Vertreter von Politik und Unternehmen stellen das Projekt Grüner Wasserstoff im Hafen von Cartagena vor.
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Das Projekt Grüner Wassserstoff wird im Hafen von Cartagena vorgestellt. Die Energie der Zukunft könnte die Rettung für das Mar Menor sein.

Saubere Energie

Grüner Wasserstoff: Mar Menor als Mittelpunkt der Energie der Zukunft

  • Sandra Gyurasits
    VonSandra Gyurasits
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Eine Reihe von High-Tech-Unternehmen wollen im Hafen von Cartagena eine Produktionsstätte für Grünen Wasserstoff schaffen. Das könnte auch die Rettung für das schwer belastete Mar Menor sein.

Cartagena – Grüner Wasserstoff wird als die Energie der Zukunft gepriesen und könnte die Rettung für das aus dem ökologischen Gleichgewicht geratene Mar Menor bedeuten. So sieht es jedenfalls der Branchenverband für grünen Wasserstoff in der Region Murcia Ahmur, der sich vorgenommen hat, die Region über die Grenzen von Spanien hinaus zur führenden europäischen Drehscheibe für die Energie der Zukunft zu machen. Unternehmen für Solarenergie, Erdgas und Transport haben sich der Initiative bereits angeschlossen.

Mar Menor
Fläche:170 km²
Mittlere Tiefe4 m
Maximale Tiefe ca. 7 m
LageRegion Murcia, Spanien
Als Welterbestätte ernannt4. Oktober 1994
InselnIsla Mayor, Isla Perdiguera, Isla del Ciervo, Isla Rondella, Isla del Sujeto

Die Idee von Ahmur besteht darin, einen Teil der intensiven Landwirtschaft rund um das Mar Menor durch Photovoltaikanlagen zu ersetzen, die den Strom produzieren, der für die Herstellung von grünem Wasserstoff im Industriehafen Escombreras in Cartagena benötigt wird. Grüner Wasserstoff entsteht bei der Elektrolyse von Wasser, für die ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien eingesetzt wird. Wird das Wasser mit fossilen Brennstoffen in seine Bestandteile zerlegt, spricht man von schwarzem Wasserstoff.

Grüner Wasserstoff: Sonnenkollektoren und Gemüsefelder am Mar Menor im Einklang

Die Anbaufelder am Mar Menor würden zugunsten von Solaranlagen reduziert werden, was auch den Einsatz von Düngemitteln und gleichzeitig die Verschmutzung des Mar Menor mit Nitraten mindern würde. Ahmur betonte, dass das eine das andere nicht ausschließen würde. Gemüse- und Obstfelder und auch Schweinezucht ließen sich mit den Solarinstallationen verbinden. So könnten zum Beispiel Solarzellen als Schattenspender über dem Gemüse dienen und es vor Hagel schützen.

Die Wirtschaft der Region Murcia sei nicht wie bisher nur auf Landwirtschaft und Tourismus beschränkt, sondern könne sich ein Standbein in der Industrie verschaffen und Experte für saubere Energie in Zeiten des Klimawandels werden. Die Solarmodule würden vornehmlich auf Trockenflächen gebaut werden, die keine Genehmigung für eine Bewässerung haben. Das Projekt stellte Ahmur vergangene Woche im Hafen Escombreras in Cartagena vor Vertretern der Landesregierung von Murcia, des Rathauses von Cartagena und Unternehmen aus der Region vor.

Ein Wermutstropfen: Noch ist Grüner Wasserstoff mit sieben bis zehn Euro pro Kilogramm teurer als schwarzer Wasserstoff mit zwei Euro pro Kilo.

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