Drei Taucher der spanischen Marina im Meeresreservat von Cartagena.
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Tauchen an der Costa Cálida: Taucher der spanischen Marine kundschaften Reservate von Cartagena aus.

Tauchreviere in Spanien

Tauchen an der Costa Cálida: Cartagena bietet zwei Meeresreservate

  • Sandra Gyurasits
    vonSandra Gyurasits
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Taucher der spanischen Marine kundschaften die Meeresreservate von Cartagena an der Costa Cálida aus. Aus ihren Erkenntnissen wird ein Guide für Taucher entwickelt mit den besten Stellen zum Abtauchen.

Cartagena – Keine andere Küstenstadt in Spanien hat gleich zwei geschützte Meeresreservate zu bieten – mit Ausnahme von Cartagena an der Costa Cálida. Die Unterwasserwelten Cabo de Palos – Islas Hormigas und Cabo Tiñoso, die 1995 und 2016 zu Schutzgebieten erklärt wurden, zeichnen sich durch landschaftliche Schönheit und Abwechslung aus sowie durch eine besonders reiche Artenvielfalt, die von Wissenschaftlern, Fischern und Tauchern gleichermaßen geschätzt wird.

Cartagena
Höhe10 m
Bevölkerung213.943 (2018) Instituto Nacional de Estadística
ProvinzMurcia

Das Alleinstellungsmerkmal an der Mittelmeerküste von Spanien will Cartagena für sich nutzen und präsentiert sich als Taucherparadies für das ganze Jahr. Geplant sind Werbekampagnen mit Unterwasservideos und Fotos. Zudem ist ein Taucher-Guide in Arbeit, der die Unterwasserwelt beschreibt und empfiehlt, wo man am besten abtaucht.

Tauchen an der Costa Cálida: Cartagena, die einzige Stadt Spaniens mit zwei Meeresreservaten

An dem Projekt beteiligen sich Taucher der spanischen Marine (CBA). Sie kundschaften die Reservate mit Sonargeräten aus und werten die Ergebnisse aus, die das Rathaus von Cartagena dann zu einer Art Wegweiser für Taucher verarbeitet. 2019 hat die Taucher-Branche nach Angaben des Rathauses zehn Millionen Euro umgesetzt.

Das 1.173 Hektar große Reservat Cabo Tiñoso fällt durch seine zerklüftete Küstenlandschaft auf, die für die Region Murcia typisch ist. Schroffe Steilküsten wechseln sich mit kleinen Buchten ab. Dem Taucher begegnet ein Unterwassergebiet von hohem ökologischen Wert wegen der Höhlen, Seegraswiesen und felsigen Böden, die Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen bieten. Meeresvögel wie der Sturmwellenläufer oder der Sepiasturmtaucher haben sich hier niedergelassen. Unter Wasser sind Große Tümmler, Blau Weiße Delfine, Grindwale und Meeresschildkröten zu Hause. Auf ihren Wanderungen lassen sich auch mal Finn- oder Pottwal blicken.

Tauchen an der Costa Cálida: Im Meeresreservat Cabo de Palos per Du mit Barschen und Brassen

Cabo de Palos – Islas Hormigas ist ein rechteckiges, 1.931 Hektar großes Reservat mit Tiefen bis zu 50 Meter. Im Sommer ist das Wasser durchschnittlich 25 Grad Celsius warm und weist auf den ersten 20 Metern einen Salzgehalt von 36,9 Prozent auf, so viel wie selten zu finden im Mittelmeer von Spanien. Auf dem Grund findet der Taucher Seegraswiesen, Felsen, Sand und Maerl, das ist Kies, der zu 50 Prozent aus Rotalgen besteht. Das Besondere an diesem Tauchrevier sind die ausgebreiteten und sehr gut erhaltenen Seegraswiesen, die ideale Brutstätten sind und für eine reiche Artenvielfalt sorgen. So tummeln sich hier Zackenbrache, Zahnbrassen, Goldbrassen, Wolfsbarsch und jede Menge Makrelenarten.  

Tauchen an der Costa Cálida: Marine-Taucher beim Auskundschaften der Meeresreservate von Cartagena.

Insgesamt hat Spanien zwölf Meeresreservate ausgewiesen. Demnächst könnte ein weiteres Taucher-Paradies in der Region Murcia hinzukommen. Die Küste von Águilas und Lorca soll zum Reservat „Marina de Cabo Cope“ mit besonderer Bedeutung für die Fischerei erklärt werden. Eine Studie über den ökologischen Wert, den Nutzen für den Fischfang und die Möglichkeiten für Wassersportler in dem 14.000 Hektar großen Unterwasserschutzgebiet liegt bereits vor.

Tauchen an der Costa Cálida: Abtauchen, still genießen und keine Meeresbewohner stören

Einfach abtauchen in die Welt von Spaniens Meeresreservaten geht aber nicht. Zum Schutz des ökologischen Gleichgewichts gelten Regelungen für Taucher. In Cabo de Palos – Islas Hormigas sind im Juli und August nur 25 Tauchgänge pro Tag erlaubt. Für den Rest des Jahres liegt das Limit bei 13. Für Cabo Tiñoso gelten 24 Taucher pro Tag. Die Taucher müssen zuvor eine Genehmigung einholen bei der Delegation der Zentralregierung für Landwirtschaft und Fischfang in Murcia.

Verboten sind nächtliche Tauchgänge und das Mitführen von Fanggeräten wie Harpunen oder Messer. Unter Wasser dürfen keine Pflanzen, Steine oder archäologischen Fundstücken mit an Land genommen und keine Meeresbewohner gefangen oder gestört werden.

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