Fünf Männer stehen am Strand um einen Käfig mit einer Kegelrobbe herum.
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Verirrte Kegelrobbe an der Küste von Murcia: Fertig zum Transport zurück in die Heimat.

Tierisches aus Spanien

Tiere zu Besuch in Murcia: Verirrte Robbe und bissiger Bussard

  • Sandra Gyurasits
    VonSandra Gyurasits
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Ein aggressiver Wüstenbussard aus Murcia treibt sein Unwesen bei den Nachbarn. Eine schlecht gelaunte Kegelrobbe verirrt sich an die Strände von Murcias Küste.

Murcia – Zwei Tiere haben in der Region Murcia für Aufsehen gesorgt: Ein ausgebüxter Wüstenbussard und eine verirrte Kegelrobbe. Die Robbe, die eigentlich im Atlantischen Ozean unterwegs ist, hatte sich offenbar nach Spanien ins Mittelmeer verirrt. Immer wieder ließ sie sich an der Küste von Murcia bis Málaga blicken, zuletzt legte sie Verschnaufpausen am Strand El Portús in Cartagena und an der Playa La Llana in San Pedro del Pinatar ein.

Experten des Ozeanografischen Instituts in Valencia und der Aufzuchtstation für Wildtiere El Valle in Murcia verfolgten die Routen des Tieres an Murcias Küste, so wie sie es auch mit Meeresschildkröten unternehmen. Sie schätzten den Gesundheitszustand als geschwächt ein und beschlossen, die Kegelrobbe zu untersuchen und wieder in ihre natürliche Umgebung im Atlantik auszusetzen, damit das Tier seinen Weg nach Nordeuropa fortsetzen kann.

Kegelrobbe
ArtKegelrobbe
GattungHalichoerus
FamilieHundsrobben (Phocidae)
PrdnungRaubtiere (Carnivora)

Auf Annäherungen reagierte die Kegelrobbe zunächst jedoch aggressiv. Doch zu siebt gelang es den Spezialisten, sie mit einem großen Kescher und Decken sicher einzufangen. Erste Untersuchungen ergaben, dass die Robbe ungefähr sieben Jahre alt ist und sich mitten im Prozess des Fellwechsels befindet, der aber nicht so verläuft, wie er sollte. Es handle sich aber nicht um ein ernsthaftes Problem, versicherten die Fachleute aus Spanien.

Tiere aus Murcia: Eine Robbe verirrt sich an Murcias Strände, ein Bussard büxt aus und terrorisiert eine Gemeinde

Die Robbe wird nun in das Erholungszentrum für Wildtiere in Valencia gebracht und dort genau untersucht, bevor sie in den Atlantik entlassen wird. Zuletzt wurde eine Kegelrobbe 1990 an der Küste von Murcia gesichtet. Dagegen ließ sich die Mönchsrobbe vor vielen Jahren hier nieder und gründete Kolonien zwischen Cabo Tiñoso und Cabo Cope.

Noch ein Tier sorgte für Aufsehen: Ein Wüstenbussard aus Murcia. Eigentlich sollte er in der Region Murcia Wild jagen. Doch offenbar büxte er vor mehreren Wochen aus, flog in die Nachbarprovinz Albacete und terrorisierte dort die Bewohner von Tobarra. Nun ist es Umweltagenten aus der Region Kastilien-La Mancha gelungen, den majestätischen Wüstenbussard einzufangen.

Übeltäter aus Murcia: Umweltagenten gelang es, den aggressiven Wüstenbussard einzufangen.

Tierisches aus Murcia: Der Wüstenbussard hatte es auf Frauen und Kinder abgesehen

Zuvor waren mehrere Notrufe eingegangen. Die Anrufer berichteten über einen Raubvogel, der sich vor allem auf Frauen und Kinder auf der Straße stürzte und sie attackierte. Den unter Schutz stehenden Bussard mit einer Flügelspannweite von bis zu 1,20 Meter zu fangen, gestaltete sich schwierig, weil er meterhohe Lichtpfosten als Wachtürme nutzte. Er konnte erst mit lebenden Vogelködern und Netzen in einer Höhe von fünf Metern in die Falle gelockt und dem Zentrum für Wildtiere in Albacete übergeben werden.

Die Veterinäre bescheinigten dem Wüstenbussard einen perfekten Gesundheitszustand. Gestresst könne er jedoch eine Gefahr für den Menschen darstellen, hieß es. Ein Ring um seinen Fuß bestätigte, dass er in Murcia in Gefangenschaft aufgezogen worden war. Es sei wichtig gewesen, den Bussard einzufangen, betonten die Umweltagenten, da er nicht heimisch sei, sich in freier Wildbahn mit anderen Arten kreuzen könne und so die heimische Fauna gefährde, so wie dies bereits in Málaga beobachtet wurde.

Für nicht alltägliche Begegnungen sorgten an der Costa Blanca auch ein Reh, das ein Bad im Meer nahm. Oder ein Gänsegeier, der in Benidorm den Verkehr lahmlegte.

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