costa Cálida erleben:  Die Küste von Águilas und Lorca hat auch eine Schatzkammer der Arten zu bieten

Es ist ratsam ein Fahrzeug für die Rückfahrt am Strandabschnitt Puntas de Calnegre zu parken. Die Strecke zurück zum Ausgangspunkt führt über eine kurvenreiche Landstraße in schwindelnder Höhe um den Kamm Lomo de Bas und bietet spektakuläre Ausblicke auf das Meer und die umliegende Landschaft. Zurück zur Wanderroute: Diese verläuft anfangs noch auf einer asphaltierten Straße und später auf schmalen Schotterwegen entlang der Strandabschnitte Punta del Sombrerico, Punta del Charco, Rambla de los Pinares, Rambla Elena, Playa del Pocico del Animal, Playa del Saladar, Cala de los Abejorros, Cala de las Pulgas, Playa de la Galera, Playa Larga und Cuevas y Cala Blanca.

Letztere ist eine von Sandsteinklippen umrahmte Bucht, fast majestätisch. Kuriose Höhlen, die früher Zufluchtsort der Fischer waren, sowie das türkisfarbene Wasser machen diesen einsamen Strand zu einem Ort, die man mit Recht als eines der letzten Paradiese der Region Murcia bezeichnen kann. Übrigens kann man Cala Blanca auch mit dem PKW auf einer asphaltierten Strecke anfahren. Hierzu richtet man sich auf der Landstraße RM-D20 ab Marina de Cope in Richtung El Cantar und weiter immer in Richtung Meer hinunter.

Natur pur an der Costa Cálida erleben:  Auf Paco Rabals Spuren, dem berühmtesten Bewohner von Águilas

Der Wanderweg ist selbstverständlich um einiges interessanter. Unterwegs trifft der Ausflügler auf kleine flache vorgelagerte Inseln, die ein perfekter Beobachtungspunkt für seltene Vögel sind. Nächste Station ist die Playa de los Hierros und Cala de Ciscar und nach einigen Kilometern ist schließlich die Playa del Siscal erreicht. Nun folgen die Playa Baño de las Mujeres, der Chiringuito El Lios mit Blick auf die traumhafte Bucht Cala del Calnegre und schlussendlich die Playa de Calnegre, wo die Tour endet. Ein idealer Abschluss der Tour ist der Genuss von köstlichem Reis mit Tintenfisch direkt am Strand mit Blick aufs kristallklare Mittelmeer.

Natur pur an der Costa Cálida: die Playa de Calnegre an der Küste von Lorca.

Während der Wanderung gibt es neben der einzigartigen Landschaft an beschriebenem Fleck zudem eine große Artenvielfalt zu entdecken. In erster Linie sind viele Vögel zu beobachten. Der Küstenstreifen ist auch Heimat einiger Raubvögel. Hierzu zählen unter anderem Wanderfalken, Habichte oder Uhus. Aber auch gefiederte Freunde aus dem Landesinneren wie die Lerche und das Schwarzkehlchen sind hier vertreten.

Natur pur an der Costa Cálida erleben:  Zuhause bei Schildkröte, Perleidechse und Fransenfinger

Ganz wichtig ist zudem die Schildkrötenpopulation im Naturpark. Insbesondere die geschützte Maurische Landschildkröte sowie Laufkröten und einige andere Reptilienarten wie der Iberische Walzenskink, die Perleidechse oder der Europäische Fransenfinger kriechen durch die Landschaft. Zu den Säugetieren, die den Park bewohnen, gehören der Fuchs, das Kaninchen und das Wildschwein.

Wer diesen Küstenabschnitt und die einzelnen Buchten lieber mit dem Auto entdecken möchte, kann sogar über verschiedene Pisten ab dem Torre de Cope in Richtung Norden bis kurz vor die Playa Cala Blanca fahren. Aber Vorsicht: Die Wegstrecken sind sehr uneben und führen nicht über asphaltierte Straßen. Wer diese bevorzugt, der sollte unbedingt noch einen kleinen Abstecher in das 30-Seelen-Dorf Cuesta de Gos machen. Die Ortschaft hat sogar einen besonderen internationalen Status. Denn sie ist die Geburtsstätte des bekannten Schauspielers Francisco Rabal – besser bekannt als Paco Rabal. Der am 8. März 1926 geborene Darsteller verbrachte hier eine unbeschwerte Kindheit, brach jedoch während des Spanischen Bürgerkrieges in die Hauptstadt Madrid auf, wo seine Karriere begann. Seinen internationalen Bekanntheitsgrad erreichte Rabal mit der mexikanischen Filmproduktion Nazarín von Luis Buñuel im Jahr 1959. Insgesamt wirkte der im Jahr 2001 verstorbene Águileño in mehr als 200 Filmen mit.

Der berühmteste Einwohner von Águilas: der Schauspieler Franciso Rabal, der 2001 starb.

Natur pur an der Costa Cálida erleben:  der größte Mandelbaum und ein seltener Apfelbaum

Es versteht sich von selbst, dass sein Andenken in Form einer lebensgroßen Bronzefigur nun genau in dieser Ortschaft mit seiner Bergbautradition zu finden ist. Neben der Kapelle und unter einem alten Mandelbaum sitzt er nun ganz entspannt mit Blick auf den Horizont, in Richtung der Hänge, die die Minen und die Anlagen aus Zeiten des Bergbaus beherbergten. Wer nun mag, überquert die Schlucht der Cuesta de Gos und besichtigt das kleine Dorf, dessen Charakterbild eine Ansammlung von Bauernhöfen, Wochenend- und Ferienhäusern formt.

Hier startet übrigens ein weiterer interessanter Wanderweg, der „Sendero Cuesta de Gos – Los Mayorales“. Um diesen zu beschreiten ist der Beschilderung PR-MU 117 zu folgen. Mit etwas Glück entdeckt man noch weitere Protagonisten. Hierzu zählen der „Arból Monumental“ der Región Murcia. Dabei handelt es sich um Europas größten Mandelbaum, der mit einer Höhe von acht Metern und einem Durchmesser von vier Metern aufwartet, sowie eine gigantische Zirbelkiefer, ein beeindruckender Eukalyptusbaum und mehrere Johannisbrotbäume. Zudem findet sich hier eine endemische Baumart, der „Manzano de la Cuesta de Gos“ oder Trockenland-Apfelbaum, ein kleiner Apfelbaum, dessen Frucht ein zarter süßer Apfel ist, den diese Variante zweimal im Jahr trägt, was sie zu einer Rarität innerhalb der Apfelbäume macht.

Natur pur an der Costa Cálida erleben:  Die Königin im Bergbau

Romantischer Blick in die Bergbaugeschichte von Águilas: die alte Verladerampe in Hornillo.

Wie vorab bereits erwähnt, war die Bergbautätigkeit in der Cuesta de Gos eine der wichtigsten Aktivitäten der gesamten Umgebung. Sie brachte zahlreiche Arbeitsplätze mit sich und noch heute kann man hier die Ruinen eines Bergwerks finden. Im 19. Jahrhundert wurde Erz abgebaut und mit Waggons über Schienen bis zum Embarcadero del Hornillo in die Stadt Águilas transportiert. Von dort wurde das Material in alle Welt verschifft.

Die Verladerampe ist übrigens heute eine touristisch interessante Sehenswürdigkeit und steht den Besuchern offen. Sie befindet sich im gleichnamigen Stadtteil El Hornillo und wurde zu einer Promenade umgebaut. Einer der Ladetunnel dient zudem als Museum und zeigt Fotografien der Bergbautradition aus den Jahren 1904 bis 1973.

Natur pur an der Costa Cálida erleben:  Besonders schön zur Mandelblüte

Die Weiterfahrt mit dem PKW führt nun über eine sehr schmale und kurvenreiche Landstraße, der RM-D13. Vorbei an Oliven-, Mandel-, Feigen- und Orangenbäumen entdeckt der Ausflügler vor allem eine atemberaubende Bergwelt. Rechts und links kann einem schon einmal schwindelig werden, wenn die Straße so ganz ohne Leitplanken plötzlich steil abfällt.

Sehr empfehlenswert ist diese Strecke übrigens auch während der Mandelblüte im Februar und März, dann wenn alles in strahlendem weiß und in rosa leuchtet. Die RM-D13 endet schließlich auf der Schnellstraße RM-11 Lorca-Águilas, wo die Tour abschließt.

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