Die Polizei von Cartagena führt während der Coronavirus-Krise Straβenkontrollen durch.
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Die Einhaltung des Ausgehverbots retten Leben.

Lockdown zeigt Wirkung

Durch Ausgangssperre 50 Prozent weniger Ansteckungen

  • vonSandra Gyurasits
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Die drastischen Maβnahmen verhindern in der Region Murcia knapp 49 Prozent Neu-Infizierungen mit dem Coronavirus. In ganz Spanien sind es sogar 80 Prozent.

  • In einer Studie berechnen Wissenschaftler den Nutzen der Ausgangssperre.
  • Ohne strikte Maβnahmen hätten sich 80 Prozent mehr Menschen angesteckt.
  • Wäre das Ausgangsverbot früher verhängt worden, wären Leben gerettet worden.

Murcia - Durch die Ausgangsperre, die am 14. März verhängt wurde, sind in der Region Murcia knapp 49 Prozent der Ansteckungen mit dem Coronavirus vermieden worden. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universitäten von Oviedo und Madrid. Demnach hätte es ohne die drastischen Maβnahmen der Zentralregierung in Murcia bis zum 4. April 2.392 Infizierte gegeben. Offiziell wurden bis zu diesem Datum knapp die Hälfte mit 1.235 Coronavirus-Fällen registriert.

Für ganz Spanien errechneten die Forscher eine Verringerung der Ansteckungen sogar um fast 80 Prozent. Das bedeutet, bis zum 4. April hätten sich ohne Restriktionen fünfmal mehr Menschen anstecken können. Statt der 126.000 offiziell positiv Getesteten hätten es 617.000 sein können.

Ausgehverbot har nur wenig Effekt in Almería

In der Studie wurden unter anderem das Alter der Bevölkerung, ihre Mobilität und Verbindungen ins Ausland berücksichtigt. Im Vergleich der autonomen Regionen profitierten besonders die schwer getroffenen Provinzen Madrid, Álava und La Rioja von den Einschränkungen. Die Region Murcia liegt mit Alicante und Asturias gleich auf. Relativ wenig Einfluss hatte die Ausgehsperre laut Studie dagegen in Almería und La Coruña, wo sich die Ansteckungen nur um 13 und 15 Prozent verringerten.

Aus den Rechenmodellen der Wissenschaftler geht auch hervor, dass wenn der Lockdown eine Woche früher am 7. März in Kraft getreten wäre und die Demonstrationen am 8. März zum Weltfrauentag sowie mehrere Fußballspiele abgesagt worden wären, hätte es um die Hälfte weniger Infizierte gegeben als bis zum 4. April. Auch die Zahl der Todesfälle wäre geringer gewesen und der Kollaps auf vielen Intensivstationen hätte vermieden werden können.

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