Umweltgeneraldirektor Fulgencio Perona an einem Aufzuchtbecken für Meeresschildkröten im IEO San Pedro del Pinatar.
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Umweltgeneraldirektor Fulgencio Perona überzeugt sich von der Größe des Schildkrötennachwuchses in San Pedro del Pinatar.

Tiere an der Costa Cálida

Meeresschildkröten an der Costa Cálida: Nachwuchs wächst und gedeiht

  • vonSandra Gyurasits
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Die sind aber groß geworden: 51 Meeresschildkrötenbabys, die im Sommer am Mar Menor an der Costa Cálida schlüpften, entwickeln sich prächtig. Ein Jahr lang werden sie in Aufzuchtstationen aufgepäppelt, bevor sie in die freie Wildbahn entlassen werden.

  • 51 geschlüpfte Meeresschildkröten werden im Ozeanographischen Institut in San Pedro del Pinatar und Valencia aufgezogen.
  • Sie wachsen schneller als angenommen und bringen derzeit bis zu 220 Gramm auf die Waage.
  • In einem Jahr werden sie genau dort entlassen, wo sie sich aus dem Ei pellten.

San Pedro del Pinatar – Die Meeresschildkröten in der Aufzuchtstation im Ozeanographischen Institut in San Pedro del Pinatar wachsen und gedeihen. 41 der insgesamt 51 Babyschildkröten, die Ende des Sommers an einem Strand auf La Manga am Mar Menor schlüpften, wurden zur Aufzucht nach San Pedro gebracht.

MeeresschildkröteWissenschaftlicher Name: Cheloniidae
Höhere KlassifizierungMeeresschildkrötenverwandte
RangFamilie
FamilieMeeresschildkröten
OrdnungSchildkröten (Testudines)
GewichtUnechte Karettschildkröte: 160 kg

Die restlichen zehn Jungtiere werden im Ozeanographischen Institut in Valencia groß gezogen. Der Grund dafür ist, dass, wenn in San Pedro del Pinatar oder in Valencia etwas schiefgeht, nicht der ganze Wurf dieser bedrohten Tierart verloren ist. „Sie wachsen schneller als ihre Artgenossen im Jahr zuvor“, sagte der Generaldirektor der Umweltabteilung aus Murcia Fulgencio Perona bei einem Besuch am Schildkrötenbecken in San Pedro del Pinatar an der Costa Cálida.

Meeresschildkröten an der Costa Cálida: Drei Mal täglich Fischbrei für die Tierbabys in San Pedro

Zunächst waren die Schildkrötenbabys nach dem Schlüpfen in die Auffangstation für Wildtiere El Valle bei Murcia gebracht worden. Veterinäre untersuchten die Kleinen auf Herz und Nieren, bevor sie weiter nach San Pedro geschickt wurden. Hier sollen sie erstmal groß und stark werden, bevor sie wieder genau dort, wo sie geboren wurden, in die freie Wildbahn entlassen werden und sich gegen gefährliche Raubfische und –vögel behaupten können. Experten schätzen, dass nur eine von 1.000 frisch geschlüpften Schildkröten das Erwachsenenalter erreicht.

Ungefähr ein Jahr lang bleiben sie in den sicheren Becken der Aufzuchtstation und lassen es sich gut gehen, denn sie werden drei Mal täglich mit einem Brei aus weißem und blauem Fisch, Krusten- und Weichtieren gefüttert. Ein Mal pro Woche kommt noch ein Vitamin-Kalzium-Mix hinzu. Die Wassertemperatur und Sonneneinstrahlung werden streng kontrolliert.

Der Aufwand scheint sich zu lohnen. Die kleinen Meeresschildkröten, die wöchentlich gewogen und monatlich gemessen werden, sind gesund und bringen bereits zwischen 123 und 220 Gramm auf die Waage. Zum Vergleich: Ihre Artgenossen brachten es im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres nur auf 85 bis 107 Gramm. Eine erwachsene Meeresschildkröte kann bis zu 160 Kilogramm schwer werden.

Meeresschildkröten an der Costa Cálida: Nest mit 100 Eiern auf La Manga am Mar Menor

Einer Meeresschildkröte war es Ende Juli im dritten Anlauf gelungen, an einem Strand auf La Manga am Mar Menor ein Loch zu schaufeln und rund 100 Eier abzulegen. Zehn Eier wurden in die Auffangstation für Wildtiere El Valle bei Murcia gebracht, wo sie in einem Brutkasten ausgebrütet werden sollten. Umweltagenten der Landesregierung riegelten das Nest in der kleinen Bucht Ensenada del Esparto in San Javier mit den restlichen 90 Eiern ab, um sie zu schützen. Um die Sensation nicht zu verpassen, wurden zwei Videokameras am Nest aufgebaut, um das Schlüpfen der Schildkrötenbabys aufzunehmen und in einem Livestream im Internet zu übertragen.

Weit ab von Kameras und Aufmerksamkeit schlüpften ebenfalls Schildkröten zur gleichen Zeit in einer versteckten, schwer zugänglichen Bucht in Calnegre in Lorca. Niemand hätte es bemerkt, hätten nicht zwei Strandbesucher ein kleines Exemplar gefunden und den Behörden gemeldet. Die Umweltagenten durchsuchten das Gebiet und fanden ein weiteres Tierbaby. Die beiden Findlinge waren die einzigen Überlebenden des Gelages. Das Nest wurde wenig später an einer unwirtlichen Stelle in einer steinigen Bucht mit intensiver Sonneneinstrahlung entdeckt. Die Umweltagenten fanden 73 tote Eier, zwölf geschlüpfte tote Junge und acht aufgebrochene Eier. Die beiden überlebenden Schildkröten wurden mit gerade einmal je 14 Gramm in die Auffangstation El Valle gebracht, wo sie nun mit den Artgenossen vom Mar Menor zusammen aufwachsen.

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