Blick auf die Sierra de Castril in Granada.
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Weiße Dörfer mitten in den Bergen von Andalusien: Ein Ausflug in die Sierra Castril.

Romantische Natur in Andalusien

Andalusien: Bergromantik in der Sierra Cazorla und Sierra Castril - Ausflugstipps

Das Hinterland von Andalusien hat viel zu bieten: Von spektakulären Landschaften, über malerische Dörfer bis zu Stauseen mit kristallklarem Wasser. Ein Ausflug in die Sierra de Cazorla in Jaén und die Sierra de Castril in Granada.

Ein Ausflugstipp von Kerstin Bowitz

Im andalusischen Hinterland der Provinzen Jaén und Granada erstreckt sich eine spektakuläre Landschaft aus kristallklaren Stauseen, imposanten Gebirgsketten, wildromantischer Natur und malerischen Bergdörfern. Nur knapp zwei Autostunden von der Costa Cálida entfernt startet die Exkursion in die Landschaft der Sierra de Cazorla, Segura y Las Villas in Jaén sowie der angrenzenden Sierra de Castril in Granada. Die lohnenswerte Rundtour lässt sich bequem als Tagestour durchführen.

Castril
Höhe890 m
Fläche243,3 km²
Bevölkerung2.124 (2018) Instituto Nacional de Estadística
ProvinzGranada

Los geht’s an der Abfahrt Baza und Zujár auf der Autobahn A-91 nach Granada. In Richtung Cuevas del Campo und Pozo Alcón lockt der erste interessante Stopp direkt am Stausee Negratín. Das Gewässer gilt übrigens als das drittgrößte Reservoir Andalusiens und erstreckt sich über die beiden Provinzen Jaén und Granada. Direkt hinter der schmalen Brücke, die auf der Landstraße über den Embalse führt, befindet sich ein großflächiger Parkplatz mit fantastischem Blick auf den See und die umliegenden Berge.

Bergromantik in Andalusien: Erster Stopp Pozo Alcón mit einem erfrischenden Bad und einem Besuch des Montagmarktes

Die weitere Streckenführung verläuft über die Ortschaften Zújar und Cuevas del Campo bis nach Pozo Alcón. Wer Bademöglichkeiten am Stausee sucht, nimmt ab Cuevas del Campo eine kleine Serpentinenstraße, die direkt zum See hinunter führt. Hier stehen mehrere Badestrände zur Auswahl, auch für Anhänger der Freikörperkultur.

Pozo Alcón selbst ist ein kleines Städtchen am Rande der Sierra de Cazorla. Montags ist ein Besuch besonders lohnenswert, denn es ist Markttag. Am Ortseingang werden dann an den zahlreichen Ständen allerlei regionale Spezialitäten angeboten. An der Spitze der Verkaufsschlager steht das international bekannte Olivenöl der Provinz Jaén. Es gilt als eines der besten Spaniens und wird hier besonders günstig angeboten. Aber auch verschiedene Käsesorten, insbesondere Schafskäse, typische Schinken- und Wurstwaren, Honig, Trockenfrüchte, Nüsse und vieles mehr machen die Verlockung zum Einkauf auf dem Markt groß.

Bergromantik in Andalusien: Wandern, Mountainbikefahren und Campen am Stausee La Bolera

Schließlich führt die Reise auf der Landstraße A-326 zum Stausee La Bolera. Die Landschaft ist gespickt mit unzähligen Mandel- und Olivenbäumen. Wer am See die einzigartige Aussicht inmitten üppiger Natur genießen möchte, findet direkt am Ufer eine Einkehrmöglichkeit in einem friedvoll gelegenen Restaurant. Seine Außenterrassen schmiegen sich am Hang des Stausees stufenförmig hinab und sorgen für ein idyllisches Ambiente. Umgeben von unzähligen schattenspendenden Kiefern genießt man hier frisches Fleisch, das direkt vom Holzkohlegrill auf die Teller kommt.

In unmittelbarer Nähe des Sees gibt es zudem einen Campingplatz mit einem weiteren sehr empfehlenswerten Restaurant. Wanderer und Mountainbiker nutzen die perfekte Lage des Areals für ihre Touren durch den einzigartigen Naturpark im Tal des Flusses Río Guadalquivir. Dieser entspringt im Übrigen in Sierra de Cazorla und gilt als der längste Fluss in Andalusien.

Bergromantik in Andalusien: Die Sierra de Castril mit ihrem typisch weißen andalusischen Dorf

Weiter geht die Reise auf der A-326 in Richtung Sierra de Castril, vorbei an dem beeindruckenden Stausee Embalse del Portillo in die liebenswerte Ortschaft Castril de la Peña. Auf der kurvenreichen Landstraße, die sich durch die Berglandschaft windet, ist sie schon von weitem auszumachen.

Ausflug ins Hinterland von Andalusien: Der Stausee La Bolera in der Sierra Cazorla.

Ein Besuch in diesem typisch weißen andalusischen Dorf ist ein absolutes Muss. Gleich am Eingang lockt ein gemütlicher Gemeindeplatz mit einem Restaurant, deren großangelegte Terrasse mit einem tollen Blick aufwartet. Zudem stehen zahlreiche leckere Speisen auf der Karte. Ab hier lohnt sich ein Spaziergang durch das gepflasterte Gassengewirr mit den verschachtelten Häuschen und entlang hübscher Gärten. Zu den weiteren interessanten Sehenswürdigkeiten zählen die Überreste einer alten maurischen Burganlage und die Peña del Sagrado Corazón (der Herz-Jesu-Felsen) sowie der Aussichtspunkt El Cantón.

Bergromantik in Andalusien: Schluchten, Wasserfälle, Fußgängerbrücken aus Holz und Abenteuer

Wer Zeit hat, sollte unbedingt in Castril de la Peña übernachten, denn die angrenzende temperamentvolle Sierra de Castril bietet jede Menge Highlights, die darauf warten entdeckt zu werden. Hierzu zählen zahlreiche Schluchten, Wasserfälle und sogar Lagunen. Ein absoluter Publikumsmagnet sind die Wasserfälle La Magdalena und Lézar, die sich in steinernen Becken ergießen.

Die Attraktion unter den kürzeren Entdeckungstouren ist die beliebte Passage „Cerrada del Río Castril“, die unmittelbar vom Zentrum des Dorfes am Fuße des Naturdenkmals Peña de Castril zum Fluss hinunter führt. Kurz, einfach und spektakulär präsentiert sie sich auf nur 2,2 Kilometern und bietet Spaß und Abenteuer für die ganze Familie. Der Weg verläuft dabei größtenteils auf einer hölzernen Fußgängerbrücke bestehend aus alten Eisenbahnschwellen, die in die Felswand eingelassen sind, und direkt über dem Fluss verlaufen. Die Überquerung einer Hängebrücke und das Durchqueren eines Tunnels runden das Erlebnis ab.

Im Hinterland von Andalusien: Zerklüftete Berglandschaft mit der Brücke über den Guadalquivir.

Bergromantik in Andalusien: In Galera zu Besuch bei Europas Ureinwohnern

Die Weiterfahrt geht nun in Richtung Fátima und Huéscar und später nach Galera und Cúllar auf der A-330 wieder zurück auf die Autobahn A-91. Wer nun noch Lust hat, in die ur- und frühgeschichtliche Zeit der Iberischen Halbinsel einzutauchen, der macht unbedingt einen Stopp in Galera. Der Ort besitzt bedeutende archäologische Fundstätten aus der Zeit der Iberer, der El-Argar-Kultur und der Römer. Im Gemeindehaus befinden sich römische Steintafeln mit dem ursprünglichen Namen des Ortes: Tutugi.

Die gesamte Gegend um Galera ist reich angefüllt von archäologischen Zeugnissen. Den Funden zufolge lässt sich darauf schließen, dass sich auf diesem Fleckchen Erde vor mehr als einer Million Jahren die ersten Menschen auf dem europäischen Kontinent niederließen. Viel später kamen die Iberer, dann die Römer und ab dem 8. Jahrhundert die Muslime. Die Spuren, die all diese Kulturen in den angrenzenden Ortschaften hinterlassen haben, können hier entdeckt werden.

Bergromantik in Andalusien: Sehenswürdigkeiten aus den Jahren 1900 bis 1600 vor unserer Zeitrechnung

Ausflug ins Hinterland von Andalusien: Enge Gässchen in den typischen Bergdörfern.

Denn im offiziellen Tourismusportal der Provinz Granada wird um die historisch interessanten Gemeinden Castilléjar, Castril, Galera, Huéscar, Orce und Puebla de Don Fadrique die „Route der ersten Siedler Europas“ angepriesen. Auf diesem Rundweg von 152 Kilometern Länge wird das große historische, kulturelle und natürliche Erbe des nördlichen Teils der Provinz Granada hervorgehoben. Zahlreiche archäologische Stätten, Museen und Überreste informieren über das Leben der Ureinwohner.

Sehr interessant anzusehen ist beispielsweise die Siedlung Castellón Alto aus der El-Argar-Kultur, nahe der Stadt Galera, auf der Hochebene von Granada. Die Funde dieser einzigartigen Sehenswürdigkeit sind auf die Jahre 1900 und 1600 vor unserer Zeitrechnung zurückzuführen und zeigen Wohneinheiten, alte Umfassungsmauern, Wasserspeicher und Gräber.

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