Tote Sprache wird lebendig

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„Paulatim tu poteris linguam latinam loqui“, sagt ein Mann zu einer Frau, und diese erwidert auf Spanisch, dass sie es sich nochmal überlegen werde. Wir sind bei einem der Treffen von „Mane Latinum Malacinatum“ (dt.: Lateinischer Morgen in Málaga), einer Gruppe von Lehrern und Studenten, die einmal im Monat sonntags für zwei Stunden im Café con Libros auf der Plaza de la Merced in Málaga zusammenkommen, um gemeinsam ihr Latein zu verbessern. Und der Mann hat die Frau nicht etwa angeschnauzt, weil sie früher gehen wollte, sondern ihr lediglich gesagt, dass es gar nicht so schwer sei, Latein zu sprechen, wenn man es nur ein bisschen übt. „Quis legit?“ (dt.: Wer liest?), fragt der Mann von vorher, und eine andere Frau beginnt, aus dem Buch vorzulesen, das alle aufgeschlagen haben. Kaum ist der erste Satz zu Ende gelesen, geben die übrigen Mitglieder der Runde ihre Kommentare dazu ab. Alles auf Latein, wohlgemerkt.

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