Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez vor Anhängern und Journalisten.
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Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez schreibt einem Elfjährigen nach einer schwulenfeindlichen Attacke einen rührenden Brief.

Homophobie auf dem Schulhof

Schwulenfeindliche Attacke: Spaniens Regierungschef spendet Trost

  • vonSandra Gyurasits
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Ein elfjähriger Schüler aus Cartagena in der Region Murcia wird von seinen Mitschülern als Schwuchtel beschimpft und brutal zusammengeschlagen. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez nimmt sich der Sache persönlich an und schreibt einen Brief.

  • Ein elfjähriger Junge wird vor seiner Schule bei einer schwulenfeindlichen Attacke so schwer verletzt, dass er operiert werden muss.
  • Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez spricht dem Schüler in einem persönlichen Brief Trost zu.
  • Die LGBTI-Gemeinschaft Galactyco aus Cartagena startet eine Kampagne zur Unterstützung des Opfers.

Cartagena – „Lieber Diego José, ich bin Pedro Sánchez, der Regierungschef von Spanien. Ich schreibe Dir, um dir in dieser schwierigen Zeit beizustehen. Du bist nicht allein.“ So beginnt ein persönlicher Brief von Pedro Sánchez (PSOE) an den elfjährigen Diego José aus Cartagena in der Region Murcia. Der Junge war am 4. November nach Unterrichtsschluss vor der weiterführenden Schule Isaac Peral in Cartagena Opfer eines mutmaßlich schwulenfeindlichen Angriffs geworden.

Pedro Sánchez Pérez-Castejón Spanischer Ministerpräsident
Geboren29. Februar 1972 (Alter 48 Jahre), Tetuán, Madrid
Größe1,90 Meter
EhepartnerinMaría Begoña Gómez Fernández (verh. 2006)
ParteiPartido Socialista Obrero Español
KinderCarlota Sánchez Gómez, Ainhoa Sánchez Gómez
AusbildungUniversidad Camilo José Cela (2012)

Eine Gruppe von Jugendlichen packte den Elfjährigen an seinem Rucksack, während ein Schulkamerad so heftig zuschlug, dass er dem Jungen das Nasenbein mehrfach brach. Der Prügelnde ließ erst von seinem Opfer ab, als ein Erwachsener dazwischenging. Wegen der starken Blutungen musste Diego José im Krankenhaus Santa Lucía in Cartagena notoperiert werden. Seine ältere Schwester berichtete im regionalen Fernsehsender 7 TV Region Murcia, dass ihr Bruder oft als maricón (Schwuchtel) beschimpft wurde.

Brief von Ministerpräsident Sánchez nach homophober Attacke in Cartagena: „Du bist nicht allein“

Die Familie erstattete Anzeige und machte den Fall öffentlich. Die LGBTI-Gemeinschaft Galactyco, die sich in Cartagena gegen die Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern einsetzt, startete eine Kampagne zur Unterstützung des Jungen. Die Idee war, wohlwollende und aufmunternde Briefe an Diego José zu schreiben. Ministerpräsident Sánchez war der erste, noch bevor die Initiative in Gang kam. Galactyco veröffentlichte sein Schreiben in den sozialen Netzwerken.

Sánchez lobte den Mut des Jungen, trotzdem wieder in seine alte Klasse zurückkehren zu wollen. Mutige wie er würden das wahre Glück des Lebens finden. Sánchez versicherte dem Elfjährigen, dass die spanische Regierung, die Region Murcia, die Stadt Cartagena, seine Mitschüler, Freunde und Familie sowie der Großteil der Gesellschaft an seiner Seite stehen, damit er in Freiheit aufwachsen und sein könne, wie er wolle, ohne Angst haben zu müssen. Hass habe in Spanien keine Zukunft, schloss Pedro Sánchez.

Nach schwulenfeindlichem Anfriff in Cartagena: Reuiger Täter von Schule suspendiert

Die Schulleitung hat den elfjährigen Täter inzwischen für 14 Tage vom Unterricht suspendiert. Die Mutter eines anderen Schülers startete bereits eine Unterschriftenaktion dafür, dass der Junge der Schule verwiesen wird, aus Angst, ihrem Sohn könne das gleiche Schicksal widerfahren. Nach Angaben von Galactyco hat der junge Täter in einem Gespräch die Attacke bereut.

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