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Stier tötet Metzger in Murcia: Betäubtes Tier steht plötzlich auf

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Von: Sandra Gyurasits

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stier rennt durch arena
Tragödie in der Stierkampfarena in Murcia: Ein 472 Kilo schwerer Stier tötet einen Metzger. © Pixabay

In der Stierkampfarena von Murcia ist es zu einer Tragödie gekommen. Ein betäubter Stier, der zur Schlachtbank geführt werden sollte, richtet sich plötzlich wieder auf und greift einen Mann an.

Murcia – Während die Stadt Murcia im Südosten von Spanien ihr großes Septemberfest gefeiert hat, ist es am 12. September bei einem Stierkampf, der im Rahmen der Festlichkeiten stattfand, zu einem tragischen Zwischenfall gekommen. Ein betäubt geglaubter Stier hat einen Metzger auf die Hörner genommen und tödlich verletzt. Der Unfall passierte in den Ställen der Stierkampfarena La Condomina in Murcia.

Das 472 Kilogramm schwere Tier namens „Limpiador“, das aus einer Züchterei in Albacete stammte, sollte eigentlich zum Kämpfen in die Arena geschickt werden. Doch das Tier hinkte mit den Hinterbeinen und wurde zunächst in einen Stall zurückgebracht. Nach Ende der Stierkämpfe wurde „Limpiador“ gemäß den Vorschriften, die für Stierkämpfe in Spanien gelten, mit einem Stoß von oben betäubt und ging zu Boden. Gegen 22 Uhr betrat der Metzger den Stall, um dem Stier den Todesstoß zu versetzen und ihn für den Transport zur Schlachtbank vorzubereiten.

Stier tötet Metzger in Murcia: Betäubtes Tier steht plötzlich auf und attackiert

Doch plötzlich richtete sich das Tier auf und rammte dem Mann, für den es kein Entrinnen gab, die Hörner mehrmals in den Bauch. Das Opfer wurde sofort ins Krankenhaus gebracht, erlag jedoch kurze Zeit später seinen schweren Verletzungen. Die Organisatoren der Stierkämpfe hielten zwar eine Schweigeminute ab, zogen einen Abbruch der Spektakel aber nicht in Erwägung.

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Scharfe Kritik am Stierkampf kam von der Opposition im Rathaus von Murcia. Einfach weiter zu machen, als sei nichts geschehen, sei unmenschlich und brutal, teilte die linkgsgerichtete Partei Podemos mit. Die Kämpfe hätten abgesagt werden müssen. Diese Tragödie müsse ein Wendepunkt sein. Podemos forderte eine Volksbefragung, wie sie bereits in anderen Städten durchgeführt wurde.

Stier tötet Metzger in Murcia: Bürgerbefragung zum Stierkampf gefordert

Die Bürger von Murcia sollten entscheiden, ob es Stierkämpfe weiterhin geben sollte oder nicht. Podemos unterstützt die Gegner und kündigte eine Kampagne für ein „Nein“ zu Stierkämpfen an, bei denen die Tiere zu Tode gequält werden würden. Diese Veranstaltungen würden von immer weniger Menschen besucht und dank öffentlicher Gelder aufrechterhalten werden, hieß es.

Der Metzger ist nicht das einzige Opfer in der 135-jährigen Geschichte der Stierkampfarena von Murcia. Insgesamt verloren sechs Männer ihr Leben im Kampf mit einem Stier. Die erste Tragödie spielte sich 1894 ab, sieben Jahre nach der Eröffnung der Stierkampfarena in Murcia. Der 27-jährige angehende Stierkämpfer „El Castizo“ aus Sevilla wurde von einem Jungstier auf die Hörner genommen und erlitt tödliche Bauchverletzungen. 1910 wurde der Matador „Pepete“, ebenfalls aus Sevilla, unverhofft von den Hörnern des besiegt geglaubten Stieres durchbohrt und fiel noch in der Arena einem Helfer tot in die Arme.

Tödliche Stierkämpfe in Murcia: Sechs Männer verlieren den Kampf mit dem Stier

Drei Jahre später 1913 starb der Lanzenreiter „Loquillo“ aus Cartagena. Er wurde von seinem Pferd geworfen und stand schutzlos vor dem Stier, der ihm ein Horn in die Brust rammte und ihn auf der Stelle tötete. 1922 traf es den angehenden Stierkämpfer „Lagartija II“ aus Segovia. Der Stier durchtrennte die Vene am Oberschenkel. Der Mann verblutete.

Im September 1997 wurde der 67-jährige „Angelín“ getötet, der 40 Jahre lang in den Stallungen der Arena gearbeitet hatte. Er war dabei, die Herde zu trennen, als ihm eines der Tiere sein Horn in den Hals stach.

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