Eine Meeresschildkröte wird ans Ufer auf La Manga am Mar Menor gesetzt vor den Augen vieler Zuschauer.
+
Medienereignis am Mar Menor: Meeresschilkröten werden auf La Manga freigelassen.

Meerestiere an der Küste

Zehn Meeresschildkröten am Mar Menor frei gelassen: Adiós und bis bald!

  • Sandra Gyurasits
    VonSandra Gyurasits
    schließen

Auf La Manga am Mar Menor werden zehn junge Schildkröten genau an dem Strand ins Meer entlassen, an dem sie vor zehn Monaten schlüpften und an den sie in 20 bis 30 Jahren zurückkehren.

San Javier – Ob sie wohl wiederkommen? Vergangene Woche sind zehn junge Wasserschildkröten auf La Manga am Mar Menor vor den Augen von Vertretern des Landesministeriums für Umwelt und neugierigen Badegästen in die Freiheit entlassen worden. Die zwei Weibchen und acht Männchen wurden in der kleinen Bucht Esparto in San Javier auf den Weg ins Meer geschickt. Genau an dieser Stelle an der Küste von Spanien ging ihre Mutter vor einem Jahr an Land, um nicht weniger als 102 Eier im Sand zu vergraben, bevor sie wieder ins Wasser verschwand und der Sonne das Brüten überließ.

Meeresschildkröte
FamilieMeeresschildkröten
OrdnungSchildkröten (Testudines)
UnterordnungHalsberger-Schildkröten (Cryptodira)
GewichtUnechte Karettschildkröte: 160 kg, Grüne Meeresschildkröte: 160 kg, Atlantik-Bastardschildkröte: 40 kg Encyclopedia of Life

Da Meeresschildkröten ihrem Brutort treu sind, ist damit zu rechnen, dass die Kleinen nach La Manga zurückkehren werden, allerdings erst in 20 bis 30 Jahren. Wie sie den Weg zurück zu ihrem Geburtsstrand an der Costa Cálida finden, bleibt ein Mysterium.

Meeresschildkröten am Mar Menor: Die Jungtiere müssen mindestens ein Kilo wiegen

Bevor die Jungen in die freie Wildbahn gesetzt werden konnten, wurden sie nach dem Schlüpfen zehn Monate lang in Wassertanks in der Auffangstation für Wildtiere in El Valle bei Murcia, in der Forschungsstation Imida in San Pedro del Pinatar und im Ozeanographischen Institut in Valencia aufgezogen, ernährt und für das Leben draußen trainiert. Erst wenn sie eine bestimmte Größe und ein Gewicht von über einem Kilogramm erreicht haben, sind sie stark genug, um gegen Raubtiere zu bestehen. 37 Brüder und Schwestern bereiten sich in San Pedro del Pinatar und Valencia noch auf die Freiheit vor. Noch haben sie kein Idealgewicht. Wenn es soweit ist, werden auch sie in der kleinen Bucht auf La Manga freigelassen.

Die Entdeckung der 102 Schildkröten-Eier im Juli 2020 war eine Sensation. Das Nest wurde zum Schutz an einen 500 Meter entfernten Ort verlegt und zehn Eier sicherheitshalber in einen Brutkasten ins Zentrum El Vall gebracht. Das Gelege am Strand wurde mit Kameras ausgestattet und die Geburt der Schildkröten live im Internet übertragen. Letztendlich schlüpften und überlebten 47 Babyschildkröten.

Bereits im Sommer 2019 war eine Meeresschildkröte an der Küste des Regionalparks Calblanque in Cartagena an Land gegangen und hatte 69 Eier hinterlassen. 21 Junge schlüpften und schwimmen längst durch die Meere der Welt.

Meeresschildkröten am Mar Menor: Region Murcia wird zum SchildkrötenTerritorium

Meeresschildkröten an der Costa Cálida: Jungtiere werden in Aufzuchtstationen fit für die freie Wildbahn gemacht.

„Die Küste der Region macht sich einen Namen als Schildkröten-Territorium“, sagte der Landesminister für Umwelt, Antonio Luengo (PP). „In diesem Sommer sind schon sieben Spuren von Meeresschildkröten entdeckt worden, eine auf La Manga und sechs in Calblanque.“ Bisher blieb es allerdings beim Versuch, ein Plätzchen für die Eier zu finden.

Um die Bevölkerung für die vom Aussterben bedrohten Meeresschildkröten zu interessieren und vor allem für ihren Schutz zu gewinnen, bietet das Landesministerium für Umwelt geführte Besichtigungen durch die Aufzuchtstationen des Forschungsinstituts Imida im Hafen von San Pedro del Pinatar an. Die Besucher werden zu den Tanks geführt und können den Jungen beim Gedeihen und Trainieren zusehen. Die Führungen finden im Juli und August jeweils um 11.30 Uhr statt. Treffpunkt und Anmeldung ist das Besucherzentrum Las Salinas.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare