Zwei Menschen stehen auf einem Gerüst in der Cueva Victoria in Cartagena.
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Cueva Victoria in Cartagena: Hier liegen eine Million Jahre alte Knochen.

Höhlen an der Costa Cálida

Geheimnisvolle Höhle in Cartagena: Rückblick auf eine Million Jahre

  • Sandra Gyurasits
    VonSandra Gyurasits
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In der Höhle Victoria in Cartagena an der Costa Cálida gibt es noch viel zu entdecken. Wenn Archäologen eine Pause beim Ausgraben einlegen, werden Besucher durch die Cueva geführt.

Cartagena – Nur zwei Minuten hat es gedauert, dann waren alle Tickets für die Besichtigung der Ausgrabungsstätte in der Höhle Cueva Victoria in Cartagena an der Costa Cálida vergeben. Das Rathaus stellte wegen des Andrangs weitere Termine in Aussicht.

Cartagena
Höhe10 m
Fläche558,1 km²
Bevölkerung213.943 (2018) Instituto Nacional de Estadística
ProvinzMurcia

Archäologen aus ganz Spanien arbeiten in der Höhle und legen Fundstücke aus der Zeit des Pleistozän frei, das vor 2,5 Millionen Jahren begann und 10.000 Jahre vor Christus endete. Für Besucher legen die Wissenschaftler Schaufel, Spatel und Pinsel nieder, um sie durch die Höhle zu führen, vorbei an außergewöhnlichen Formationen aus Bariumsulfat und Kalkstein und bis hin zu erstaunlichen Entdeckungen.

Gleichzeitig wird daran gearbeitet, die Höhle als Museum für das Publikum zugänglich zu machen. Bisher werden sporadisch Besichtigungstouren durch die Cueva Victoria angeboten. Eine ganze Reihe von Höhlen können in der Nachbarprovinz Alicante an der Costa Blanca besichtigt werden.

Geheimnisvolle Höhle Victoria in Cartagena: Als noch Flusspferde und Mammute an der Küste lebten

Das Besondere an der Cueva Victoria sind die vielen Knochen, die bisher gefunden wurden und die bereits mehr als 100 verschiedenen Arten von Wirbeltieren zugeordnet werden können. Wissenschaftler vermuten, dass die Höhle von Hyänen bewohnt wurde. Zu ihrer Beute gehörten das längst ausgestorbene Europäische Flusspferd, Mammute, Säbelzahnkatzen, Paviane oder Hundsaffen. Das Alter der Knochen wird auf 850.000 bis 900.000 Jahre geschätzt.

Unter den Fundstücken befinden sich auch zwei Fossilien menschlicher Fingerknochen, deren Alter der bereits verstorbene katalanische Paläontologe Josep Gibert i Clols auf 1,2 Millionen Jahren festlegte. Die Angaben sind nicht unumstritten unter Wissenschaftlern. Sollten sie sich bestätigen, bedeutet das, dass die Fingerknochen einem Homo erectus gehörten, eine ausgestorbene Art der Gattung Homo, aus dem sich vermutlich in Europa der Neandertaler entwickelte.

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