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32 kleine Schildkröten, die gingen in Murcia und Almería ins Meer

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Von: Sandra Gyurasits

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Ein Mann schickt vor einer Gruppe von Zuschauern eine Meeresschildkröte an einem Strand zurück ins Meer.
Auf die Plätze... : Eine von 32 jungen Meeresschildkröten wird am Strand von La Manga in Murcia in die Freiheit entlassen. © Carm

An den Stränden von Mojácar in Almería und auf La Manga in Murcia schlüpften vor einem Jahr junge Meeresschildkröten. Sie wurden in Spezialzentren aufgepäppelt und werden nun ins Meer in die Freiheit entlassen.

Die Zeit der Meeresschildkröten an der Küste von Spanien ist gekommen. Im Rahmen des Internationalen Tages dieser vom Aussterben bedrohten Meeresbewohner am 16. Juni sind an den Stränden der Küste von Almería und Murcia junge Schildkröten, die in Gefangenschaft aufgezogen wurden, in die Freiheit entlassen worden. In Mojácar an der Küste von Almería wurden 20 Exemplare an der Playa de Macenas ausgesetzt. Auch die Landwirtschaftsministerin von Andalusien, Carmen Crespo, und Bürgermeisterin Rosa Cano (beide PP) packten mit an.

Der Nachwuchs stammt aus einem Nest, das ein Strandbesucher im Juli 2021 an der Playa de la Granatilla in Mojácar entdeckt und der Polizei gemeldet hatte. Umweltagenten der Landesregierung und Guardia Civil bewachten die Eiablage rund um die Uhr, bis die Jungtiere schlüpften und zur Aufzucht in das Zentrum für Meeresumwelt in Algeciras gebracht wurden.

Meeresschildkröten frei: Geschlüpft, aufgepäppelt und in Murcia und Almería ins Meer geschickt

Die ersten vier Lebensmonate gelten als entscheidend für das Überleben der Babyschildkröten. Pfleger kümmerten sich 24 Stunden um die Tiere und achteten auf eine gleichbleibende Temperatur und eine ausgewogene Ernährung, die in der ersten Zeit aus Babybrei bestand.

Nach vier Monaten wurden die jungen Schildkröten auf weitere Zentren in Sevilla und Almería verteilt, um die Überlebenschancen zu sichern, falls in einer Anlage etwas schief gehen sollte. Wenn die Meeresschildkröten, die bei der Geburt gerade einmal 15 bis 20 Gramm wiegen, ein Kilogramm erreicht haben, ist der Moment der Freilassung gekommen. Bevor sie ins Meer verschwanden, wurden sie mit einem GPS-Sender versehen. Die Organisation zur Rettung von Meerestieren Equinac in Almería verfolgt ihre Reisen.

Meeresschildkröten gelassen: Mit GPS-Sender und Mikrochip am Panzer werden die Tiere verfolgt

Auch in der Nachbarprovinz Murcia sind am Strand Ensenada del Esparto auf La Manga am Mar Menor zwölf kleine Schildkröten in die freie Wildbahn geschickt worden. Sie waren im Juli 2020 an diesem Strand geschlüpft und in dem Zentrum Arca del Mar in Valencia aufgezogen worden.

Jeder Meeresschildkröte wurde ein Mikrochip unter die Haut gepflanzt, so dass sie identifiziert werden können, wenn sie wieder eingefangen werden sollten. Murcias Landesminister für Landwirtschaft, Antonio Luengo (PP), wies darauf hin, dass die Schildkröten in der Zeit von Juni bis September nachts an Land gingen, um ihre Eier abzulegen, im Sand zu verbuddeln und wieder ins Meer zu verschwinden.

Meeresschildkröten frei: Bei hohen Temperaturen nur noch Weibchen

Die Weibchen reagierten dabei sehr empfindlich auf Störungen, so Luengo. Wenn Strandbesucher einer Meeresbewohnerin begegnen, sollen sie mindestens 20 Meter Abstand halten, sich ruhig verhalten, keine Fotos mit Blitzlicht schießen und sich nicht in das Sichtfeld des Tieres stellen. Das wichtigste sei, dem Notruf 112 den Standort zu melden, sagte Luengo, auch bei Schildkröten-Spuren im Sand.

Meeresschildkröten leben in tropischen Gebieten. Wegen der globalen Erwärmung zieht es sie ins kühlere Mittelmeer und zur Eiablage an Spaniens Küste, wie Wissenschaftler vermuten. Die Temperatur spielt auch eine entscheidende Rolle bei der Bildung des Geschlechts der Jungtiere, da die Sonne die Eier ausbrütet. Bei über 29,9 Grad Celsius entwickeln sich Weibchen, unter dieser Marke Männchen. Sind die Temperaturen dauerhaft zu hoch, würden nur noch Weibchen schlüpfen und die Meeresschildkröte könnte aussterben.

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