Zu Sehen ist die Steilküste von Mazarrón und der Strand Palya de Percheles.
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Flüchtlingsdrama an Costa Cálida: Rettungskräfte suchen den Strand Percheles in Mazarrón nach Überlebenden ab.

Flüchtlinge an Costa Cálida

Drama am Traumstrand von Mazarrón: Boot kentert mit 14 Flüchtlingen

  • Sandra Gyurasits
    vonSandra Gyurasits
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Vor Mazarrón an der Costa Cálida hat sich eine Tragödie abgespielt: Viele Flüchtlinge sind ertrunken. Nur drei konnten dank der Heldentat eines Polizisten lebend gerettet werden .

Mazarrón – Die milden Temperaturen und ein relativ ruhiges Meer haben eine neue Flüchtlingswelle an der Küste von Spanien ausgelöst. Doch die ruhige See trügt. Vor dem Palmenstrand Percheles in Mazarrón an der Costa Cálida ist am 27. März ein Boot mit 14 Menschen aus Algerien gekentert. Drei Personen konnten lebend gerettet. Sechs wurden bisher tot geborgen, darunter ein Mädchen. Die Leichen tauchten nach und nach in Küstennähe in Mazarrón, Águilas, Mójacra, Garrucha und Almería auf. Von den restlichen fünf Flüchtlingen fehlt noch jede Spur. Wie es dazu kam, dass das Boot vor der von vielen Touristen als Traumstrand bezeichneten Playa de Percheles kenterte, ist nicht geklärt.

Mazarrón
Höhe55 m
Fläche318,7 km²
Bevölkerung31.562 (2018) Instituto Nacional de Estadística
ProvinzMurcia

Einer der Überlebenden gab an, wie viele Menschen sich an Bord befanden, darunter auch zwei sieben- und neunjährige Kinder und ihre Mutter, die vermutlich tot sind. Zudem identifizierte er einen weiteren Überlebenden als mutmaßlichen Schlepper. Das Gericht in Totana ordnete Untersuchungshaft für den Algerier an.

Flüchtlingsdrama an Costa Cálida: Rettung dank der Heldentat eines Polizisten aus Mazarrón

Die Suche nach den Vermissten erfolgte an Land, auf dem Wasser und in der Luft. Neben der Seenotrettung beteiligten sich Rettungskräfte der Guardia Civil, Zivilschutz, Rotes Kreuz und die Ortspolizei. Zwei Hubschrauber, eine Drohne, vier Schiffe und mehrere Fahrzeuge waren im Einsatz. Am 28. März wurde dann angesichts der schlechten Sicht und der niedrigen Wassertemperatur die Hoffnung, noch Überlebende zu finden, aufgegeben und die Suche abgebrochen.

Einem Bericht der Zeitung „La Verdad“ zufolge hatten Camper eine Person bemerkt, die im Wasser mit den Armen fuchtelte und drohte zu ertrinken. Die Zeugen riefen die Polizei. Was dann geschah, ist auch eine Heldengeschichte: Der 37-jährige Polizist Andrés Fernández erkannte den Ernst der Lage, zögerte nicht, ließ sich von den Campern einen schwimmenden Kanister und ein Kindersurfbrett geben, legte seine Waffe ab, zog seine Schuhe aus und stürzte sich in die Fluten, um 300 Meter vom Ufer entfernt einen jungen Immigranten mit Hilfe von Surfern an Land zu bringen.

Costa Cálida: Die Playa de Percheles in Mazarrón ist der Traumstrand für viele Besucher.

Drama an Costa Cálida: Gutes Wetter löst Flüchtlingswelle aus

Der zweite Überlebende hatte sich in der Nähe von Puntas de Calnegre an einer steilen Felsenwand festgeklammert und wurde kurz vor dem Ertrinken gefunden. Die dritte Person wurde 50 Meter vor dem Ufer geborgen. Alle drei mussten anschließend wegen Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht werden.

Bereits in den Tagen zuvor waren 140 Immigranten auf Booten aus Algerien an die Küste von Murcia gelangt. Alle wurden von der Polizei aufgegriffen und nach Escombreras im Hafen von Cartagena gebracht, wo sie einem Coronavirus-Test unterzogen werden.

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