Eine Person hält eine Meeresschildkröte in die Kamera am Strand Calblanque in Cartagena.
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Meeresschildkröten an der Costa Cáilda: Das Exemplar freut sich schon darauf, wieder ins Meer verschwinden zu dürfen.

Bedrohte Meeresschildkröten

Costa Cálida: Wenn Strandbesucher eine Schildkröte treffen - Tipps aus Murcia

  • Sandra Gyurasits
    VonSandra Gyurasits
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Nicht nur der Mensch liegt gerne am Strand, auch die Meeresschildkröte geht ausgerechnet in der Hochsaison an Land, um ihre Eier im Sand zu verbuddeln. Damit sie das ungestört tun kann, hat die Region Murcia eine Kampagne gestartet.

Murcia – Die Zeit von Juni bis September ist die Zeit der Meeresschildkröten. Nachts gehen sie an der Küste von Spanien an Land, legen ihre Eier am Strand ab, verbuddeln sie und verschwinden wieder ins Meer. Damit sie dabei ungestört bleiben, hat die Landesregierung von Murcia die Kampagne „Territorio Tortuga 2021“ (Schildkröten-Gebiet) gestartet.

Meeresschildkröte
Wissenschaftlicher NameCheloniidae
FamilieMeeresschildkröten
UnterordnungSchildkröten (Testudines): Halsberger-Schildkröten (Cryptodira)
GewichtUnechte Karettschildkröte: 160 kg

Ziel ist es, die Strandbesucher an der Costa Cálida zu informieren und ihnen Tipps zu geben, wie sie sich zu verhalten haben, wenn sie einer Schildkröte begegnen, und wie sie die Spuren ihrer Flossen im Sand erkennen. Die Rathäuser von Águilas und San Pedro del Pinatar haben sich der Aktion bereits angeschlossen und sich zum Meeresschildkröten-Gebiet erklärt.

Meeresschildkröten an der Costa Cáilda: Wer eine trifft, sollte sie in Ruhe lassen

Meeresschildkröten haben in den letzten beiden Jahren häufiger Murcias Strände ausgesucht, um ein Plätzchen für die Eiablage zu finden, so wie in Calblanque in Cartagena, auf La Manga am Mar Menor oder Calnegre in Lorca, erklärte der Generaldirektor für Umwelt, Fulgencio Perona, bei der Vorstellung des Projekts. Deshalb sei die Aufklärung und Zusammenarbeit mit der Bevölkerung besonders in der Hauptsaison, wenn sich die Strände an Spaniens Küste füllten, so wichtig. „Letztendlich entscheidet unser Verhalten darüber, ob die vom Aussterben bedrohte Tierart überleben kann oder nicht“, so Perona.

Das Problem: Die Meeresschildkröte lässt sich schnell aus der Ruhe bringen. Beim geringsten Geräusch fühlt sie sich gestört und macht kehrt Richtung Meer. Wer einer Schildkröte begegnet, sollte still sein, 20 Meter Abstand halten, weder Taschenlampe noch Handy auf das Tier richten, sich nicht in ihr Sichtfeld stellen und den Notruf 112 verständigen.

Meeresschildkröten an der Costa Cáilda: Große Gefahr sind Fischernetze und Plastikmüll

Die größten Bedrohungen für die Meeresschildkröte stellen die Vernichtung ihres Lebensraumes, menschliche Aktivitäten und die Verschmutzung des Meeres dar. Erst kürzlich wurde eine junge Meeresschildkröte aus der Auffangstation für Wildtiere El Valle in Murcia entlassen. Sie war vergangenen Sommer auf La Manga mit schweren Verletzungen aufgegriffen worden. Ein Teil ihrer vorderen Flossen musste amputiert werden, ein Kochen an der Schulter war gebrochen. Vermutlich war das Tier in die Fanggeräte von Fischern geraten. Immerhin erholte es sich und konnte trotz verkürzter Flosse in Calblanque wieder in die freie Wildbahn gesetzt werden.

Meeresschildkröten an der Costa Cáilda: Zwei junge Tiere auf dem Weg in die Freiheit.

Der Umweltstadtrat von Águilas, Genés Desiderio Navarro (PSOE), rief die Bevölkerung auf, die Umwelt sauber zu halten. „Der achtlos weggeworfene Müll landet im Meer und ist eine tödliche Gefahr“, so Navarro. „Schildkröten verheddern sich in Fischernetzen und können sich lebensgefährlich verletzen oder sie verwechseln Plastik mit Nahrung und können daran verenden.“ In einem Video zeigt die Landesregierung von Murcia, was bei der Begegnung mit einer Meeresschildkröte zu tun ist. Außerdem ist zu sehen, wie Schildkrötenbabys vergangenes Jahr schlüpften, in der Auffangstation El Valle aufgezogen wurden und schließlich dort in die Freiheit entlassen wurden, wo sie geboren wurden.

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