Illegale Tierhaltung in Murcia

Tierquälerei in Murcia: Polizei hebt illegalen Zoo mit 572 Tieren aus

  • vonSandra Gyurasits
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Auf einer Finca in Lorca in der Region Murcia haben Umweltagenten 572 Tiere unter elenden Bedingungen vorgefunden, unter ihnen auch Arten, die unter besonderem Schutz stehen. Die meisten haben inzwischen ein neues Zuhause gefunden.

  • Guardia Civil nimmt 62-jährigen Besitzer eines illegalen Zoos mit 572 Tieren in Lorca fest.
  • Verdreckte, viel zu kleine Käfige, vergammeltes Fressen: Die Tiere lebten unter elenden Bedingungen.
  • Das Rathaus von Lorca hat die Adoption der Tiere übernommen und auch selbst Enten und Vögel  aufgenommen.

Lorca –  Die Umweltbrigade der Guardia Civil, Seprona, hat in Lorca in der Region Murcia einen illegalen Zoo ausgehoben. Die Umweltagenten und Veterinäre der Stadt Lorca fanden insgesamt 572 Tiere vor, die unter elenden Bedingungen gehalten wurden. Der 62-jährige Besitzer muss sich unter anderen wegen Verstoßes gegen Spaniens Umweltschutz- und Tierschutzgesetz, Tierquälerei und illegaler Haltung von geschützten Arten verantworten. Anwohner hatten den Mann seit September mehrmals angezeigt.

Lorca
Höhe353 m
Fläche1.675 km²
Wetter20 °C, Wind aus O mit 11 km/h, 49 % Luftfeuchtigkeit
Bevölkerung93.079 (2018)
ProvinzMurcia

Die Tiere befanden sich auf einer Finca in Purias bei Lorca. Nach Angaben der Guardia Civil waren ihre Unterkünfte mit Ausscheidungen übersät und viel zu klein, so dass sie sich kaum bewegen konnten. Vögel wurden in Plastikkisten gehalten. Den Tieren wurden kaum Nahrung und Wasser zur Verfügung gestellt. Das vorhandene Futter war bereits verdorben und mit Würmern versetzt, das Wasser mit einer Algenschicht überzogen.

Tiermisshandlung in Murcia: Tiere mit Verletzungen und der Infektionskrankheit Leishmaniose

Einige Tiere wiesen Verletzungen auf, die von Schnüren und Ketten stammten, Eingeweidebrüche oder litten an der Infektionskrankheit Leishmaniose, die in Spanien, vor allem an der Küste verbreitet ist, auch an der Costa Cálida in Murcia. Zwei Pferde konnten nicht mehr laufen, weil ihre Hufe nicht beschnitten wurden.

Tierquälerei in Murcia: Das Pony aus dem illegalen Zoo in Lorca konnte kaum laufen wegen der unbehandelten Hufe.

Neben Pferden und Ponys gehörten auch Hunde zu dem illegalen Zoo sowie Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Minischweine, Ziegen, Schafe, Pfauen, Hühner, Enten, Gänse, Wachteln, jede Menge Finken, ein Waschbär und ein Goldfasan, der der Polizeiaktion ihren spanischen Namen gab „Faisán Dorado“. Seine auffällige, goldgelbe Haube auf dem Kopf erinnert unweigerlich an den Noch-Präsidenten der USA Donald Trump.

Illegaler Zoo in Lorca: Auch besonders geschützte Tiere dabei, wie Turteltauben und maurische Landschildkröten

Auch unter Schutz stehende Tiere hielt der Besitzer des illegalen Zoos, ohne eine Genehmigung vorweisen zu können, wie maurische Landschildkröten, Turteltauben, die seit 2015 auf der Roten Liste vom Aussterben bedrohter Vogelarten stehen und exotische Vögel, die auf der Liste des Washingtoner Artenschutzübereinkommen (Cites) geführt werden. Ebenso fanden die Seprona-Agenten invasive Arten wie den südamerikanischen Mönchssittich oder den Halsbandsittich, der eigentlich in Afrika zu Hause ist. Werden diese Papageien frei gelassen, stellen sie ein Bedrohung für heimische Vogelarten dar.

Alle Tiere wurden beschlagnahmt und kamen zunächst in die Obhut des Landesministeriums für Landwirtschaft der Region Murcia. Die maurischen Schildkröten und Singvögel wurden der Auffang- und Erholungsstation für Wildtiere El Valle bei Murcia übergeben.

Illegaler Zoo in Lorca: Rathaus von Lorca adoptiert Enten und Vögel

Das Rathaus von Lorca hat sich in den Fall eingeschaltet und die Adoption von 242 Tiere übernommen.  Die Hunde und Katzen wurden geimpft und mit Mikrochips versehen, die Vögel von Parasiten befreit. 15 Hunde, zwei Katzen, 19 Kaninchen, 16 Meerschweinchen, 17 Enten, vier Gänse und 164 Vögel, vier Blaue Pfauen und der Goldfasan hätten bereits ein neues Zuhause gefunden, sagte der Stadtrat für Gesundheit, José Ángel Ponce (PSOE). Der Großteil sei von Privatleuten aufgenommen worden. Die neuen Besitzer seien registriert worden zur Kontrolle, ob die Tiere artgerecht gehalten werden.

Tierquälerei mit Happy-End: Enten und Gänse aus illegalem Zoo in Lorca haben ein neues Zuhause.

Auch das Rathaus von Lorca selbst hat Tiere aus dem illegalen Zoo adoptiert, wie Poce berichtete. Acht Enten und zwei Wildgänse schwimmen inzwischen auf einem Teich in dem Bezirk Doña Inés. Zwei weitere Enten sind auf dem Teich in dem Park Pediatra Diego Pallarés an der Plaza de Toros zu Hause, wo sich auch ein großes Vogelhaus befinden, in dem 30 Wellensittiche, Agapornis, Nymphen und Kakarikis, neuseeländische Sittiche, Unterschlupf gefunden haben.

Rubriklistenbild: © Guardia Civil

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