Weihnachtsmann in Malaga in Spanien.
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Weihnachtsstimmung in Málaga: Papa Noel hat sich wohl schon Hoffnungen auf Corona-Lockerungen in Andalusien gemacht.

Covid-19 an der Costa del Sol

Andalusien mit „Corona-Deeskalation“ vor Weihnachten: Mobilität, Treffen und andere Regeln

  • vonStella Kirchner
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Andalusien hat sich zu einer stufenweisen Lockerung der Corona-Regeln vor Weihnachten durchgerungen. Was in Bezug auf Feiern, Treffen und Mobilität gilt. 

Update, 18. Dezember: Mit dem heutigen Tag ist Andalusien in die nächste Phase der vorweihnachtlichen Deeskalation der Corona-Restriktionen getreten. Da die Infektionszahlen in der Region, entgegen der landesweiten Tendenz, nach wie vor eine positive Entwicklung aufweisen, hat die Landesregierung letzten Endes davon abgesehen, die ursprünglich zum Jahresende vorgesehenen Corona-Regeln (siehe unten) noch einmal zu verschärfen. Lediglich eine kleine Änderung ist beschlossen worden. Und zwar werden Cafés und Eisdielen fortan durchgehend bis 22.30 Uhr öffnen dürfen, während Bars und Restaurants wie angekündigt um 18 Uhr schließen und von 20 bis 22.30 Uhr wieder öffnen dürfen.

Mehr zur aktuellen Entwicklung der Coronavirus-Pandemie in Andalusien.

AndalusienSpanische autonome Gemeinschaft
Fläche87.268 km²
HymneHimno de Andalucía
Autonomie seit 11. Januar 1982

Auflage für Cafés: Extrastunden nur ohne Alkoholausschank

Damit soll der in Spanien allgemein übliche Brauch der sobremesa unterbunden werden, der darin besteht, das Mittagessen zeitlich recht lange auszudehnen, wobei die Verdauung mangels Bewegung zumeist mit Alkohol gefördert wird. Aus diesem Grund ist den Cafés und Eisdielen auch untersagt worden, in der Zeit von 18 bis 20 Uhr Alkohol zu servieren. Unverändert geblieben ist, dass Bars und Restaurants bis 23.30 Uhr Essen ausliefern dürfen, wobei Bestellungen nur bis 22.30 Uhr entgegengenommen werden dürfen. Und an Heiligabend und Silvester dürfen sie ausnahmsweise bis 1 Uhr Gäste bewirten, da dann auch die nächtliche Sperrstunde erst um 1.30 Uhr beginnt.

Update, 16. Dezember: Der andalusische Ministerpräsident Juanma Moreno kommt am morgigen Donnerstag, 17. Dezember, erneut mit dem Expertenkomitee zusammen, das die Landesregierung in der Covid-Krise berät, um die jüngsten Infektionszahlen in der Region zu evaluieren. Moreno schließt nicht aus, dass die erst vor einer knappen Woche beschlossenen Corona-Regeln für die Weihnachtszeit modifiziert werden. Die sozialistische Oppositionsführerin Susana Diaz hat dem konservativen Regierungschef derweil seinen Schlingerkurs vorgeworfen, da er nur wenige Tage nach der Lockerung der Restriktionen schon wieder mit dessen Verschärfung drohe.

Andalusier first: Impfkampagne soll noch vor Jahresende beginnen

Der Sprecher der Landesregierung, Elias Bendodo, hat unterdessen angekündigt, dass die Impfkampagne in Andalusien noch vor Ende des Jahres beginnen könnte, da die Europäische Arzneimittelagentur den Impfstoff von Pfizer und BioNTech gegen das Coronavirus am 23. Dezember bereits zulassen könnte. Als Erste sollen die Bewohner und Mitarbeiter der Seniorenresidenzen geimpft sowie das Personal des Gesundheitswesens, das an vorderster Front gegen Covid-19 kämpft. Diesen sollen die übrigen Ärzte und Pflegekräfte sowie alle pflegebedürftigen Personen folgen. Das Pharmaunternehmen Bidafarma, mit dem die andalusische Regierung ein entsprechendes Abkommen getroffen hat, wird sich um Lagerung und Vertrieb der Schutzimpfungen kümmern.  

Update, 14. Dezember: Die andalusische Regierung hat dem Druck der spanischen Zentralregierung nachgegeben und erlaubt nun doch zwischen dem 23. Dezember und dem 6. Januar nicht nur Familienangehörigen, sondern auch besonders nahe stehenden Freunden aus anderen Regionen einzureisen, um Weihnachten im Kreis ihrer Liebsten zu feiern. Die Landesregierung hatte dies zunächst verhindern wollen, weil der Terminus des Nahestehenden kaum einzugrenzen und noch schwieriger zu kontrollieren sei.

Regelung für Gaststätten: Sektor lehnt geplante Öffnungszeiten ab

Großen Ärger hat sich die andalusische Regierung derweil mit der Gastronomie eingehandelt. Die kuriose Regelung, Bars und Restaurants ab dem 18. September um 18 Uhr schließen zu müssen, um sie von 20 bis 22.30 Uhr wieder öffnen zu können, ist im Sektor auf völliges Unverständnis gestoßen. Die Landesregierung versucht zu beschwichtigen und verweist die Gastronomen darauf, ihnen bislang bisher mehr Spielraum gelassen zu haben als viele andere spanische Regionen, in denen die Gaststätten während der zweiten Corona-Welle zum Teil komplett geschlossen bleiben mussten. Der Sektor fordert indes durchgehende Öffnungszeiten und hat für den 21. Dezember in Sevilla eine Protestkundgebung angekündigt.

Erstmeldung, 11. Dezember: Sevilla - Weihnachtliche Milde scheint in der andalusische Landesregierung eingekehrt zu sein, als sie die Coronavirus-Regeln zwischen den Feiertagen Weihnachten und Reyes (Dreikönigstag) verhandelt hat. Zuvor hatte Andalusien über mehrere Wochen lang zu den am stärksten von Covid-19 geplagten Regionen Spaniens gezählt. Familienmitglieder aus anderen Regionen dürfen nach Andalusien einreisen und bis zu zehn Personen dürfen sich an Weihnachten und Silvester treffen. Sogar die von einigen Hobbysportlern sehnsüchtig erwartete Skisaison in der Sierra Nevada startet ab dem 18. Dezember.

Weihnachten als Coronavirus-Deeskalationsplan

Doch die Lockerungen treten nicht alle auf einmal in Kraft, sondern werden durch einen „Deeskalations-Prozess“ eingeleitet, ähnlich wie nach dem Coronavirus-Lockdown in Spanien im Frühjahr. Die Weihnachts-Phasen im Überblick:

  • 1. Phase (bis 17. Dezember): Die Andalusier dürfen sich wieder frei in ihrer Provinz bewegen. Die Coronavirus-Sperrstunde für nicht essenziell notwendige Geschäfte in Andalusien wird von 18 auf 21 Uhr verlegt. Restaurants müssen nach wie vor um sechs Uhr schließen. Ab 22 Uhr ist Ausgangssperre bis 7 Uhr.
  • 2. Phase (18. Dezember bis 22. Dezember): Die Andalusier dürfen sich wieder frei in ihrer Region bewegen. Die Gastronomie darf in zwei Schichten öffnen, einmal von morgens bis 18 Uhr und dann wieder zwischen 20 und 22.30 Uhr. Die Skipisten der Sierra Nevada öffnen erstmals in dieser Saison. Sperrstunde ist zwischen 23 und 6 Uhr.
  • 3. Phase (23. Dezember bis 6. Januar): Familienmitglieder von Andalusiern dürfen aus anderen Regionen kommen. Es wird in Andalusien trotzdem empfohlen, sich mit maximal zwei Haushalten zu treffen. Die nächtliche Sperrstunde beginnt an Heiligabend und Silvester erst um 1.30 Uhr. Am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. und 6. Januar dürfen sich bis zu zehn Personen treffen, an den übrigen Tagen nur bis zu sechs Personen.

Corona-Regeln in Andalusien für Weihnachten: Familie vor Freunden

Im Gegensatz zu anderen Regionen in Spanien setzt Andalusien die Lockerungen der Abriegelung der Region wegen des Coronavirus nur für Familienmitglieder von Andalusiern oder Residenten in Andalusien um, nicht aber für nahe Angehörige.

Für ältere Familienmitglieder, die in Seniorenheimen in Andalusien leben, hat das Land einen Plan erstellt, damit sie zu Weihnachten ihre Familien besuchen dürfen. Heim-Bewohner ohne Symptome auf Covid-19 dürfen die Residenz bis zu 14 Tage verlassen. Jeder Bewohner hat mindestens ein Recht auf fünf Tage mit der Familie, solange diese eine Pflege des Angehörigen rund um die Uhr sicherstellen kann. Vor der Rückkehr ins Seniorenheim müssen die älteren Menschen einen negativen PCR-Test vorweisen, denn immer wieder hat das Coronavirus Seniorenheime besonders hart getroffen.

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