Ein Lkw lädt Säcke voller Pflanzenreste in San Pedro del Pinatar am Mar Menor.
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Bedrohung am Mar Menor: Umweltschützer jäten säckeweise exotische Pflanzen.

Umweltprojekt am Mar Menor

Bedrohung am Mar Menor: Umweltschützer jäten Exoten in den Dünen

  • Sandra Gyurasits
    vonSandra Gyurasits
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Exotische Pflanzen in den Dünen am Mar Menor bedrohen die Artenvielfalt. Umweltschützer rupfen die Eindringlinge mit der Hand aus dem Sand. Eine mühselige Arbeit, bei der auch ein anderer Exot nicht helfen kann.

San Pedro del Pinatar – Seit 2019 machen sich freiwillige Helfer der Umweltorganisation Anse in den Dünen des Regionalparks Salinas y Arenales in San Pedro del Pinatar am Mar Menor  zu schaffen. Sie rupfen mit der Hand die Pflanzen aus dem Sand, die nicht hierher gehören und die Artenvielfalt an der Costa Cálida bedrohen. Die Aktion findet im Rahmen des europäischen Projekts LIFE Salinas statt und dauert noch bis 2022. Ziel ist es, die Dünen am Strand La Llana und vor dem Sporthafen von exotischen Invasoren zu befreien.

Mar MenorBinnenmeer
Fläche170 km²
Mittlere Tiefe4 m
Maximale Tiefeca. 7 m
LageRegion Murcia, Spanien
Als Welterbestätte ernannt4. Oktober 1994

In diesen beiden Gebieten haben sich die Exoten besonders verbreitet. Anse hat nun eine Zwischenbilanz gezogen: Bis jetzt kamen 30 Kubikmeter ausgerissene Pflanzen zusammen, die von einem Unternehmen entsorgt werden.

Bedrohung am Mar Menor:  Einst gepflanzt, um die Dünen zu befestigen, nun eine Gefahr fürs Ökosystem

Die Arbeit ist mühselig, da sie vorsichtig und ohne Hilfsgeräte verrichtet werden muss, wie Biologe Jorge Sánchez von Anse erklärt, „damit kein Lebensraum in dem Naturschutzgebiet vernichtet wird“. An dem Projekt beteiligen sich auch die Vereinigung Pinatar Natura und Straffällige, die vom Gericht zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt wurden.

Die am meisten verbreiteten Exoten in den Dünen von San Pedro del Pinatar sind Katzenkrallen und Agaven aus Nord-Mexiko und dem Süden der USA. Dabei wurden die beiden Spezies extra eingeführt, um die Dünen zu befestigen. Nun schädigen sie das Ökosystem, indem sie die Sandbewegungen einschränken und dadurch Habitate verschieben und die Artenvielfalt bedrohen. Zudem sammelt sich mehr organische Materie auf dem Boden an.

Bedrohung am Mar Menor: Auch der Bananbohrer ist der Agave nicht gewachsen

Bedrohung am Mar Menor: Umweltschützer rupfen 30 Kubikmeter Pflanzen auf den Dünen.

Doch den Agaven geht es selbst an den Kragen. Der eingeschleppte Bananenbohrer oder Bananenrüsselkäfer macht dem Gewächs zu schaffen. Ähnlich wie der Palmrüssler bohrt sich der Käfer in die Pflanzen und saugt sie aus. Bisher konnten die Agaven der Bedrohung standhalten dank ihrer ausgeprägten Fähigkeit wieder zu keimen. Eine wirkliche Hilfe für die Umweltschützer ist der Bananenbohrer deshalb nicht.

Auf die Freiwilligen wartet noch reichlich Arbeit. Nachdem die Exoten in einer ersten Runde ausgerupft wurden, müssen die Dünen nochmals gecheckt werden, um ein Wiederaufkeimen der ungebetenen Eindringlinge zu verhindern.

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