Garnelen liegen auf Eis.
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Gambas Rojas gehören in Spanien zum Fest dazu, doch an der Costa Cálida sind sie derzeit rar.

Spezialität zu Weihnachten und Silvester

Spaniens Fest-Delikatesse macht sich rar: Wo steckt die Rote Garnele?

  • vonSandra Gyurasits
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Die Gamba Roja gehört in Spanien zum Festmenü. Doch den Fischern von Cartagena und Águilas an der Costa Cálida geht derzeit kein Krustentier ins Netz. Über die Gründe wird spekuliert. 

  • Die Rote Garnele scheint vor der Küste von Cartagena und Águilas wie vom Meeresboden veschluckt zu sein.
  • Die Fischer holen nur wenig Rote Garnelen ein, die für bis zu 160 Euro pro Kilo versteigert werden.
  • Die Fischer vermuten, dass Seebeben ein Grund für das Verschwinden der Garnelen sein könnten.

Cartagena/Águilas – Wo steckt bloß die Gamba Roja, die Rote Garnele? Die Rote Garnele gehört nicht nur in den Gourmet-Restaurants von Spaniens Sterneköchen auf die Speisekarte, sondern auch zum traditionellen Weihnachtsmenü an der Mittelmeerküste dazu, sie sorgt quasi für die exquisite Note auf dem Teller und beschert den Fischern ein gutes Geschäft – vorausgesetzt, sie lässt sich fangen. Doch in diesem Jahr macht sich Spaniens beliebtes Krustentier rar, zumindest an der Küste von Cartagena und Águilas. In den Fischgeschäften und Supermärkten an der Costa Cálida fehlt es derzeit an der Delikatesse.

Cartagena
Fläche558,1 km²
Höhe10 m
Bevölkerung213.943 (2018) Instituto Nacional de Estadística
ProvinzMurcia

Die wenigen Mengen, die in den vergangenen Tagen gefangen wurden, sind auf dem Fischmarkt in Cartagena für viel Geld sofort versteigert worden. Der Preis soll derzeit bei bis zu 160 Euro pro Kilogramm liegen, wie die Zeitung „La Verdad“ berichtet. Auch in Dénia an der Costa Blanca gilt die Gamba Roja als absolute Delikatesse. Hier werden mitunter sogar Rekordpreise von 260 Euro für ein Kilo Roter Garnelen erzielt.

Keine Roten Garnelen an der Costa Cálida: Seebeben als möglicher Grund

Die Fischer der Genossenschaft Cartagena vermuten, dass mehrere Seebeben in dem Fischfanggebiet von Cabo de Palos nach dem Sommer der Grund für das Verschwinden der Roten Garnele sein könnten. Bei den Erdbewegungen unter Wasser werde der Meeresboden aufgewirbelt. Danach würde sich eine Schlammschicht auf den Grund ablegen, genau auf die Nahrungsquelle der Gamba Roja, hieß es. Nur wenige Tiere überlebten und könnten sich vermehren. Nach Meinung der Fischer werde sich die Lage erst zum Besseren wenden, wenn weitere Seebeben den Meeresgrund ein weiteres Mal aufwirbeln und säubern. Wann das sein könnte und wann somit die heimische Delikatesse wieder verfügbar sein könnte, ist allerdings schwer vorauszusagen.

Wie Meisterköche aus Águilas Roten Garnelen zubereiten, zeigt ein Showkochen:

Auch in den Fischgründen vor Águilas scheinen die beliebten Krustentiere wie vom Erdboden verschluckt zu sein – was in gewisser Weise auch zutreffen könnte. Denn Manuel Díaz, Chef der Fischereigenossenschaft von Águilas, geht davon aus, dass sich die Roten Garnelen in eine größere Tiefe zurückgezogen haben, in die kein Netz mehr gelange. Die Schleppnetze der Fischer, mit denen die Gamba Roja gefangen wird, reichten bis zu 70 Meter tief.

Wo stecken die Roten Garnelen an der Costa Cálida? Dafür gehen den Fischern reichlich Barsche ins Netz

Der Grund für das Abtauchen der Roten Garnelen ist nicht geklärt. Das Phänomen ist aber nicht unbekannt. Erst im Juni war die Gamba Roja abgetaucht. Nun heißt es für die Fischer warten, bis sie wieder auftauchen und ihnen die Delikatesse wieder ins Netz geht.

Auch wenn die Fischer derzeit nur sehr wenig Garnelen aus dem Meer fischen, leer gehen sie nicht aus. Ihnen gehen reichlich Zacken- und Wolfsbarsche (mero und lubina), Petersfische gallopedro), Seehechte (merluza), Meerbarben (salmonete) und Goldbrassen (dorada) ins Netz, ebenfalls gern gesehene Weihnachtsspeisen.

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