Cortés, der Eroberer

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Der spanische Eroberer Hernán Cortés schreibt im Zweiten Bericht an Kaiser Karl V. von seiner Ankunft in der Provinz Sienchimalen: „Hier empfingen sie mich nun sehr gut, und gaben mir sehr reichlich allen für meinen Marsch erforderlichen Proviant. Sie sagten mir, dass sie wohl wüßten, dass ich den Montezuma, ihren Herrn, besuchen wollte, und es sei ganz gewiss, dass derselbe mein Freund sei, denn er habe ihnen befehlen lassen, mir in allen Städten den besten Empfang zu bereiten, womit sie ihm zu Dienste sein würden. Ich aber entsprach ihrem guten und höflichen Betragen, indem ich sagte, Ew. Majestät besitze schon Kunde von jenem ihrem Herrn und habe mir befohlen, ihn zu besuchen, und einzig um ihn zu besuchen, ginge ich zu ihm.“ Dass nicht Cortés allein das Land durchquerte und eroberte, stellte schon der Soldat Bernal Díaz del Castillo in seinen Augenzeugenberichten klar. Dass das „Entsprechen aufs höfliche Betragen“ zu den blumigen Formeln gehört, mit denen sich Cortés bei Karl V. einschmeichelt, auch. Wenig später, am 8. November 1519, fand das folgenschwere Treffen zwischen dem mächtigen Aztekenfürsten Moctezuma und Cortés in Tenochtitlán statt. Daran schlossen sich fast zwei Jahre Krieg an, in dem die zahlenmäßig völlig unterlegenen Spanier die Hochkultur der Azteken besiegten. Sie hatten sich mit indigenen Völkern verbündet, die Moctezuma stürzen wollten, um seine auf Sklaverei, Menschenopfer und hohe Steuerabgaben basierende Herrschaft zu beenden. Den wohl wichtigsten – wenn auch teilweise in der geschichtlichen Diskussion unterschlagenen – Stellenwert in der Eroberung Mexikos nahmen die europäischen Krankheiten ein. Historiker schätzen, dass etwa die Hälfte der aztekischen Bevölkerung nicht kriegerischen Auseinandersetzungen, sondern aus Europa eingeschleppten Viren und Bakterien zum Opfer fielen.

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