Fünf Personen stehen vor dem Eingang zur Burg Alcazaba in Almería.
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Die Burg Alcazaba ist die meistbesuchte Sehenswürdigkeit der Stadt Almería im Südosten von Andalusien.

Maurisches Erbe

Burg in Andalusien: Alcazaba in Almería soll generalüberholt werden

  • José Antonio Nieto
    VonJosé Antonio Nieto
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Mehr als tausend Jahre thront die Burg Alcazaba bereits auf einem Hügel über der Stadt Almería. Dass sie in die Jahre gekommen sind, merkt man den Mauern der maurischen Festung aber auch an. Erste Restaurierungen sind schon im Gange, im neuen Jahr sollen weitere hinzukommen.

Almería - Die Alcazaba ist Jahr für Jahr die mit Abstand meistbesuchte Sehenswürdigkeit der Provinzhauptstadt Almería in Andalusien. Errichtet wurde die Festung bereits in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts unter Abd ar-Rahman III, als Almería noch Teil des islamischen Kalifats von Córdoba war. Ihr Alter merkt man der Burg auch an, und zwar an allen ihren Mauern. Eine längst überfällige Generalüberholung ist seit einigen Monaten im Gange. Mit Mitteln der Europäischen Union soll sie in diesem Jahr weiter fortgesetzt und intensiviert werden.

StadtAlmería
Einwohner706.871 (Stand 2019)
BürgermeisterRamón Fernández (PP)
Gründung955 n. Chr.

Aus dem neuen EU-Fonds für Erholung und Resilienz (Recovery and Resilience Facility, RFF) hat die spanische Zentralregierung Andalusien 7,4 Millionen Euro für Initiativen zur Erhaltung des historischen Erbes zugeteilt. Die Summe will die andalusische Landesregierung komplett für Restaurierungsmaßnahmen auf der Alcazaba aufwenden, um Almerías wichtigste touristische Attraktion entsprechend aufzuwerten. Mit dem Geld sollen gleich vier verschiedene Projekte finanziert werden, die in diesem Jahr bereits anlaufen und spätestens bis zum Herbst 2023 abgeschlossen werden sollen.

Burg in Andalusien: Landesregierung will 7,4 Millionen aus EU-Fonds in die Alcazaba stecken

Mit 1,1 Millionen Euro soll die Restaurierung der nördlichen Burgmauer mit einer zweiten Phase – vom Muro de la Vela bis zur Torre del Homenaje – abgeschlossen werden, mit 4,6 Millionen Euro soll wiederum die gesamte südliche Burgmauer restauriert werden und mit weiteren 1,3 Millionen die von der Festung zum Cerro de San Cristóbal führende Muralla de Jairán, Almerías mittelalterliche Stadtmauer. Die verbleibenden 400.000 Euro sollen schließlich für eine Erneuerung des Bewässerungssystems auf der Anlage ausgegeben werden.

Die Anfang 2021 begonnene Restaurierung eines Teils der nördlichen Burgmauer steht bereits kurz vor ihrem Abschluss.

Die andalusische Kulturministerin Patricia del Pozo hat die vier Projekte bereits dem spanischen Kulturministerium vorgelegt. Von dessen Zustimmung, so die Landesministerin, könne man fest ausgehen. Während eines Besuchs auf der Alcazaba hob del Pozo außerdem hervor, dass die andalusische Regierung allein in dieser Legislaturperiode, will heißen seit Anfang 2019, bereits 2,8 Millionen Euro für Restaurierungsarbeiten auf der Burg aufgewendet habe, wobei die Investitionen teilweise auch schon von der EU bezuschusst werden.

Burg in Andalusien: Erstes Restaurierungsprojekt kurz vor Abschluss, ein zweites in Startlöchern

Zurzeit bereits im Gange ist die erste Phase zur Restaurierung der nördlichen Burgmauer, und zwar vom Baluarte del Saliente, der Bastei an der östlichen Spitze der Alcazaba, bis zum Muro de la Vela. Die Anfang 2021 aufgenommenen Arbeiten, die 15 Monate andauern sollten, werden wohl noch vor Ende Januar, drei Monate früher als geplant, beendet sein. Ebenfalls noch vor Ende Januar soll auch das nächste Projekt in Angriff genommen werden, und zwar die Restaurierung des Muro de la Vela, der inneren, von Nord nach Süd verlaufenden Mauer, welche die Gärten im ersten vom zweiten Burgbereich trennt. Der Turm Torre del Homenaje am westlichen Ende der Festung soll ebenfalls noch restauriert werden. Die Arbeiten sollen in Kürze ausgeschrieben werden, um möglichst im Februar schon den Auftrag zu vergeben und sie bis Ende 2022 abschließen zu können.

Während sich die andalusische Landesregierung endlich darum kümmert, auf der Alcazaba die Spuren des nagenden Zahns der Zeit zu beseitigen, kümmert sich die Stadt Almería seit einiger Zeit auch darum, das lange Jahre vernachlässigte und entsprechend verwahrloste Umfeld der Festung aufzupolieren. Für die Mühen des Aufstiegs zur Burg sollen die Touristen schließlich mit einem schönen Ausblick entschädigt werden.

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