Liegende Fledermaus
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Tollwut, Ebola, Sars: Die Fledermaus trägt Viren in sich, wird aber nicht krank.

Tier trägt Viren in sich

Virenschleuder Fledermaus - Blutsauger unter Verdacht

  • vonSandra Gyurasits
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Fledermäuse sind Sars-CoV-2 stammt aus dem Reservoir des kleinen Tiers: Stecken sich auch Hund und Katze an?

Die Fledermaus hat einen zweifelhaften Ruf. Sie gilt als Retter von Ökosystemen, als biologisches Insektizid, weil sie große Mengen an Schädlingen pro Nacht vertilgt, aber auch als Virenschleuder. Sie steht stark im Verdacht, das Coronavirus an ein Schuppentier aus China weitergegeben zu haben, das das Virus dann auf den Menschen übertragen hat, wie chinesische Wissenschaftler vermuten, aber noch nicht eindeutig belegen konnten.

Sicher ist, dass die Fledermaus ein Reservoir für gefährliche Viren ist wie Tollwut, Ebola, Sars und vermutlich auch das neue Sars-CoV-2. Die Flugtiere beherbergen die hoch virulenten Erreger, ohne selbst offensichtliche Krankheitssymptome zu zeigen, wie die Wissenschaftler mehrerer Universitäten aus den USA, Deutschland, den Niederlanden und Singapur in einem gemeinschaftlichen Artikel auf dem Wissenschaftsportal elifescienes.org festhalten.

Hoch effizientes Immunsystem

Die Forscher untersuchten die Immunreaktion von Zellkulturen von Fledermäusen, indem sie sie mit Viren infizierten. Offenbar konnten einige Zellen den Angriff erfolgreich abwehren und blieben gesund, während andere das Virus weiterhin in sich trugen. Der Grund ist ein Protein, das das Immunsystem der Fledermaus beim Kontakt mit Viren in großen Mengen ausschüttet. Der Stoff kurbelt die Abwehr der Zellen an, sodass kein Erreger mehr andocken kann, und hemmt gleichzeitig Entzündungen und damit auch Krankheitssymptome.

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