Misere im Mittelmeer

1
307
18.08.2019, Italien, Lampredusa: Ein Besatzungsmitglied des spanischen Rettungsschiffes «Open Arms» von der Hilfsorganisation Proactiva Open Arms tröstet einen Migranten. Die dramatische Lage auf dem spanischen Rettungsschiff «Open Arms» ist nach zweieinhalb Wochen auf hoher See eskaliert. Verzweifelte Migranten sprangen am Sonntag ins Meer - offenbar um zu versuchen, die nahe gelegene italienische Insel Lampedusa schwimmend zu erreichen. Foto: Francisco Gentico/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Drei Wochen lang harrte die Open Arms vor der italienischen Küste aus. 160 Menschen waren an Bord des Schiffs der auf Seenotrettung spezialisierten Nichtregierungsorganisation Proactiva Open Arms. Teils hatten die Migranten zuvor in Lybien Folter erlitten, viele von ihnen waren seekrank, einige traten in einen Hungerstreik. Zunächst hatte das Schiff am 1. August 121 Menschen gerettet, eine Woche später nahm es weitere 39 Personen auf. Weder die italienische, noch die maltesische Regierung wollte ihre Häfen öffnen. Malta erklärte sich bereit, die 39 zuletzt Geretteten aufzunehmen. Proactiva Open Arms-Gründer Óscar Camps lehnte das Angebot der Malteser jedoch ab. Die 39 Migranten fürchteten, dass sie nach Lybien deportiert werden würden. Camps twitterte, dass die Stimmung an Bord angespannt und die Sicherheit gefährdet sei. Hollywoodstar Richard Gere besuchte das Schiff am 9. August und brachte den Migranten sowie der Besatzung Lebensmittel. Der italienische Innenminister Matteo Salvini spottete auf Twitter, dass Gere die Immigranten ja mit in seine Privatvilla nehmen und dort versorgen könnte. Und auch die rechtspopulistische Partei Vox machte sich über die Geste des Schauspielers lustig: „Richard Gere und der Menschenhandel. Diese inszenierte Nächstenliebe ist wieder einmal ein Ausdruck der Groteske. Ein Multimillionär inmitten von vermeintlichen Immigranten. Marionetten der globalen Mächte, die sich für eine Flüchtlingspolitik einsetzen, bei der die NGOs zu Handlangern der Mafias werden.“

Mehr in der Printausgabe

1 KOMMENTAR

  1. Liebe Leser, weil es auf der ganzen Welt arme Menschen gibt, darunter auch Flüchtlinge, deswegen muß Europa alle Flüchtlinge aufnehmen? Das muß schon wegen der Aufnahmekapazitäten scheitern. Aber die „schmutzigen“ Verdiener, die Kriegsgerät exportieren, auch aus UNSEREN Ländern, die dürfen sich mit dem Gewinn und den Betrug an den Bürgern Europas schmücken? Die Flüchtlinge werden und wurden doch systematisch vertrieben, weil an ihnen wieder zig Kreise verdienen.

    Beste Grüße
    F. M.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.