Der Mensch als Bambus

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Sieben Jahre braucht der Bambussamen, bis er keimt. Sobald das Pflänzchen aber die ersten Blätter zeigt, dauert es nur sechs Wochen, bis eine stattliche, über 30 Meter hohe Bambusstaude herangewachsen ist. Im Wartezimmer des Drogenhilfsvereins Proyecto Horizonte Hombre in Marbella hängt dieses japanische Sprichwort an einer Pinnwand. Es soll als Parabel für den Reifeprozess eines Menschen dienen, vor allem für solche, die durch eine Sucht bei Null anfangen möchten. Wie der Bambus sollen sie sich Zeit für den Reifeprozess nehmen, nicht verzweifeln, wenn die ersten Schritte in Richtung eines anderen, suchtfreien Lebens schwerfallen, Rückfälle den Weg zeichnen oder sie von Gewissensbissen geplagt werden. Ein junger Mann mit kahlgeschorenem Kopf betritt das Wartezimmer und begrüßt eine langhaarige junge Frau. Sie warten auf den Therapeuten, denn sie machen mit beim Programm „Concilia“, das Suchtkranken hilft, sich mit den Ursachen ihrer Sucht auseinanderzusetzen. Im Gespräch mit anderen sollen sie sich selbst besser kennenlernen und verstehen, weshalb es wichtig ist, das soziale Umfeld zu wechseln. Auch Themen wie emotionale Intelligenz werden angesprochen.

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