Blick aus einem Café auf die Strandpromenade in Puerto de Mazarrón.
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Die Strandpromenade von Puerto de Mazarrón wurde zum Schauplatz eines Mordes.

Rassistische Attacke

Mord mit rassistischem Hintergrund an der Costa Cálida: Marokkaner im Café in Mazarrón erschossen

  • Sandra Gyurasits
    VonSandra Gyurasits
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Rassismus ist offenbar das Motiv für einen Mord an der Costa Cálida. Ein Mann hat einen Marokkaner aus nächster Nähe in einem Café in Mazarrón erschossen.

Mazarrón – Ein Mord aus Rassismus in Mazarrón an der Costa Cálida hat in der Region Murcia und in ganz Spanien für Bestürzung gesorgt. Am vergangenen Sonntag, 13. Juni, hat ein ehemaliger Militärangehöriger einen 37-jährigen Marokkaner aus nächster Nähe erschossen. Die Tat geschah auf der Terrasse der Bar El Muelle auf der Strandpromenade in Puerto de Mazarrón in Gegenwart von rund 20 Gästen.

MazarrónStadt in Spanien
Fläche318,7 km²
Höhe55 m
Bevölkerung31.562 (2018)
RegionMurcia

Mord aus Rassismus an Costa Cálida: Täter beleidigt Marokkaner und schießt seinem Opfer drei Mal in die Brust

Alles deutet auf Rassismus als Tatmotiv für den Mord an der Costa Cálida hin. Täter und Opfer wohnten zwar beide in Puerto de Mazarrón, sollen sich zuvor jedoch noch nicht begegnet sein. Zeugenaussagen und Aufnahmen der Sicherheitskameras zufolge ging der tödlichen Attacke ein Streit voraus. Der 52-jährige mutmaßliche Täter und das Opfer mit einer Gruppe von Freunden saßen in dem Café an getrennten Tischen, als der 52-Jährige lauthals ausländerfeindliche Sprüche von sich gab.

Er soll die Kellnerin gefragt haben, warum sie mit den "Scheiß-Marokkanern" so lange rede, sich darüber beschwert haben, dass sie die Toiletten benutzten und versucht haben, die Getränke vom Tisch der Marokkaner zu räumen. Das Opfer wandte sich schließlich an den 52-Jährigen, forderte ihn auf, den Ton zu mäßigen, die Kellnerinnen, seine Freunde und ihn in Ruhe zu lassen und zu respektieren. Doch der Querulant ließ nicht locker, wurde vom Personal schließlich des Lokals in Mazarrón verwiesen und ging nach Hause.

Mord aus Rassismus an Costa Cálida: Bürgermeister spricht von der Tat als Einzelfall

Der Streit schien beigelegt zu sein. Den Aussagen einer Angestellten zufolge soll der Mann, der bis dahin als normaler Kunde galt, jedoch bereits am Vormittag angekündigt haben, dass etwas passieren werde. Der Ex-Militär, der als Fallschirmspringer am Stützpunkt in Alcantarilla im Einsatz gewesen sein soll, zog sich nach der verbalen Auseinandersetzung in dem Café in Puerto de Mazarrón offenbar um und kehrte mit einer Schusswaffe in der Hand in die Bar zurück. Er soll direkt auf das Opfer zugegangen sein und ihm drei Mal in die Brust geschossen haben. Eine der Kugeln traf eine Hauptschlagader. Weniger Stunden später starb der 37-Jährige im Krankenhaus in Murcia.

Mord aus Rassismus in Puerto de Mazarrón: Die Tatwaffe, mit der der Täter den Marokkaner erschoss.

Der Täter flüchtete mit der Waffe in der Hand in Richtung Strand, wurde von Polizisten aber wenig später überwältigt und abgeführt. Bei einer Hausdurchsuchung stellten die Ermittler mehrere Gewehre, Messer und drei Schusswaffen sicher, für die er keine Lizenz vorweisen konnte. Der Mann wurde bereits dem Gericht in Totana vorgeführt. Er machte von seinem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern. Die Richterin ordnete nach dem mutmaßlichen Mord Untersuchungshaft ohne Kaution an.

Demonstration gegen Rassismus nach Mord an der Costa Cálida

In Mazarrón kam es an den Tagen nach der Tat zu Demonstrationen gegen Rassismus. Es handele sich um eine rassistische Tat gepaart mit Hass, sagte der Bürgermeister von Mazarrón, Gaspar Miras (PSOE). Zum Glück sei der Mord ein Einzelfall an der Costa Cálida, betonte er. In Mazarrón lebten Marokkaner und Einheimische schon mehr als 25 Jahre harmonisch zusammen. Die Marokkaner seien perfekt integriert, viele hätten die spanische Nationalität. Derzeit leben nach Angaben von Miras 3.000 Marokkaner in der Gemeinde Mazarrón, die 32.800 Einwohner zählt. Das Opfer kam vor 20 Jahren nach Spanien, um sich ein Leben aufzubauen. Er hinterlässt eine Ehefrau und drei minderjährige Kinder, darunter ein gemeinsamer Sohn und zwei Kinder aus einer früheren Ehe der Frau.

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