Pfad der Gestrandeten

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ARCHIV - Zum Themendienst-Bericht von Andreas Drouve vom 11. Juni 2019: Boot als Blickfang: Der Wanderweg Camí de Ronda bietet immer wieder interessante Perspektiven. Foto: Andreas Drouve/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

Diese Treppen führen in eine andere Welt. Hinaus aus der dumpfen Urlaubsszenerie der Strandliegen und Sonnenschirme. Die Stufen führen vom Strand La Fosca nach oben, nordwärts, als Teil der Wanderroute Camí de Ronda vorbei an Überresten des mittelalterlichen Kastells Sant Esteve de Mar und um die nächste Landspitze. Agaven und Feigenkakteen krallen sich in die Ausläufer der Klippen. Versprengte Felsblöcke ragen in der glasklaren, glitzernden See wie Haifischflossen auf. Wellen und Möwengekreisch. Es riecht nach Salz und Lavendel, die Luft wirkt unverbraucht. In der winzigen Bucht S’Alguer tauchen Boote am Steinstrand auf, dahinter blankweiß getünchte Fischerhäuschen mit Fenstern und Türen in Gelb, Rot und Grün. Welch eine atmosphärische und architektonische Wohltat im Vergleich zu den konturlosen Kästen in Lloret de Mar, wo Spaniens Costa Brava, die „wilde Küste“, unter Endloskubikmetern aus Beton begraben liegt. Die Wanderstrecke Camí de Ronda, die sich teilweise mit dem Fernwanderweg GR-92 deckt, führt dagegen durch eine weitgehend unverfälschte Mittelmeerlandschaft aus Schirmpinien, Korkeichen, wilden Oliven, winzigen Buchten und Stränden.

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