Eine Hand mit Handschuh hält eine Blutprobe mit der Aufschrift Covid-19 ins Bild.
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Coronavirus-Ausbruch in Totana: 300 Disko-Besucher lassen sich testen.

Coronavirus in Region Murcia

Coronavirus-Rückfall in Murcia: Zweite Welle schickt Gemeinde Totana erneut in Phase 1

  • vonSandra Gyurasits
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In einer Diskothek in Totana in der Region Murcia haben sich bis jetzt 55 Besucher mit dem Coronavirus angesteckt. Die Landesregierung ergreift drastische Maßnahmen und riegelt die Gemeinde teilweise ab.

  • 300 Disko-Besucher aus Totana wurden getestet: 55 haben sich mit dem Coronavirus infiziert.
  • Bewohner dürfen wegen Coronavirus-Rückfall Totana nur in Ausnahmefällen verlassen und sind aufgerufen, zu Hause zu bleiben.
  • 60 Prozent der Covid-Neuinfizierten sind Südamerikaner. Der Bürgermeister von Totana befürchtet eine Welle der Ausländerfeindlichkeit.

Murcia/Totana - Die Lage ist ernst. Die Zahl der Neuinfizierten mit dem Coronavirus steigt in der Region Murcia rasant an. So rasant, dass die Landesregierung von Murcia die 32.000 Eiwohner zählende Gemeinde Totana am 23. Juli wieder zurück in die Phase 1 des Deeskalationsplanes zur Bekämpfung der Corona-Krise geschickt hat.

Totana
Einwohner32.000
südamerikanische Gemeinde3.500
WirtschaftKürbis- und Paprikaanbau, Schweinezucht
Lage grenzt an Mazarrón und Lorca
BesonderheitLa Bastida, eine der bedeutendsten Fundstätten Europass

Der Grund: Der Pub Dubai hat sich in einen Infektionsherd verwandelt. Das Nachtlokal war bereits am 12. Juli geschlossen worden, nachdem bei drei Besuchern das Virus nachgewiesen worden war. Seitdem stiegen die Fälle an. Allein in 24 Stunden von Mittwoch, 22. Juli, auf Donnerstag, 23. Juli wurden 44 neue Infektionen festgestellt. Insgesamt haben sich bis jetzt 55 Pub-Besucher mit dem Virus infiziert. Der Landesgesundheitsminister Manuel Villegas (PP) hatte zuvor alle rund 300 Gäste, die am 10. und 11. Juli in dem Pub waren, aufgerufen, sich testen zu lassen.

Zweite Corona-Welle in Murcia: Diskotheken geschlossen, Bewohner von Totana sollen zu Hause bleiben

Totana ist die erste Gemeinde, die in der Region Murcia nach der Aufhebung des Notstands am 21. Juni in die Phase 1 zurückgestuft wurde. Phase 1 bedeutet, dass Bewohner Totana nur in genehmigten Ausnahmefällen und die Region Murcia gar nicht verlassen dürfen. Ähnliches gilt für Besucher. Auch sie brauchen eine Rechtfertigung, um nach Totana hinein zu kommen. Restaurants und Bars dürfen Kunden nur noch auf Terrassen bedienen und nur halb soviele Tische und Stühle aufstellen. Die Lokale müssen um 24 Uhr schließen. Seniorentagesstätten sind geschlossen. In Altenheimen herrscht Besuchsverbot. Die beiden Gesundheitszentren in Totana nehmen ausschließlich Covid-19-Fälle auf.

Die Bewohner sind zwar nicht verpflichtet, zu Hause zu bleiben. Doch der Landesgesundheitsminister rät dringend dazu, Kontakte zu vermeiden, auch im Privatleben. Treffen mit mehr als zehn Personen sind ohnehin verboten. Die neuen Restriktionen gelten ab dem 23. Juli zunächst sieben Tage. Das Amtsgericht von Totana hat die drastischen Maßnahmen der Landesregierung bestätigt.

Corona-Welle in Murcia: 60 Prozent der Neuinfizierten sind Südamerikaner - Ausländerfeindlichkeit befürchtet

Insgesamt sind derzeit in der Region Murcia 252 Covid-19- Fälle registriert. 159 der Neuinfizierten kommen aus Ecuador, Kolumbien, Bolivien und anderen südamerikanischen Ländern. Das entspricht über 60 Prozent. Zwei von drei Angesteckten sind Südamerikanern. Landesgesundheitsminister Villegas wendete sich an die lateinamerikansiche Gemeinde in der Region Murcia und appellierte an ihr Verantwortungsbewusstsein. Die Diskotheken in Totana und die Ausgehmeile Atalayas in Murcia, wo die meisten Ansteckungen festgestellt wurden, werden hauptsächlich von Südamerikanern besucht. Der Landesministerpräsident von Murcia Fernando López Miras (PP) erklärt die Maßnahme:

Der Bürgermeister von Totana, Juan José Cánovas, das einzige Gemeinde-Oberhaupt der Linkspartei IU in der Region, ist besorgt. Nicht nur wegen des massiven Ausbruchs und der Gefahr, dass die Situation außer Kontrolle geraten könnte, sondern auch vor einer Welle der Ausländerfeindlichkeit. In Totana leben 3.500 Südamerikaner.

Zweite Corona-Welle: Virus trifft alle gleichermaßen, ungeachtet der Nationalität

Der Coronavirus-Ausbruch habe nichts mit der Herkunft der Betroffenen zu tun, sagte Cánovas. Es handle sich um junge Leute, die sich den Regeln widersetzen und sich der Folgen nicht bewusst seien, das gelte für Spanier, Südamerikaner oder für jedwede Nationalität. Cánovas räumte ein, dass der Pub Dubai bereits seit längerem für Ärger bei den Anwohner sorgt wegen Lärmbelästigung. Doch dem Rathaus seien die Hände gebunden, weil die Betreiber über eine gültige Lizenz verfügten.

In Totana haben sich 300 Diskogänger auf das Coronavirus testen lassen: 55 sind infiziert.

Der Bürgermeister steht hinter den strengen Maßnahmen der Landesregierung und empfiehlt seinen Bürgern, vorerst zu Hause zu bleiben. Das Virus würde alle gleichermaßen treffen. Die Situation könne nur gemeinsam gemeistert werden, sagte Cánovas. Die Zahl der Neuinfizierten und der Coronavirus Infektionsherde in Spanien steigt seit Tagen dramatisch,

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