Ein wahres Seeräubernest

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Diese Stadt hat etwas von einem Seeräubernest, und ein wenig erfüllt sie die Vorurteile über Marokko, die viele Europäer seit Jahrzehnten pflegen. Während sich die Stadtverwaltung darum bemüht, das moderne Zentrum herauszuputzen und für das Urlauberauge attraktiver zu machen, verströmen andere Stadtviertel mit ihrem verwitterten Mauerwerk, den unzähligen rostigen Satellitenschüsseln und Wäscheleinen auf den Flachdächern, an denen von der Jeans über die Djellaba bis hin zur Unterhose alles flattert, einen eher maroden Charme. Und wie es Hafenstädte überall auf der Welt so an sich haben, sind im Hafengebiet und im Labyrinth der engen Medina-Gassen einige Gestalten unterwegs, die nicht unbedingt Schwiegermutters Lieblinge wären. „Man muss aufpassen in Larache“, sagt Achmed, der nur einen Katzensprung entfernt vom Gemüse- und Fischmarkt im ehemaligen spanischen Viertel in seinem Imbiss selbstgebackene Erdnuss- und Mandelplätzchen oder andere Snacks verkauft. Dabei wirft er einen bedeutsamen Blick auf den offenen, an der Schulter baumelnden Rucksack und die achtlos auf dem Boden abgestellten Einkaufstüten.

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