Start in die neue Normalität

Erster Tag der Phase 1: Was erlaubt ist, was nicht und was noch nicht geklärt ist

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Nach jedem Besuch muss sauber gemacht werden.
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Die ersten Bars in Murcia und Almería servieren den lang ersehnten café con leche. Die Strände werden nach und nach wieder geöffnet. Murcias Landeschef hat allerdings ein mulmiges Gefühl.

  • Bars, Märkte, Geschäfte öffnen, Fahrten innerhalb der Provinz sind wieder erlaubt.
  • Andalusien hat vor, die Ausgehzeiten für Kinder, Sportler und Spaziergänger zu ändern.
  • Murcias Landeschef appelliert an das Verantwortungsbewusstsein seiner Bürger.

Murcia - Die Region Murcia und die Provinz Almería stehen gut da in der Coronavirus-Krise und haben den Schritt in die Phase 1 der Lockerungen der Ausgangssperre locker geschafft. Phase 1 bedeutet grob zusammengefasst unter anderem, dass die Terrassen der Bars und Restaurants wieder öffenen dürfen. Die Tische müssen einen Abstand von mindestens zwei Metern haben. Nach jedem Kunden sind Stühle und Tische zu reinigen. Es werden weder Speisekarten und Servietten, noch Olivenöl oder Zuckerbehälter auf die Tische gestellt. Die Bars können ohne Zeitlimit während der Öffnungszeit besucht werden.

Die Zeitrahmen für Sport und Spaziergänge bleiben jedoch bestehen. Zur Erinnerung: Sportler und Spaziergänger dürfen von 6 bis 10 und von 20 bis 23 Uhr raus, Senioren ab 70 Jahre und Pflegebedürftige von 10 bis 12 Uhr und von 19 bis 20 Uhr, Kinder mit ihren Eltern von 12 bis 19 Uhr. Das Gesundheitsministerium in Madrid erlaubt, die Zeitrahmen wegen der hohen Temperaturen um zwei Stunden zu verschieben, aber nicht zu verlängern.

Zu heiß: Andalusien schlägt Änderung der Zeitrahmen vor

Die Landesregierung von Andalusien hat vor, die Ausgehzeiten wie folgt zu verändern: 6 bis 10 Uhr und 21 bis 24 Uhr für Sportler und Spaziergänger, 10 bis 12 Uhr und 18 bis 19 Uhr für Senioren und Risikogruppen, 12 bis 14 Uhr und 19 bis 21 Uhr für Kinder mit ihren Eltern. Von 14 bis 18 Uhr sollen die Strände für Wassersport freigegeben werden, aber nicht zum Sonnenbaden. Eine offizielle Entscheidung steht aber noch aus.

Den scheinbaren Widerspruch, dass Sport und Spaziergänge nur zu einer bestimmten Zeit erlaubt sind, Bars aber jederzeit besucht werden dürfen, erklärt das Gesundheitsministerium ein ums andere Mal damit, zu vermeiden, dass es zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten zu viele Jogger oder Spaziergänger gibt.

Weitere Lockerungen bestehen darin, dass kleine Geschäfte, Museen, Bibliotheken, Theater, Kino und Kirchen öffnen dürfen, allerdings mit beschränkter Besucherzahl. Auch die Wochenmärkte starten wieder mit maximal 25 Ständen, die mindestens zwei Meter voneinander entfernt sein müssen. Kleidung anprobieren ist nicht erlaubt. Familien und Personen, die in einem Haushalt leben, können zusammen in einem Auto fahren. Fahrten zwischen den Orten innerhalb der Provinz sind erlaubt, die Provinz zu verlassen ist aber verboten. Familien und Freunde können sich wieder treffen, zu Hause oder auf der Straße, wenn die Gruppe nicht mehr als zehn Personen zählt.

Murcias Landeschef: Bei unzivilisiertem Verhaten zurück zu Phase 0

Am Montagmorgen, 11. Mai, waren bereits erste Bewegungen in Richtung „neue Normalität“ zu beobachten. Allmählich werden auch die Strände für Sport und Spaziergänge ge��ffnet, die bisher noch geperrt waren, wie in Mojácar. Die ersten Bars servieren ihren Klienten den lang vermissten café con leche.

Murcias Landesministerpräsident Fernando Lópz Miras (PP) sieht den Lockerungen nicht ganz so locker entgegen. Seiner Meinung nach ist der Moment noch nicht gekommen, zu erlauben, dass Leute in ihren Ferienwohnungen übernachten dürfen, auch wenn es sich um dieselbe Propvinz handelt.

Ein Verbot will der Landeschef aber auch nicht erlassen. So appelliert er an das Veranstwortungsbewusstsein der Murcianer. Das Coronavirus sei nicht besiegt und die Pandemie nicht verschwunden, sagte er und drohte: Die Landesregierung werde nicht zögern, die Region zurück in die Phase 0 mit ihren strengeren Beschränkungen zu schicken, wenn es zu Regelverstößen und unzivilisiertem Verhalten kommen sollte.

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