Zwei Rinder in einem Gehege mit Stroh in Murcia.
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Notschlachtungen im Hafen von Cartagena: Über 1.600 Kühe müssen getötet werden.

Tier-Drama in Murcia

Großes Schlachten im Hafen von Cartagena: Über 1.600 Kühe werden getötet

  • Sandra Gyurasits
    vonSandra Gyurasits
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Der Hafen von Cartagena wird zum Schlachthof für Rinder: Innerhalb von zwei Wochen müssen 2.500 Tiere getötet werden, nachdem sie auf Schiffen monatelang auf See umherirrten. Tierschützer protestieren.

Cartagena – Im Hafen von Cartagena wiederholt sich das gleiche tierische Drama wie vor zwei Wochen. Das Ministerium für Landwirtschaft in Madrid hat die Notschlachtung von 1.610 Rindern an Bord der Frachters „Elbeik“ angeordnet. Die Tötung der Tiere hat am 26. März am Hafenbecken Escombreras begonnen und dauert einige Tage. Die Kadaver werden in Lastwagen verladen und in einer Anlage in Abanilla in der Region Murcia entsorgt.

Hausrind
Wissenschaftlicher NameBos taurus
Lebenserwartung18-22 Jahre
Tragzeit283 Tage
Geschwindigkeit40 km/h (Maximum)
Täglicher SchlafbedarfWeiblich: 4 Stunden (Erwachsener, Kuh)
GewichtMännlich: 1.100 kg (Bulle), Weiblich: 720 kg (Kuh)

Die „Elbeik“ war am 18. Dezember aus Tarragona in Richtung Türkei aufgebrochen. Doch die Fracht wurde von türkischen und libyschen Behörden abgelehnt, weil einige Tiere aus Spanien angeblich an der nicht auf Menschen übertragbaren Blauzungenkrankheit litten. Nachdem das Schiff drei Monate lang auf See umhergeirrt war, durfte es schließlich vollbeladen den Hafen von Cartagena anlaufen.

Notschlachtungen im Hafen von Cartagena: Erst die Kühe von der „Karim Allah“, jetzt die Rinder auf der „Elbeik“

Nachdem Veterinäre des Ministeriums die Kühe auf der „Elbeik“ untersucht hatten, ordneten sie wegen des schlechten Zustandes der Tiere die Notschlachtung an. Zuständig für die Tötung ohne Leiden und gemäß des Tierschutzgesetzes war das Transportunternehmen. Doch die Verantwortlichen weigerten sich, sodass die spanischen Behörden die Schlachtung durchführen.

Exakt die gleichen Szenen spielten sich vor Kurzem auf dem Frachter „Karim Allah“ mit 880 Rindern an Bord ab. Auch sie wurden von der Türkei und Libyen abgelehnt. Drei Monate lang suchte das Schiff nach einem Hafen, bis es schließlich in Cartagena aufgenommen wurde.

Notschlachtungen im Hafen von Cartagena: Tierschützer forden Verbot von Transport von lebenden Tieren

Die Tierschutzorganisation Igualdad Animal berichtet auf ihrer Facebook-Seite von den miserablen Zuständen an Bord der „Elbeik“ und bezieht sich dabei auf den Bericht der Veterinäre. Demnach litten die Kühe Hunger und vor allem Durst. Unter ihnen befanden sich sieben Kadaver und ein sterbendes Tier. Die Rinder standen bis zu den Hufen in Jauche.

Tierschützer protestieren in Cartagena und fordern Verbot von Tiertransporten.

Angesicht der Notschlachtung von fast 2.500 Kühen innerhalb von zwei Wochen plädierte die Oppositionspartei Podemos Unidas IU-Verdes für ein Transportverbot von lebenden Tieren in Länder außerhalb der EU. Podemos-Sprecherin Aroha Nicolás kritisierte, dass die Hafenbehörde von Cartagena und die Landwirte eine gegenteilige Strategie verfolgten wie Länder wie England, die Niederlande oder Deutschland, die Tiertransporte zu Zwecken der Mast oder Schlachtung in anderen Ländern oder wenn das Tierwohl nicht garantiert werden kann, verbieten.

Doch die Hafenbehörde und Landwirtschaft setzten weiterhin auf den Export von lebenden Tieren, der ein wichtiges Wirtschaftsstandbein ist. Derzeit werden in Cartagena drei Frachter, „Bruna“, „Nabolsi“ und „Omega Star“, mit Schafen beladen, die Richtung Mittleren Osten verschifft werden sollen.

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