Zwei Hände legen sich um eine Marihuana-Pflanze in einem Feld.
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Drogendealer aus Murcia bauen im großen Stil Marihuana an und verlosen zu Weihnachten einen Geschenkkorb voller Drogen.

Drogenkriminalität in Spanien

Geschenkkorb aus Murcia vom Dealer: Mit Haschisch, Kokain und Alkohol

  • Sandra Gyurasits
    VonSandra Gyurasits
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Bei einer Razzia in einer Bar in Murcia haben spanische Drogenfahnder eine Überraschung erlebt. Dealer und Konsumenten haben ihre ganz eigene Weihnachtslotterie kreiert: Hauptgewinn ist ein Geschenkkorb voller Drogen.

Murcia – Bei einer Drogenrazzia in einem Lokal in Murcia haben die Fahnder der Nationalpolizei eine erstaunliche Entdeckung gemacht. An der Wand hing ein großer Plan, in dem sich die Kunden eintragen konnten, um an der Verlosung eines Geschenkkorbes zu Weihnachten teilzunehmen. Für einen Einsatz von fünf Euro gab es einen kleinen, für zehn Euro einen größeren Präsentkorb zu gewinnen. Dabei handelte es sich jedoch nicht, um einen traditionellen Korb mit Delikatessen aus Spanien.

Murcia
Fläche881,9 km²
Höhe43 m
Bevölkerung447.182 (2018) Instituto Nacional de Estadística
ProvinzMurcia

Wer die letzten beiden Zahlen der Ziehung richtig getippt hätte, hätte eine Art Drogen-Geschenkkorb bekommen, gefüllt mit Kokain, Haschisch, Alkohol, Zigaretten, Bargeld und einen klassischen, acht Kilogramm schweren Schinken. Dabei sollten die Ziehungen der Gewinnzahlen nach dem Vorbild der traditionellen Weihnachtslotterien Navidad und El Niño durchgeführt werden, die in Spanien jedes Jahr die Menschen in ihren Bann ziehen.

Geschenkkorb aus Murcia vom Dealer: In der „Drogen-Bar“ wurden Rauschmittel verkauft und konsumiert

Drogendealer aus Murcia veranstalten ihre eigene Weihnachtslotterie. Hauptgewinn ist ein Korb voller Drogen.

Die Polizei nahm zwei mutmaßliche 30- und 45-jährige Dealer aus Spanien und Argentinien fest. Die Fahnder stellten bei der Durchsuchung auch 165 Marihuana-Pflanzen sicher, sechs Kilogramm verarbeitetes Marihuana und verschiedene Mengen an Kokain und Haschisch. Zudem entdeckten und demontierten die Beamten den Anbau der Drogen in einem Innenraum mit 33 Halogenlampen, Transformatoren, vier Klimaanlagen und einem Dunstabzug.

Die Razzia in dem Lokal in Murcia wurde durchgeführt, nachdem die Fahnder Kenntnis von der „Drogen-Bar“ erlangt hatten. In der Bar wurden nicht nur Drogen verkauft, die Rauschmittel durften dort auch konsumiert werden. In einem angrenzenden Haus wurden die Drogen angebaut, verarbeitet und gelagert.

Geschenkkorb aus Murcia vom Dealer: Murcia steht bei Drogenbanden als Anbaugebiet hoch im Kurs

Die Region Murcia scheint bei Rauschgifthändlern für den Anbau von Drogen hoch im Kurs zu stehen. Das geht aus der jüngsten Bilanz des Innenministeriums hervor. Demnach haben Fahnder des Zolls im vergangenen Jahr 35.032 Marihuanapflanzen beschlagnhamt. Das entspricht einer Zunahme von sieben Prozent im Vergleich zum Jahr davor.

Das „grüne Geschäft“ mit der Pflanze scheint im Aufwind zu sein. Wurden 2015 in der Region noch 497 Kilogramm verarbeitetes Marihuana sichergestellt, so hat sich die Menge 2020 bereits auf 2.234 Kilogramm vervierfacht. Murcia steht im Vergleich auf Platz sieben der beliebtesten Regionen unter Drogenbanden. Andalusien, Katalonien und Valencia führen das fragwürdige Ranking an.

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