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Rettung des Mar Menor: Mit Holz von Zitrusbäumen, Sonne und Sauerstoff

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Von: Sandra Gyurasits

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Fünf Männer auf einem Holzsteg, der ins Mar Menor an der Costa Cálida führt.
Rettung des Mar Menor: Das trübe verschmutzte Wasser des Binnenmeeres an der Costa Cálida soll mit Holzspänen wieder sauber werden. © Carm

Grüne Filter sollen das verschmutzte Mar Menor auf natürliche Weise reinigen. Mit Holzspänen von Zitrusbäumen, Sonnenlicht, Sauerstoff und Mikroorganismen soll das Wasser wieder sauber werden.

Cartagena – Es tut sich etwas am Mar Menor an der Costa Cálida. Die Landesregierung von Murcia hat die erste Rettungsmaßnahme für das verschmutzte Binnenmeer in Angriff genommen. Das 2,5 Millionen Euro teure Projekt umfasst den Bau von 15 Bioreaktoren an der Rambla Albujón, die im Mar Menor mündet. Dabei handelt es sich um so genannte grüne Filter, die aus Wasserbecken, gefüllt mit Holzspänen von Zitrusfrüchten, bestehen. Das Holz entzieht dem Wasser Schadstoffe wie Nitrate und Phosphate.

Mar Menor
Fläche170 km²
Mittlere Tiefe4 m
Als Welterbestätte ernannt4. Oktober 1994
InselnIsla Mayor, Isla Perdiguera, Isla del Ciervo, Isla del Sujeto, Isla Rondella

Über die Rambla Albujón fließen hochbelastete Abwässer aus den umliegenden Äckern einer intensiv betriebenen Landwirtschaft ungefiltert und offenbar unaufhaltsam ins Mar Menor. Die Folgen sind deutlich. Im Sommer 2016 verwandelte sich die bei Touristen beliebte Lagune an der Küste von Murcia in eine grün-braune Suppe, im Oktober 2019 und August 2021 wurden Tonnen an toten Fischen an die Strände des Mar Menor gespült. Die großen Mengen an Nitraten und Phosphaten aus Düngemitteln haben das Binnenmeer im wahrsten Sinne des Wortes erstickt. Die Bilder der toten Meerestiere sorgten über die Grenzen von Spanien hinaus für negative Schlagzeilen. Sogar einer der Hauptabnehmer des Gemüses, Aldi, schaltete sich ein.

Rettung des Mar Menor: Zitrusholz und Olivenblätter sollen das Wasser reinigen

Nun soll das kontaminierte Abwasser aus der Rambla Albujón durch die grünen Filter gereinigt werden, bevor es ins Mar Menor gelangt. Das Wasser wird in den Bioreaktoren mit Hilfe von Sonnenlicht, Sauerstoff aus der Luft, Mikroorganismen und den Ästen von Zitrusbäumen gereinigt. Die Fähigkeit des Zitrus-Holzes, Schadstoffe wie Nitrate und Phosphate zu binden, haben Wissenschaftler der Polytechnischen Universität von Cartagena bereits vor einigen Jahren nachgewiesen.

Nicht nur Holz von Zitrusbäumen, auch die Blätter von Olivenbäumen besitzen das Vermögen, Schadstoffe zu binden, ebenso wie ein Abfallprodukt, das bei der Olivenölherstellung anfällt. Die dunkle, unangenehm riechende Flüssigkeit ist eine Mischung aus dem Wasser, das zum Waschen der Oliven verwendet wird, und dem Wasser, das die Oliven selbst enthalten. Forscher versuchen damit eine Technologie zu entwickeln, die die Nitratbildung bereits auf den Feldern verhindert. Auch Austern gelten als hervorragende Filter.

Rettung des Mar Menor: Bioreaktoren filtern 200 Liter verschmutztes Wasser pro Sekunde

Die 15 Bioreaktoren an der Rambla Albujón sollen in der Lage sein, 200 Liter Wasser pro Sekunde zu reinigen. Das würde einer Menge von 6,3 Hektometern pro Jahr entsprechen. Die Bioreaktoren werden auf einem 48.500 Quadratmeter großen Gebiet in Los Alcázares installiert, 2,2 Kilometer vom Ufer des Mar Menor entfernt. Dazu werden landwirtschaftlich genutzte Grundstücke enteignet, wie die Landesregierung mitteilte. Das Projekt soll so schnell wie möglich vergeben werden, damit die Arbeiten beginnen und bereits Ende des Jahres abgeschlossen sein können.

Dass die Landesregierung Druck macht, hat einen Grund. Wenn der kontinuierliche Eintrag von Nitraten und Phosphaten in das Mar Menor nicht gestoppt wird, droht im Sommer, wenn die Temperaturen steigen, das nächste große Fischsterben.

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