Camping an der Costa Cálida

Camper an der Costa Cálida: Ansturm in Cartagena befürchtet 

  • vonSandra Gyurasits
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Die Costa Cálida in Spanien ist bei Campern eine feste Adresse. In diesem Sommer könnte es zu einem Ansturm kommen. Viele Urlauber steigen wegen Corona lieber aufs Wohnmobil um.

  • An der Costa Cálida befürchten Bewohner des kleinen Fischerdorfes Azohia in Cartagena von Wohnmobilen überrollt zu werden.
  • Camping ist gefragter denn je. Vermieter von Wohnmobilen in der Region Murcia haben bereits 80 Prozent ihrer Flotte für Juli und August vermietet.
  • Anwohner von La Azohía in Cartagena fordern, reguläre Stellplätze für Camper einzurichten.

Cartagena - Camping an der Costa Cálida ist gefragt wie nie. Die Bewohner des kleinen Fischerortes La Azohía in Cartagena sind alarmiert. Sie befürchten, dass es in diesem Sommer wieder zu einer Ansammlung von Wildcampern kommen könnte, die ihre Fahrzeuge direkt am Strand La Chapineta abstellen, ihr Schmutzwasser illegal entsorgen, Wasser aus den Strandduschen entnehmen und Elektrizität abzapfen.

La AzohíaFischerdorf
LageKüste von Cartagena am Cabo Tiñoso
Einwohner450
SehenswürdigkeitWachturm Santa Elena aus dem 16. Jahrhundert
AktivitätenTauchen, Angeln, Wandern

Einen kleinen Vorgeschmack bekamen die Bewohner von La Azohía an der Costa Cálida erst kürzlich, als sie rund 50 Wohnmobile zählten und die Polizei riefen, um Zustände wie in den vergangenen Jahren zu vermeiden. 2019 registrierte die Polizei um die 200 Wildcamper an der Küste von Cartagena. Sie zum Weiterfahren aufzufordern oder Strafen zu verhängen, ist eine komplizierte Angelegenheit.

Camping an der Costa Cálida: Spanien-Urlauber steigen um auf Wohnmobile

Stehen die Wohnmobile in einem Trockenflussbett, ist das Wasserwirtschaftsamt des Segura (CHS) zuständig, haben es sich die Camper am Strand an der Costa Cálida bequem gemacht, ist die Küstenbehörde verantwortlich, befinden sie sich auf einem Grundstück der Stadt, muss das Rathaus von Cartagena einschreiten. Steht der Camper auf einem privaten Gelände und der Eigentümer ist nicht anwesend, kann die Polizei nichts machen.

In La Azohía in Cartagena an der Costa Cálida reihen sich die Wohnmobile wie am Schnürchen aneinander.

Die Sorge, dass es in diesem Jahr wieder zu einem Ansturm von Wildcampern an der Costa Cálida kommen könnte, ist nicht unbegründet. Wegen der Coronavirus-Krise und der geltenden Sicherheitsvorschriften sind viele Urlauber auf das Wohnmobil umgestiegen. Die Vermieter von Karawanen haben einem Bericht der Zeitung „La Verdad“ zufolge bereits 80 Prozent ihrer gesamten Camping-Flotte für Juli und August vermietet.

Stellplätze für Camper an der Costa Cálida gefordert, um das Problem zu lösen

Die Oppositionspartei Unidos Podemos-IU-Equo hat eine Lösung für das Problem des unkontrollierten Wildcampens in La Azohía gefordert. Die Camper würden sich selbst in Gefahr bringen, wenn sie ihre Wohnmobile in Ramblas abstellten. Bei den starken Regenfällen am 19. und 20. April vergangenen Jahres drohten die Fahrzeuge mit ins Meer gerissen zu werden. Ein Wohnmobil musste in La Azohía von einem Traktor aus den Fluten gerettet werden.

Das Rathaus Cartagena stellte einen Plan rund ums Camping für den Sommer in Aussicht. Für die Nachbarschaftsvereinigung von La Azohía besteht die Lösung darin, Stellplätze für Wohnmobile einzurichten.

Auch in Mazarrón an der Costa Cálida geht das Rathaus das Problem mit den Wildcampern an. Eine neue Verordnung, die regelt, wo, wie lange und unter welchen Bedingungen Wohnmobile in der Gemeinde abgestellt werden dürfen, sei in Arbeit, hieß es. Bürger und Vereine sind aufgerufen, sich an den neuen Vorschriften mit Vorschlägen zu beteiligen. Interessierte wenden sich bis zum 9. Juli an die Abteilung für Tourismus im Rathaus.

Rubriklistenbild: © Pixabay

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