Mitarbeiter des Rathauses von Cartagena begutachten Hütten für Katzen.
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Die neuen Hütten für streunende Katzen in Cartagena werden begutachtet.

Straßenkatzten an Spaniens Küste 

Streunende Katzen in Murcia und Almería: Schutzbedürftig oder Killer?

  • vonSandra Gyurasits
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Mit Holzhütten, Wasser- und Futterspendern soll das Problem von streunenden Katzen in Wohnsiedlungen in Murcia und Almería gelöst werden. Doch nicht alle Tierschützer sind einer Meinung.

  • In Vera, Cartagena und Alcantarilla stellen Tierschützer Hütten mit Futterspendern auf, um die Katzenkolonien in den Wohnsiedlungenzu kontrollieren.
  • Gesunde Katzen würden helfen, die Siedlungen von Nagern und Kakerlaken befreien, sagen die einen.
  • Katzen killen zu viele Vögel und Fledermäuse, meinen die anderen.

Vera/Cartagena – In vielen Gemeinden an Spaniens Küste gibt es Probleme mit Straßenkatzen, die von manchen Anwohnern gefüttert und von anderen verscheucht werden. Viele Rathäuser in den Regionen Murcia und Almería setzen auf die Methode einfangen, kastrieren, aussetzen und versuchen, die Katzen-Kolonien zu kontrollieren und in Wohnsiedlungen zu integrieren.

KatzeWissenschaftlicher Name: Felis catus
Lebenserwartung2 – 16 Jahre (In der Wildnis)
Tragzeit58 – 67 Tage
Täglicher Schlafbedarf12 – 16 Stunden
Gewicht3,6 – 4,5 kg (Erwachsener)
Höhe23 – 25 cm

So hat die Tierschutzorganisation Asociación Animalista Eleos aus Mojácar (Almería) in der Urbanisation Jardines de Nuevo Vera in Vera Playa ein Pilotprojekt gestartet. Mit Unterstützung der Anwohner wurden mehrere Holzhütten aufgestellt, in denen sich die Katzen, die zuvor kastriert wurden, gegen Kälte, Wind, Regen und Sonne schützen können. Die Häuser sind ebenfalls mit automatischen Futter- und Wasserspendern ausgestattet.

Hilfe für Straßdenkatzen an Spaniens Küste: Jagdinstikt bleibt trotz Fütterns erhalten, meinen Tierschützer

Ähnliche Projekte laufen in Alcantarilla und in Los Urrutias in Cartagena, initiiert vom Rathaus mit Unterstützung durch Tierschutzvereine. Ziel ist es, die Population und den Gesundheitszustand der Katzen zu kontrollieren, deshalb ist das Füttern der Katzen allein dem Rathaus vorbehalten.

Eleos-Präsidentin María Presa wies auf die Vorteile einer gesunden und kontrollierten Kolonie hin. Die Katzen würden Nager, Kakerlaken und andere unerwünschte Tiere fernhalten. Sie blieben in ihrem Revier, der Urbanisation, und würden sich deshalb nicht in privaten Gärten breit machen. Dass die Katzen gefüttert werden, bedeute nicht, dass ihr Jagdinstinkt verschwinde, sagte Presa gegenüber der Zeitung „La Voz de Almería“.

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Das Argument, dass Katzen noch mehr Katzen anlocken würden, ließ sie ebenfalls nicht gelten. Das Gegenteil sei der Fall. Gesunde Katzen würden ihr Revier verteidigen und Eindringlinge verjagen. Zudem würden gesunde Katzen das touristische Image von Vera verbessern. Ein Urlauber aus dem Norden würde sich weniger an das leckere Eis erinnern, sondern eher an eine mitleiderregende abgemagerte Straßenkatze.

Schutzbedürftig oder Killer? Eine Katze aus der Auffangstation Catad in Cartagena sucht ein neues Zuhause.

Nicht alle Argumente werden von allen Tierschützern geteilt. Die Katze sei die vielleicht größte Bedrohung der Artenvielfalt, sagte Umweltschützer Rubén Vives von Ecologistas en Acción in der Region Murcia gegenüber der Zeitung „La Verdad“. Sie würde es sich auf dem Sofa bequem machen, Trockenfutter fressen, aber trotzdem ihren Jagdinstinkt behalten und auf Streifzügen Reptilien, Vögel und Fledermäuse killen. Wildtiere in freier Natur würden durch Haus- und Straßenkatzen aus ihren Revieren verdrängt werden.

Nicht alle Tierschützer einer Meinung: Manche sehen Katzen als größte Vogelkiller

Der Biologe Jorge Sánchez von der Organisation Anse in Murcia führte eine Studie an, die im Januar 2013 in dem Fachmagazin Nature erschien. Demnach schätzen Wissenschaftler, dass in den USA pro Jahr zwischen 1,3 und vier Milliarden Vögel und 6,3 bis 22,3 Millionen kleine Säugetiere Katzen zum Opfer fallen.

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