Ein Militär-Fallschirmspringer springt aus dem Flugzeug.
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Militär-Fallschirmspringer im Übungseinsatz: Tödlicher Unfall am Mar Menor in Cartagena.

Tödliche Abstürze an Costa Cálida

Gefährliches Mar Menor? Militär-Fallschirmspringer stürzt in den Tod

  • Sandra Gyurasits
    VonSandra Gyurasits
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Am Donnerstag stürzt ein Fallschirmspringer bei einer Militär-Übung ins Mar Menor an der Küste der Region Murcia und stirbt. Es ist nicht der erste tödliche Unfall am Binnenmeer.

Cartagena – Das Mar Menor an der Küste der Region Murcia scheint für Spaniens Streitkräfte ein gefährlicher Ort zu sein. Am Donnerstag , 10. Juni, ist es erneut zu einem tödlichen Unfall gekommen. Der 34-jährige Feldwebel Rafael Gallart ist bei einem Fallschirmsprung vor der Küste von La Manga am Mar Menor ins Wasser gestürzt und ums Leben gekommen. Das Unglück passierte während einer Übung für Spezialeinsätze. Auch ein weiterer Soldat war im Wasser gelandet, blieb aber unverletzt.

Mar Menor
Fläche170 km²
Mittlere Tiefe4 m
Maximale Tiefeca. 7 m
LageRegion Murcia, Spanien
Als Welterbestätte anerkanntSeit 4. Oktober 1994
InselnIsla Mayor, Isla Perdiguera, Isla del Ciervo, Isla Rondella, Isla del Sujeto

Rettungskräfte, die die Fallschirmspringer abholen sollten, fanden den 34-Jährigen bäuchlings und bewusstlos im Wasser. Sie bargen ihn und unternahmen Wiederbelebungsversuche. Der Feldwebel wurde ins Krankenhaus in Cartagena gebracht, wo er wenige Stunden später starb. Die genaue Ursache des Todes muss noch geklärt werden. 

Tödlicher Absturz am Mar Menor: Fallschrimspringer diente in Afghanistan und erhielt einen Verdienstorden

Der 34-Jährige, der aus Hellín in Albacete stammt, trat 2008 in den spanischen Militärdienst ein und brachte es 2020 zum Feldwebel der Landstreitkräfte. Er war zuletzt in Ronda in Málaga stationiert, diente in Afghanistan, Senegal und Zentralafrika und wurde mit einem Militär-Verdienstorden ausgezeichnet.

Es ist nicht der erste tödliche Unfall am Mar Menor, den Spaniens Armee zu bedauern hat. Innerhalb von nur sechs Monaten war es in den vergangenen Jahren zu drei fatalen Abstürzen über dem Mar Menor an der Costa Cálida gekommen. Zuletzt verunglückte am 27. Februar 2020 der erfahrene 39-jährige Flugkapitän Eduardo Garvalena bei einem Looping. Garvalena war Ausbilder an der Pilotenschule Academia General del Aire (AGA) auf dem Stützpunkt der Luftstreitkräfte in San Javier und Pilot der renommierten Kunstflugstaffel Patrulla Águila (Adlerpatrouille). Seine C-101 schlug vor der Küste von La Manga auf die Wasseroberfläche auf und explodierte.

Tödliche Abstürze am Mar Menor:  Kommission geht von menschlichen Fehlern oder Vögeln als Ursache aus

Am 26. August 2019 war der 43-jährige Flugkapitän Franciso Marín ebenfalls während eines Trainingsflugs mit einer C-101 in den Tod gestürzt. Auch er war Ausbilder und Kunstflieger. Am 18. September kamen der 51-jährige Fluglehrer Daniel Melero und seine 20-jährige Schülerin Rosa María Almirón in einer Tamiz E-26 ums Leben. Die Kommission für Flugzeugabstürze des Militärs, Citaam, kam zu dem Schluss, dass ein technischer Defekt ausgeschlossen sei. Laut Gremium könnten menschliche Fehler oder Vögel, die den Piloten in die Quere kamen, die Abstürze verursacht haben.

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