Gedenkstein entfernt

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Seit 2018 heißt die einstige „Deutsche Schule Colegio Alemán Juan Hoffmann“ Deutsche Schule Málaga. Die Umbenennung kam nicht von ungefähr. Der Name Hans Hoffmann war 1997 in der sogenannten „schwarzen Liste“ der Alliierten aufgetaucht, die der Journalist der Tageszeitung „El País“, José María Irujo, entdeckt hatte. Darin waren 104 deutsche Nazi-Spione aufgelistet, die in Spanien operiert und sich dort versteckt hatten. Keiner wurde jemals ausgeliefert. Im Gegenteil: Einige von ihnen brachten es zu späten Ehren. Wie eben Hans Hoffmann, der als „engagiertes Mitglied der Nazi-Partei und gefährliches Mitglied der Gestapo“ geführt wurde und es trotzdem zum Generalhonorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland schaffte. Auch der Historiker Carlos Seidel hat sich eingehend mit Hoffmanns Geschichte befasst. Nur wenige Meter von der Schule entfernt, hat die Gemeinde Ojén und Heimat der privaten Bildungseinrichtung einen Platz nach jenem Mann benannt, der die Schule neu gegründet hatte und von 1967 bis zu seinem Tod 1998 Präsident des Patronats war. Seit Oktober 2018 heißt der Platz nun „Plaza Alemania“. Bis Dienstag erinnerte dort auch ein Gedenkstein an den langjährigen deutschen Honorarkonsul Hans Hoffmann, der in spanischen Kreisen als Juan Hoffmann bekannt war. Nachdem eine spanische Tageszeitung am vergangenen Wochenende darüber berichtet hatte, haben Angestellte der Gemeinde Ojén am vergangenen Dienstag den Gedenkstein mit einem Vorschlaghammer zerschlagen und entfernt.

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