Erstes und letztes Interview

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Über Facebook hatte die rechtspopulistische Partei Vox zur Spende aufgerufen. Foto: Facebook Vox

Fuengirola – lk. Borja W. hat sein Schweigen gebrochen. Der 26-Jährige hatte 2005 einer Frau in Fuengirola geholfen, als diese von einem Dieb verprügelt wurde. Borja hatte den Mann verfolgt und ihm die gestohlene Tasche abgenommen. Als es zu einer Schlägerei kam, verpasste der damals als Türsteher arbeitende Borja dem Dieb zwei Schläge. Zwei Tage später verstarb der Täter.
Das Gericht hatte ursprünglich angeordnet, dass Borja zwei Jahre hinter Gitter und eine Geldstrafe in Höhe von 180.000 Euro zahlen muss. Dank einer Kampagne der rechtspopulistischen Partei Vox waren 120.000 Euro zusammengekommen. Borja entkommt nach Protesten sogar der Gefängnisstrafe. Der Vorfall hatte die Gesellschaft gespalten. Einige sahen in ihm einen Helden, andere einen Kriminellen. Im Interview mit der spanischen Tageszeitung „El Mundo“ sagte Borja, dass er zwar seine politische Ausrichtung habe, dies aber nichts mit dem Geschehenen zu tun habe. „Niemand sollte Profit aus dieser Angelegenheit ziehen. Man muss sich vor Augen halten, dass hier eine Person gestorben ist“, sagte der 26-Jährige. Zu den Spenden meinte er, dass er weder das Geld annehmen noch in den Medien erscheinen wollte. Er habe sich mit dem Fall nicht bereichern wollen. Dabei habe man ihm Tausende von Euro dafür geboten, in einer Talkshow aufzutreten. Er unterstrich, dass er aus reiner Notwehr gehandelt habe, da er sah, wie der Dieb 15 Sekunden lang auf den Kopf der wehrlosen Frau eingetreten habe. Hätte der Dieb die Tasche sofort zurückgegeben, wäre er ihm erst gar nicht gefolgt.

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