Andalusien vor der Wahl: PSOE büßt weiter ein

1
263
Susana Díaz und Pedro Sánchez auf einer Wahlkampfveranstaltung. Foto: PSOE

Sevilla – mar. Laut der jüngsten Umfrage zu den am 2. Dezember stattfindenden Landtagswahl in Andalusien, wird die seit der Demokratisierung 1978 ohne Unterbrechung regierende PSOE auch weiter stärkste Partei bleiben. Regionalpräsidentin Susana Díaz wird dann aber noch mehr als bisher auf Koalitionspartner angewiesen sein, denn laut dem Institut Sigma Dos, werden die andalusischen Sozialisten mit 32 Prozent der Stimmen ein historisch schlechtes Ergebnis einfahren, nochmals 3,4 Punkte weniger als 2015 und zwei Punkte hinter der letzten Umfrage.

Laut der Projektion, die am Freitag publiziert wurden, folgen die konservative PP mit 20 (-6,5), die Linkskoalition aus Podemos und Izquierda Unida Adelante Andalucía mit 19 Prozent sowie die nationalliberalen Ciudadanos mit 18, die ihr Ergebnis von 2015 mutmaßlich verdoppeln können werden. Erstmals könnte auch die rechtsradikale Partei VOX mit bis zu 4 Sitzen in das 109-Sitze-Parlament einziehen. Laut Sigma Dos bleibt Andalusien jedoch mehrheitlich links orientiert.

Die oppositionellen Parteien rechts von der Mitte zielen in ihrer Kampagne vor allem auf das schlechte wirtschaftliche Abschneiden Andalusiens im Landesvergleich ab sowie die vielen Korruptionsskandale, die der PSOE in etlichen Gemeinden anhängen. Adelante Andalucía betont indes, dass es wenig Sinn mache, die Verantwortung in mindestens ebenso korrupte Hände zu geben, noch dazu in solche, denen die sozialen Belange der Andalusier wenig bedeuten würden. PP und Ciudadanos haben zudem das Problem, das sich ihre Anhängerschaften großteils überschneiden und mehr Wähler von der PP zu VOX wandern als von der PSOE zur PP.

Die Wahlen in Andalusien bekamen in der Vorwoche zusätzlich die Bedeutung eines nationalen Stimmungstest, seit Regierunchef Pedro Sánchez angekündigt hatte, dass er vorgezogene Neuwahlen nicht mehr ausschließt. Da sich, aufgrund der Blockaden sowohl der rechten Parteien wie auch der katalanischen Separatisten keine Mehrheit für den Staatshaushalt 2019 abzeichnet, könnte Spanien vor einem Superwahlsonntag am 26. Mai 2019 stehen, wenn mögliche nationale Parlamentswahlen mit Kommunal- und Europawahlen zusammenfallen sollten.

Am Sonntag, 2. Dezember, dem ersten Advent, sind 6,5 Millionen Andalusier wahlberechtigt. Die Wahlen wurden um ein Jahr vorgezogen, nachdem Ciudadanos seine Kooperation mit der PSOE aufgekündigt hatte.

Mehr in der Printausgabe

1 KOMMENTAR

  1. Liebe Leute, mit der geringen Stimmeinbuße wäre die Regierung noch gut davon gekommen. Auch in Andalusien hat eine Rechtspartei erheblich zugenommen. Welche Ziele verfolgt Susana Diaz?

    Beste Grüße
    F. M.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.