Spuren eines Samurais

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Mit glasigen Augen starren zwei greise Männer auf die Schenkel zweier Gewichtheberinnen im Fernsehen. Aus der Küche hinter der Bar dringt der Geruch nach Frittieröl und gebratenem Rinderfilet. „Ach ja, die Japaner, die nehmen uns den ganzen Thunfisch weg“, kräht der Mann mit Schirmmütze und rotweingetränktem Atem. Ob hier jemand mit Nachnamen „Japón“ heiße? „No“, hier heiße keiner Japón. „Ach ja, der Juan Francisco Japón, der wohnt hier oben drüber im dritten Stock“, sagt der Wirt. „Der kommt immer mit den Japanern und bestellt dann etliche Tapas. Die wollen ja alles probieren und dann sag ich ihnen immer die spanischen Namen. Nett sind die, aber `un poco timidos´.“ Die Redakteurin lässt sich das Bocadillo mit Hähnchen, Fritten und viel Mayonnaise einpacken und geht in den dritten Stock des Hauses. Juan Francisco Japón öffnet die Tür und bittet, am Tisch Platz zu nehmen. Vor ihm steht ein Teller mit Lachsfilet und Salat. Seine Bewegungen sind kontrolliert, er isst und spricht langsam und ist auch „un poco timido“.

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