Neue Zufahrtsstraße mit Flaniermeile

Alcazaba in Almería: Interieur sehenswert - Exterieur bald ebenso

  • vonJosé Antonio Nieto
    schließen

Die Alcazaba in Almería ist Jahr für Jahr die mit Abstand meistbesuchte Sehenswürdigkeit der Stadt Almería. Wenig sehenswert war für die Burgbesucher bislang indes das Umfeld der maurischen Festungsanlage. Was sich nun aber endlich ändert.

  • Vor zwei Jahren präsentierte die Stadt einen von der EU bezuchussten Sieben-Punkte-Plan zur Verschönerung des Burgumfeldes.
  • Einige der im Plan entahltenen Maßnahmen sind schon umgesetzt worden.
  • Die letzten vorgesehenen Inititiativen werden derzeit in Angriff genommen.

Almería - Das Umfeld der Burg Alcazaba, Almerías mit Abstand meistbesuchte Sehenswürdigkeit, ist kaum mehr wieder zu erkennen. Das Brachland am Fuße der Burg ist nicht mehr mit wild parkenden Fahrzeugen übersät und wird auch nicht mehr missbräuchlich als Müllkippe genutzt. Schließlich arbeitet die Stadtverwaltung schon seit dem Sommer 2018 daran, den einstigen Schandfleck der Altstadt in ein besseres Licht zu rücken.

StadtAlmería
Gründung955 n. Chr. durch Abderraman III
Fläche296,21 Quadtratkilometer
Bevölkerung198.533 Einwohner (Stand 2019)

Von einem mit 9,4 Millionen Euro dotierten und von der Europäischen Union subventionierten Plan zur Verschönerung des Burgumfeldes, der sieben Maßnahmen vorsah, sind einige auch schon umgesetzt worden. So wurden zum Beispiel mehrere ruinöse, den Zugang zur Alcazaba verschandelnde Immobilien enteignet und abgerissen. Außerdem wurde unter anderem auch das als La Hoya bekannte, östlich der Festung gelegene Gelände einer Grundreinigung unterzogen.

Neuer Zugangsweg eröffnet alternative Perspektive auf die Burg

Eine weitere Initiative des Plans steht kurz vor ihrer Fertigstellung: die Errichtung einer neuen Verbindungsstraße zwischen der Calle Pósito und der Calle Almanzor. Damit ist eine alternative und zugleich attraktivere Zufahrtsstraße zur Alcazaba geschaffen worden. Die drei Meter breite, gepflasterte, einspurige und unidirektionale Gasse, soll künftig auch der Kleinbus der Altstadtlinie nutzen, um Besucher zur Burg zu befördern.

In das Bauprojekt sind knapp 715.000 Euro investiert worden. Die nicht einmal 350 Meter lange Straße wird zum Teil von einer dekorativen, gekachelten Mauer umrandet. Und sie wird auch noch von einer Flaniermeile für Passanten begleitet, die stellenweise eine Breite von zehn Metern erreicht und über die man künftig zu Fuß in zehn Minuten von der zentralen Puerta de Purchena zum Eingang der Festung gelangen wird.

Mit der Verlängerung der Calle Pósito bis zur Calle Almanzor ist ein neuer, attraktiver Zugang zur Burg geschaffen worden.

Der Verlauf der Straße musste kurz nach Baubeginn etwas modifiziert werden, weil entlang der ursprünglich vorgesehenen Strecke archäologische Überreste aus den Epochen der Nasriden sowie der Almohaden entdeckt worden waren. Verzögert wurde die ursprünglich zu Ostern schon vorgesehene Fertigstellung dann noch ein weiteres Mal und zwar durch die Corona-Pandemie, wegen der im Zuge des Lockdowns die Arbeiten mehrere Wochen lang still gestanden hatten.

Aussichtsplattform mit Christusstatue soll ausgebssert werden

Noch vor der Eröffnung der neuen Zufahrtsstraße hat das Rathaus bereits die nächste, im eingangs erwähnten Plan vorgesehene Maßnahme in Angriff genommen. Und zwar soll das als Sagrado Corazón bekannte Monument auf dem als Cerro de San Miguel bekannten Hügel ausgebessert werden. Und zwar sowohl der Zugang, das Umfeld als auch die als Kulturgut unter Denkmalschutz stehende Christusstatue selbst, die durch die Überreste der mittelalterlichen, als Murallas de Jairán bekannten Stadtmauer mit der Burg Alcazaba verbunden ist.

Zu diesem Zweck hatte die Stadt im Vorfeld mit dem Bistum Almerías ein Abkommen vereinbart, damit das Bistum als Eigentümer des Grundstücks der Stadt zur Umsetzung des Vorhabens drei Jahre lang die Nutzungsrechte abtritt. Die Arbeiten, die sich drei Monate hinziehen sollen, sind jüngst für knapp 58.000 Euro öffentlich ausgeschrieben worden. Im September könnte bereits mit der Umsetzung begonnen werden.

Neben den geplanten Restaurierungen und Verschönerungen soll das Monument unter anderem auch mit einer Videoüberwachung ausgestattet werden. In der Vergangenheit wurde es nämlich immer wieder Mal das Ziel von Vandalen, aber auch von Dieben, die Kupferkabel der Beleuchtungsinstallation entwendeten. Zu guter Letzt soll an dem Monument auch ein Teleskop installiert werden, da man von der Anhöhe weitreichende Ausblicke über die Altstadt, den Hafen und das Meer genießen kann.

Gelände zwischen der Festung und der Christusstatue wird zum Park

Von dem im Juni 2018 präsentierten Plan zur Verschönerung des Umfeldes der Alcazaba würde dann nur noch eine Initiative ausstehen, die zwar ebenfalls schon anvisiert worden ist, vor dem kommenden Jahr aber nicht umzusetzen sein wird. Und zwar soll das bereits erwähnte, als Lo Hoya bekannte Gelände zwischen der Alcazaba und dem Cerro de San Cristobal einer landschaftlcihen Restaurierung unterzogen und in einen Park verwandelt werden.

Das von der alten Stadtmauer umrandete Gelände am Fuße der Festung soll in eine Parkanlage verwandelt werden.

Ein Projekt, auf dessen Umsetzung die Almerienser schon recht lange warten, denn erstmals angestoßen wurde es bereits im Jahr 1996. Fast eineinhalb Jahrzehnte später, im Jahr 2010 war auch schon ein Ideenwettbewerb veranstaltet worden, um Vorschläge zu sammeln, wie das rund 55 Hektar große Gelände umgestaltet werden könnte. Aus dem Wettbewerb ging damals das Architekturbüro Kauh Arquitectos y Paisajimso der beiden Landschaftsarchitekten Juan Antonio Sánchez und Vicente Morales als Sieger hervor.

Diese sind eine Dekade später von der Stadt damit beauftragt worden ihre damaligen Pläne nicht nur zu detaillieren, sondern zwecks Aktualisierung auch zu überarbeiten, wofür sie sechs Monate Zeit haben werden. Die Ausschreibung der Arbeiten zur Durchführung der Pläne wird denn auch nicht vor Anfang 2021 möglich sein. Im weiteren Verlauf des Jahres sollen dann noch die Arbeiten in Auftrag gegeben werden. Für die Errichtung der Parkanlage unterhalb der historischen Stadtmauer sind 2,5 Millionen Euro vorgesehen worden.

  • José Antonio Nieto
    schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare