Ein Bagger hebt ein verlassenes Boot aus dem Mar Menor in Spanien. Zwei Frauen schauen vom Ufer aus zu.
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Einige Wracks wurden im Sommer aus dem Mar Menor geborgen. Weitere Boote stellen aber eine Gefahr für das Binnenmeer in Spanien dar.

Gesunkene und verlassene Boote

Mar Menor: Wracks werden zur Gefahr für das Binnenmeer in Spanien

  • vonSandra Gyurasits
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Die Probleme am Mar Menor reißen nicht ab: Jetzt haben die Behörden 178 Wracks und verlassene Boote in dem Binnenmeer in Spanien registriert - eine Gefahr für Badegäste.

Cartagena - Europas größtes salzhaltiges Binnengewässer, das Mar Menor in Spanien, hat ein Problem: Insgesamt 178 Wracks liegen im Mar Menor auf Grund, treiben halb gesunken auf der Wasseroberfläche herum oder ankern illegal und verlassen mitten auf dem Binnenmeer bei Cartagena im Südosten von Spanien. Das ergab eine Inspektion des Landesumweltministeriums der Region Murcia. Die Wracks wurden per GPS lokalisiert, fotografiert und wenn möglich identifiziert. Das Landesministerium forderte die zuständige Küstenbehörde in Madrid und das Seemannsamt auf, die Boote aus dem Mar Menor zu entfernen. Denn sie stellen eine Gefahr dar.

Mar MenorGewässer
Fläche170 km²
Mittlere Tiefe4m
LageRegion Murcia, Spanien
Maximale Tiefeca. 7m

Mar Menor: Auslaufendes Benzin aus Wracks als Gefahr für das Binnenmeer in Spanien

Die Wracks und verlassenen Boote im Mar Menor stellten ein hohes Risiko für das Ökosystem, Bootsfahrer und Badegäste dar, hieß es von der Behörde in Murcia. Die größte Gefahr gehe von den neun gesunkenen Wracks aus, die noch Benzin und Öl enthalten könnten. Es sei zu befürchten, dass dadurch das Binnenmeer verschmutzt werde. Nicht weniger schädlich seien die fünf gestrandeten Boote in den Buchten von Los Alcázares und Cartagena. Die halb gesunkenen Motorboote würden direkt unter der Wasseroberfläche treiben und für andere Bootsfahrer nur schwer erkennbar sein, wenn kein Schiffsteil aus dem Wasser rage.

Ein scheinbar unlösbares Problem im Mar Menor sind neben den Wracks und halb gesunkenen Booten ebenfalls die 158 illegal ankernden Boote. Sie sind meistens an Betonblöcken festgemacht, die auf dem Meeresgrund liegen und die Seegraswiesen schädigen, die so wichtig für das Ökosystem sind. 56 Schiffsleichen dümpeln vor der Gemeinde San Javier herum, 53 vor Cartagena und 49 vor der Küste von Los Alcázares. Die verlassenen Boote verschandelten nicht nur das Bild des Binnenmeers, sie stellten eine Gefahr für die Umwelt dar und würden vor allem den Anschein erwecken, als werde das illegale Ankern nicht bestraft, hieß es aus dem Landesumweltministerium in Murcia.

Mar Menor: Wracks sind nur eine von vielen Gefahren für das Binnenmeer

Doch statt zu handeln, schieben sich die Landesregierung von Murcia und die Zentralregierung in Madrid, der das Küsten- und das Seemannsamt unterstehen, gegenseitig die Verantwortung zu. Für das Mar Menor sind die verlassenen Boote und die Wracks dabei nur eine von vielen Gefahren, mit denen das Binnenmeer zu kämpfen hat. Seit Jahren etwa leiten Landwirte nitrathaltige Abwässer in das Mar Menor, die Lagune leidet chronisch unter Verschmutzung. 2016 geriet das Ökosystem vollends aus dem Gleichgewicht – das Mar Menor verwandelte sich in eine grüne Suppe.  

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