Das Mar Menor an der Küste der Region Murcia aus der Luft fotografiert.
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Rettung für das Mar Menor: 400 Millionen Euro werden in Spaniens Binnenmeer investiert.

Teure Rettungsaktion

Sterbendes Mar Menor: 400 Millionen Euro sollen Spaniens Lagune retten

  • Sandra Gyurasits
    VonSandra Gyurasits
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Während sich die Politik streitet, stirbt das Mar Menor an Verschmutzung. Jetzt hat Spaniens Umweltministerin einen millionenschweren Plan für die Rettung des Binnenmeeres in Murcia vorgelegt.

Cartagena - Das Mar Menor ist Symbol für die Zerstörung eines einzigartigen Umweltjuwels, für eine außer Kontrolle geratene intensive Landwirtschaft und für einen nicht endenden Streit zwischen den Verantwortlichen, allen voran Murcias Landesministerpräsident Fernando López Miras (PP) und der Umweltministerin aus Madrid, Teresa Ribera (PSOE). Beide schieben sich gegenseitig die Schuld für das sterbende Mar Menor in der Region Murcia zu.

Mar Menor
Fläche170 km²
Mittlere Tiefe4 m
Als Welterbestätte ernannt4. Oktober 1994
InselnIsla Mayor, Isla Perdiguera, Isla del Ciervo, Isla del Sujeto, Isla Rondella

Nun hat Ribera einen konkreten, millionenschweren Plan zur Rettung des Mar Menor in Murcia vorgestellt. 34 Maßnahmen und fast 400 Millionen Euro in fünf Jahren sollen Europas größtes Binnenmeer vor dem Tod bewahren. Seit Jahrzehnten fließen hochbelastete Abwässer aus den umliegenden Anbaufeldern und verlassenen Minen ungehindert in die Lagune.

Millionenschwere Rettung für das Mar Menor: Kein Wasser mehr für Illegale Felder

Der Klimawandel und die Bebauung der Küste haben ebenfalls zu den großen Massensterben von Pflanzen, Fischen und Krebsen im Oktober 2019 und August 2021 beigetragen. Die Situation im Mar Menor sei unhaltbar und die Verschmutzungen müssten sofort gestoppt werden, sagte Ribera.

Der vorgestellte Plan sieht unter anderem vor, den illegal bewässerten Äckern am Mar Menor den Hahn abzudrehen und die Kontrollen zu verschärfen. Das ehrgeizige Ziel: Alle illegalen Bewässerungsinfrastrukturen sollen noch vor Ende März 2022 geschlossen und abmontiert werden.

Millionenschwere Rettung für das Mar Menor:  Äcker am Ufer weichen einem grünen Gürtel

Um die Lagune soll bis 2026 ein 1.500 Meter breiter sogenannter grüner Gürtel gezogen werden. In diesem insgesamt 390 Hektar großen Gebiet sollen Feuchtgebiete und grüne Filter angelegt werden, die Schadstoffe zurückhalten. Statt die Grundstücksbesitzer in diesem Gürtel zu enteignen, sollen alternative Bewirtschaftungen erprobt werden, die als Umweltleistung bezahlt werden. Oder das Umweltministerium selbst kauft die Fincas.

Bis 2025 sollen die Ramblas – die Trockenflüsse, die Wasser ins Mar Menor führen – renaturiert werden, vor allem die Rambla Albujón, über die große Mengen an kontaminiertem Wasser in die Lagune gelangen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Hochwasser-Risikomanagement in den Gemeinden am Mar Menor. Dazu sind Bauarbeiten nötig und die Einführung von finanziellen Hilfen für die am stärksten betroffenen Wirtschaftssektoren wie Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei und Tourismus.

Teure Rettung für das Mar Menor: Nie zuvor wurde so viel Geld in ein Ökosystem investiert

Der Fahrplan zur Rettung des Mar Menor liegt bis Anfang Dezember öffentlich aus. Um den Plan umzusetzen, sei eine gute Zusammenarbeit zwischen Ministerium, Landesregierung, Rathäusern, Landwirten, Unternehmern, Anwohnern und Umweltschützern erforderlich, sagte Ribera und versprach, Murcia alle drei Monate zu besuchen. Niemals zuvor sei so viel Geld in ein Ökosystem in Spanien investiert worden, so die Ministerin. Das Mar Menor soll weltweit einen guten Ruf genießen.

Was noch aussteht, ist die Verabschiedung eines neuen Dekrets zum Schutz der Gewässer vor einer Verschmutzung durch Nitrate. Ziel ist es, den Einsatz von Düngemitteln zu reduzieren. Die Zentralregierung in Madrid will den Maßnahmenkatalog zur Rettung des Mar Menor in Kürze zum Allgemeinen Interesse erklären. Das bedeutet, dass der Plan rechtlich abgesichert ist.

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